Gewerbe : Drogeriemarkt soll die Lücke füllen

Das Unternehmen Trigema verlässt das Geschäftszentrum der Gemeinde Risum-Lindholm/ Bürgermeister hofft auf neue Gewerbeansiedlung

shz.de von
16. Januar 2015, 05:00 Uhr

Veränderung im Geschäftszentrum der Gemeinde Risum-Lindholm: Die Trigema-Filiale, die im Oktober 2013 nahe der Kreuzung der Dorfstraße mit der Bundesstraße 5 eröffnete, ist seit vergangenem Dienstag geschlossen. Umzugswagen transportieren in diesen Tagen die Ladeneinrichtung zum Hauptsitz des Unternehmens nach Burladingen auf der Schwäbischen Alb. Wie der Firmeninhaber Wolfgang Grupp mitteilte, hätte sich der Standort auf lange Sicht wirtschaftlich nicht getragen: „Nachdem uns der Vertrag für unser Testgeschäft in Wenningstedt auf Sylt gekündigt wurde, hat uns Herr Haase damals die Fläche in Risum-Lindholm angeboten.“ Aufgrund der guten Geschäftsbeziehungen zu dem Kampener Immobilienunternehmen Haase und vergleichsweise geringem unternehmerischem Risiko durch einen Zehn-Jahres-Mietvertrag mit Sonderkündigungsklausel nach Ablauf eines Jahres, sei man gerne auf das Angebot eingegangen, berichtet Unternehmer Grupp. „Ansonsten hätten wir uns wohl nicht für den Standort Risum-Lindholm entschieden.“ Jetzt machte das Unternehmen von dem Sonderkündigungsrecht Gebrauch und verlegt seinen „Testladen“. „Auch in Zukunft wird es 45 Testläden geben – wir fahren unser Geschäft also nicht zurück“, sagt Wolfgang Grupp.

Bürgermeister Hauke Christiansen bedauert, dass sich der Textilmarkt nicht habe halten können, sieht für den Standort aber auch Chancen: „Wenn wir uns einen Nachfolger wünschen könnten, dann wäre das wohl ein Drogeriemarkt.“ Zusätzlich regt der Bürgermeister die Ansiedlung einer kleinen Apothekenfiliale an – „das wäre sehr hilfreich für uns“. Die nächste Möglichkeit für die Risum-Lindholmer, sich mit Medikamenten zu versorgen, besteht in Niebüll oder Leck. Dass sich neues Gewerbe auf dem Gelände nahe der zentralen Kreuzung der 3600-Seelen-Gemeinde ansiedelt, dafür stehen die Chancen laut Christiansen gut. „Die bestehenden Gewerbe halten sich ausgezeichnet.“ Das Ensemble aus Tankstelle, Fastfood-Restaurant, Bäckerei, Getränkemarkt und Supermärkten sei stimmig. Über die neu zu vergebene Gewerbefläche hinaus habe das Geschäftszentrum noch Potential, ist sich der Bürgermeister sicher. „Wir werden von der Landesplanung als Gemeinde mit überregionaler Versorgungsfunktion geführt, das versetzt uns in die Lage unbeschränkt Bau- und Gewerbegebiete auszuweisen.“ Bei Bedarf werde die Gemeinde alle Gewerbetreibenden unterstützen, verspricht Christiansen.

Die Lage an der viel befahrenen Kreuzung nahe der Dorfstraße mit der Bundesstraße 5 scheint in der Tat attraktiv: Rund 30  000 Kraftfahrzeuge passieren täglich die kleine Gewerbeansiedlung. Der Verkehrsweg liegt für viele Touristen auf dem Weg zum Niebüller Autozug oder zum Fähranleger in Dagebüll. Trotzdem warnt Hauke Christiansen davor, diesen Aspekt zu überschätzen: „Der Durchgangstourismus ist nicht ausschlaggebend. Die meisten Reisenden sind zeitlich an Fähre oder Zug gebunden.“ Das Gros der Käufer stamme aus der Gemeinde selber und aus dem weiteren Umfeld.

Für die Gemeinde Risum-Lindholm geht die Rechnung auf: Die Verantwortlichen rechnen mit rund 1,4 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen für das laufende Jahr. Ein Drittel dieser Summe stammt aus Windkraft, die übrigen zwei Drittel aus dem Gewerbe vor Ort.  

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