Neue Ausstellung in Niebüll : Dreidimensionale Wahrheiten

Im Gespräch: Die Künstlerin erläutert ihre Werke. Foto: kom
Im Gespräch: Die Künstlerin erläutert ihre Werke. Foto: kom

Avatar_shz von
22. März 2011, 08:03 Uhr

Niebüll | Wer sich die neue Ausstellung im Richard-Haizmann-Museum anschaut, wird überrascht sein, denn es hängen Papierobjekte an den Wänden, in millimetergenauer Ausrichtung zueinander. Auch auf den Fußböden stehen sie in penibel abgemessenen Abständen. Der Betrachter wird von ihrer hohen Ästhetik fasziniert sein und sich vielleicht fragen, wie die Künstlerin Regine Bonke die genaue Ausrichtung hingekriegt hat.

Drei Tage hat es gedauert, bis alle Objekte platziert waren. Museumskustos Dr. Uwe Haupenthal, der die Laudatio hielt: "Sie werden sich vielleicht auch fragen, warum um alles in der Welt solche Formen den Anspruch hehrer Musealität einfordern dürfen". Diese Kuben sind keine Sinnbilder für etwas nicht Wahrnehmbares, Gedachtes oder Geglaubtes. Sie sind nichts anderes als sie selbst. Sie stehen nur für sich selbst, für ihre eigene Existenz, für ihr eigenes Vorhandensein. Doch dazu bedarf es eines Raumes, in den die Objekte integriert werden können. Die Räume des Museums eignen sich geradezu ideal als Rahmen für die Papierobjekte.

Die Künstlerin, die 1948 in Kiel geboren wurde, hat der Ausstellung die Überschrift "Aletheia" gegeben. Der Begriff kommt aus dem Griechischen und heißt Wahrheit. Und um diese geht es ihr. "Regine Bonke erzeugt Wirklichkeit auf eine elementare, einfache und unumstößliche Weise", so Haupenthal. Aus geometrisch begründeten Formen schaffe sie dreidimensionale Kuben, wobei das sinnliche Erleben im Mittelpunkt stehe. Ihre Kunst ist stark mit dem Handwerklichen verbunden, ihre plastischen Objekte aus einem Guss. Und den erzielt sie, indem sie über einen kubischen Holzkern grau gefärbte, handgeschöpfte Papiermasse aufträgt. Die Masse spannt sich während der Trocknungsphase über den Kern und erzeugt so eine geschlossene Form.

Die Ausstellung dienstags bis freitags von 11 bis 16.30 Uhr, Sonnabend von 11 bis 13 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 14 bis 17 Uhr.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen