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Nordfriesland Tageblatt

16. Dezember 2017 | 16:31 Uhr

Mensch des Jahres : Drei Sieger, ein Gewinner

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Insgesamt 810 Leser des Nordfriesland Tageblatts haben abgestimmt – die Mehrheit hat Gerd Vahder zum Menschen des Jahres gekürt

von
erstellt am 04.Dez.2015 | 20:10 Uhr

Die Letzten werden die Ersten sein – das traf auf Gerd Vahder gestern vollends zu. Denn der 63-Jährige kam ein wenig später als die anderen Kandidaten zur Feierstunde im Andersen-Hüs für Südtonderns „Menschen des Jahres“. Allerdings hatte die Verspätung einen gutem Grund: In Kellinghusen war der Leiter der Nis-Albrecht-Johannsen-Schule wenige Stunden zuvor für sein Schulkonzept mit dem Professor-Miethke-Förderpreis der Schleswig-Holsteinischen Universitätsgesellschaft ausgezeichnet worden und musste sozusagen von der einen zur anderen Preisverleihung eilen.

Bis zum 22. November hatten die Leser des Nordfriesland Tageblatts Zeit, für ihren Menschen des Jahres abzustimmen. Zur Wahl standen Erika Spaude für ihr ehrenamtliches Engagement für Kunst, die Tafel Südtondern und Politik, Ibrahim Alsunaidar für seinen ehrenamtlichen Einsatz als Dolmetscher in Flüchtlingsfragen, Dirk Petersen als einer der Initiatoren des Skandaløs-Festivals in Neukirchen und Gerd Vahder für sein stetes Bestreben, die friesische Sprache lebendig zu halten.

Die Feierstunde stand unter zwei Mottos – Tradition und Weihnachten. Dazu trug nicht nur das Ambiente des Andersen-Hauses, sondern auch der Kinderchor des Ostermooringer Friesenvereins „Latje Loosche“ bei, der erst nach einer Zugabe gehen durften. Danach führte Redaktionsleiterin Sibylle Bremer mit einer Adaption von Theodor Storms „Knecht Ruprecht“ von Redebeitrag zu Redebeitrag – denn soviel ehrenamtliches Engagement gehört gebührend gelobt, fand unter anderem Südtonderns Amtsvorsteher; besonders nach der charmanten Aufforderung „Peter Ewaldsen, ruf’ ich, alter Gesell – heb’ deine Beine und spute dich schnell!“

Er warte immer ganz gespannt darauf, welche Kandidaten als „Menschen des Jahres“ nominiert würden, sagte Ewaldsen. „Sie haben jeder auf Ihre ganz eigene Art und Weise der Region etwas gegeben.“ Die Abstimmung sei nur ein Wettstreit der Telefontastaturen, „denn verdient haben Sie es alle.“ Im Namen der Flensburger Brauerei, die langjährige und überzeugte Sponsorin der „Menschen des Jahres“-Aktion ist, sprach Sara Sausmikat-Theilen. „Unser Gesellschaft fehlen oft Vorbilder. Gemeinsam mit dem sh:z wollen wir zeigen: Es lohnt sich, sich zu engagieren.“

Sh:z-Chefredakteur Stefan Hans Kläsener wandte sich mit den Worten „Sie wissen alle selbst, was Sie leisten“ an die Kandidaten. „Ich hoffe, Sie haben das Gefühl, dass wir versuchen, nicht nur über Probleme zu berichten, sondern auch die Chancen und den Reichtum der Region zu zeigen.“ Über eines waren sich alle Beteiligten einig: „Alle Nominierten sind Sieger“ – auch wenn schließlich der Name des Kandidaten mit den meisten Stimmen fiel. Der Weg dahin führte über ein Päckchen, das der Chefredakteur auspacken musste. Als eine Handpuppe mit freundlichem Gesicht zum Vorschein kam, war zumindest Gerd Vahder sofort klar, dass er an diesem Tag noch eine zweite Auszeichnung erhalten würde. „Das ist Momme!“, erklärte er sichtlich überrascht. Diese Handpuppe versteht nur Friesisch, hat schon vielen Kindern geholfen, sich an die Sprache heranzutasten und liegt normalerweise im Büro des Schuldirektors.

„Foole tunk“, bedankte sich Vahder dann stilecht und verriet, dass er bis zum Schluss gespannt bis in die Haarspitzen gewesen sei. „Ich habe mir bei der starken Konkurrenz eigentlich keine großen Chancen ausgerechnet“, sagte Südtonderns Mensch des Jahres 2015 bescheiden. Obwohl: Einige seiner Grundschüler hätten ihm schon mehrfach angekündigt, dass sie für ihn angerufen hätten. Das Ergebnis lasse vermuten, dass ganz viele Kinder, Eltern und Menschen, die sich mit dem Friesischen beschäftigen, abgestimmt haben. „Wir sind eine überschaubare Gruppe – deshalb freue ich mich umso mehr.“ Auch seine Frau Karin war sichtlich gerührt: „Für mich bist du nicht nur der Mensch des Jahres, sondern der Mensch meines Lebens.“

Die Abstimmung über Schleswig-Holsteins „Menschen des Jahres“ gestaltet sich in diesem Jahr übrigens etwas anders: Die bisher gekürten Landessieger der Vorjahre wirken als Jury und entscheiden in anonymer Wahl über ihren Favoriten.

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