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Nordfriesland Tageblatt

24. August 2017 | 01:55 Uhr

Nachruf : Drei Jahrzehnte in der Dorfpolitik

vom

Bruno Thomsen war 30 Jahre stellvertretender Bürgermeister von Sprakebüll. Kürzlich starb der ehemalige Kreiswehrführer Nordfrieslands an einer schweren Krankheit.

Sprakebüll | Am 14. August verstarb Bruno Thomsen, der drei Jahrzehnte stellvertretender Bürgermeister Sprakebülls und Kreiswehrführer in Nordfriesland war. Thomsen, der weit über die Grenzen seines Heimatdorfes hinaus Ansehen genossen hat, starb an den Folgen einer schweren Krankheit.

Als "Sprakebüller Jung" am 9. Februar 1939 geboren und als Sohn des örtlichen Kaufmanns aufgewachsen, übernahm er später - geprägt durch die Kriegs- und frühe Nachkriegszeit - den elterlichen Betrieb. Als sich dieser nicht mehr rentierte, wechselte er mit Erfolg ins Bankfach und arbeitete sich bei der örtlichen VR-Bank bis zum Marktbereichsleiter hoch. Seiner Ehefrau Annelene und seinen beiden Töchtern - sowie später auch seinen zwei Enkelkindern - war er stets ein verlässlicher Partner.

Schon von seinem 32. Lebensjahr an übernahm Thomsen als Gemeindevertreter Verantwortung für die Menschen seiner Heimat. Während der 38 Jahre in der Gemeindevertretung wirkte er 30 Jahre als erster stellvertretender Bürgermeister und gehörte lange Zeit dem Finanzausschuss des Gremiums an, wo man seine Kompetenz beim Umgang mit öffentlichen Geldern zu schätzen wusste.

Besonders widmete sich Bruno Thomsen dem Feuerwehrwesen im Lande. Zehn Jahre amtierte er als stellvertretender Chef der Gemeindewehr, acht Jahre an deren Spitze. Zwei Jahre hindurch stand er als Bereitschaftsführer der 10. Feuerwehrbereitschaft des Katastrophenschutzes vor, die in Sprakebüll ein Einsatzfahrzeug stationiert hatte.
Bundesverdienstkreuz 1999

Von 1984 bis 2002 genoss er als Kreiswehrführer Nordfrieslands aufgrund seiner Kompetenz und seines stets korrekten, offenen Wesens allgemeine Anerkennung und Beliebtheit. Im Dezember 1999 wurde er in Würdigung seiner Verdienste um die Freiwillige Feuerwehr und die Ausbildung Jugendlicher mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Zum Abschied wurde 2002 ihm zu Ehren der Kreisfeuerwehrtag in Sprakebüll veranstaltet.

Weggefährten in der Wehr bezeichnen ihn als aufgeschlossenen Menschen, der Neues nicht von vornherein verwarf, sondern sachlich hinterfragte und sich überzeugen ließ. Dabei ließ er aber auch seine Autorität und Kompetenz spüren.

Auch außerhalb seiner Ehrenämter war Bruno Thomsen tief verwurzelt mit der Dorfgemeinschaft. Beispielsweise lebte er seinen Hang aus, das Geschehen am Ort in Texten und Fotos festzuhalten. So wuchs schrittweise eine Chronik. Vor allem dokumentierte er das Gedeihen des "Ereigniswaldes". Unweit des Bahngleises pflanzen jene, die in Sprakebüll ansässig sind oder sich der Gemeinde besonders verbunden fühlen, Bäume und beschildern sie. Sie weisen dort auf Ereignisse in ihren Familien hin.

Mit Bruno Thomsen hat die Region nicht nur einen tüchtigen und in uneigennütziger Weise vielseitig engagierten Bürger verloren, sondern auch einen liebenswerten Mitmenschen.

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erstellt am 19.Aug.2009 | 07:12 Uhr

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