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Konversions-Kooperation : Drei Gemeinden – ein Großprojekt

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Vom Militär-Flugplatz zum Wirtschaftszentrum: Leck, Klixbüll und Tinningstedt unterzeichnen Kooperationsvertrag

Nun ist es offiziell: Die Gemeinden Leck, Klixbüll und Tinningstedt werden künftig gemeinsam auftreten, wenn es um die Nachnutzung des Bundeswehrflugplatzes Leck geht. Die Bürgermeister Andreas Deidert (Leck), Werner Schweizer (Klixbüll) und Dirk Enewaldsen (Tinningstedt) unterschrieben gestern im Lecker Rathaus einen entsprechenden Kooperationsvertrag.

„Das Projekt ist wichtig für die gesamte Region“, sagte Deidert. „Für Südtondern ist es etwas Besonderes, dass drei Gemeinden ein gemeinsames Wirtschaftsprojekt angehen“, ergänzte Südtonderns Amtsdirektor Otto Wilke. „Daraus kann etwas Großartiges entstehen.“ Auch Konversionsplaner Hartmut Röder von der GKU Standortentwicklung GmbH betonte: „Das, was die Gemeinden hier angehen, ist keine Alltagsaufgabe.“ Der vertraglich vereinbarte Zusammenschluss sei auch ein klares Zeichen an das Land, dass die Ende vergangenen Jahres vorgestellten Ideen umgesetzt werden.

In der Vereinbarung sind die in den nächsten zwei Jahren anstehenden Maßnahmen zur Umwandlung des Gebiets festgehalten. Dazu gehören Bauleit- und Erschließungsplanung für den geplanten Business-Park, Erschließungsmaßnahmen für den Air-Park sowie luftverkehrsrechtliche Antrags- und Genehmigungsverfahren. Außerdem geht es um das Aufhebungsverfahren für einige Flächen im Gebiet „Leckfeld“. Dort prallen bislang Geschäftsansinnen der Gemeinden auf Umweltschutz-Interessen des Landes.

Finanziert wird die Zusammenarbeit durch einen sogenannten Konversionsfonds. Derzeit stehen 450  000 Euro aus den Haushalten der Gemeinden zur Verfügung. „Wir sind froh, dass es jetzt los geht. Die Gelder stehen schon seit Januar bereit“, sagte Schweizer. Die Gemeinden hoffen außerdem auf Fördermittel.

Derzeit werden die konkreten Pläne zur künftigen gewerblichen Nutzung des ehemaligen Militär-Flugplatzes ausgearbeitet. In einem Jahr könnte alles genehmigt sein – wenn es keine Unstimmigkeiten gibt. Die Abläufe seien sehr komplex, erläuterte Röder. Allein 38 Behörden seien involviert. Für mehr als 70 Prozent der Flächen hätten Investoren und Unternehmen bereits Interesse angemeldet. Namen könne man in der jetzigen Phase jedoch noch nicht verraten.

Die Kontroverse mit dem Umweltministerium des Landes über ein Naturschutzgebiet sei voraussichtlich kein Hindernis für Verhandlungen, sagte Klixbülls Bürgermeister Schweizer. Maßgeblich sei das Interesse von Unternehmen. „Wenn wir Firmen finden, dann bekommen wir die Flächen auch.“

Es gehe nicht darum, Unternehmen aus anderen Teilen Nordfrieslands abzuwerben, hieß es. Erklärtes Ziel ist es, möglichst überregionale Unternehmen mit besonderen Produkten anzulocken. Potenzielle Investoren sollen demnächst mit einem „Konversions- und Wirtschaftstag“ überzeugt werden.

Standortvorteile gibt es aus Sicht der Beteiligten viele. Für ein Rechenzentrum biete das Gebiet beispielsweise sehr gute Umwelt-Bedingungen, hieß es. Dazu komme vor allem die intakte Start- und Landebahn, die für touristische Zwecke sehr interessant sei. Lübeck, Hamburg, Helgoland oder Kopenhagen ließen sich von Leck aus in einer Stunde erreichen. Mit Blick auf die Vorreiterrolle der Region bei erneuerbaren Energien sagte Deidert: „Wir sind nicht so konservativ und behäbig, wie Nordfriesen manchmal dargestellt werden.“ Die Menschen hätten in den vergangenen Jahren ihre Innovationsfreude bewiesen. Das wird sich vielleicht auch im Air-Park widerspiegeln. Dort sollen im Idealfall Elektroflieger die Bedenken von Umweltschützern und Fluglärmgegnern zerstreuen.

Die Baumaßnahmen für die Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Gelände laufen derzeit wie geplant, teilte Lecks Bürgermeister auf Nachfrage mit.

Auf www.konversion-suedtondern.de soll künftig regelmäßig über aktuelle Entwicklungen informiert werden.


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erstellt am 05.Apr.2016 | 17:52 Uhr

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