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Vertreterversammlung VR Bank Niebüll : „Draghi hat kräftig in die Suppe gespuckt“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Vorstand und Aufsichtsrat grundsätzlich zufrieden mit 2016. Aber EZB-Politik beeinflusst Geschäfte in Südtondern.

„Jahresabschluss und Lagebericht 2016 kennzeichnen nach Ansicht von Vorstand und Aufsichtsrat erneut die erfolgreiche geschäftliche Entwicklung der VR Bank eG und das, obwohl die anhaltende Niedrigzinspolitik die Wirtschaftlichkeit mittlerweile deutlich belastet“, sagte Hans-Jakob Paulsen, Aufsichtsratsvorsitzender VR Bank Niebüll. Allerdings dürfe man sich jetzt nicht zurücklehnen und sagen, „das wird schon“. Auf der Vertreterversammlung der VR Bank Niebüll zeigte sich am Dienstagabend auch der Vorstand zufrieden mit den Ergebnissen des Vorjahres.

Rund 300 Menschen waren in die Stadthalle gekommen: Unter ihnen, neben Vorstand und Aufsichtsrat, die Vertreter, aber auch Mitarbeiter, sowie ein Referent und der Prüfer. Einmal pro Jahr treffen sich die Vertreter der VR-Bank – die das „oberste Organ“ der Genossenschaft bilden – um unter anderem den Jahresabschluss des Vorjahres festzustellen, über die Gewinnverwendung abzustimmen sowie in diesem Jahr Mitglieder in den Aufsichtsrat zu wählen. Auch der Vortrag über die zukünftige Rolle der Genossenschaftsbanken stand auf der Tagesordnung des Treffens, das in diesem Jahr zum 108. Mal stattgefunden hatte.

„2016 war ein besonderes Geschäftsjahr für uns, ein Jahr mit dem Start vieler Veränderungen für uns, die sich intern und extern auf die Zukunftsfähigkeit der VR Bank auswirken werden und sollen“, sagte Klaus Sievers, Vorsitzender Süderlügum. Gemeinsam mit Torsten Jensen, Vorstand Niebüll, präsentierte er den Jahresbericht für das Wirtschaftsjahr 2016. Unter anderem erläuterten sie die Rahmenbedingungen, zu denen die Digitalisierung, die Niedgrigzinsphase, das Aufsichtsrecht sowie das veränderte Kundenverhalten zählen.

 „Wer uns schon länger kennt, der weiß, dass Jammern nicht unsere Welt ist – aber wir haben eigentlich auch keinen Grund zu jammern“, sagte Jensen. Allerdings gäbe es Themen, welche die Bank „herausforderten“, dazu zählte demnach vor allem die Niedrigzinspolitik. Aber auch das geänderte Kundenverhalten sei Thema: Die Schließung von Geschäftsstellen und geänderte Öffnungszeiten in einzelnen Dörfern seien in der Vergangenheit zwar kritisiert worden, aber „Teil eines nötigen Prozesses“.

Zudem berichtete der Vorstand von der Entwicklung der Bilanzsumme, die mit 1,73 Milliarden das Planergebnis nicht erfülle. Das soll aber in diesem Jahr anders werden, verspricht Sievers. Auch die Entwicklung von Anlagevermögen, des Kreditgeschäftes, der Kundeneinlagen und der Mitgliederzahlen – in den vergangenen zwei Jahren waren rund 1000 neue hinzugekommen – standen auf der Tagesordnung. Auch die Gewinn-und-Verlust-Rechnung (GuV) wurde vorgestellt. Angesichts des Jahresüberschusses, zeigte sich der Vorstand entspannt: „Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden und hätte der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi, uns nicht so kräftig in die Suppe gespuckt, mit seiner Politik, dann hätten wir ihnen heute Abend ein viel besseres Ergebnis präsentieren können.“

Einstimmig genehmigten die 218 anwesenden stimmberechtigten Vertreter den Jahresabschluss (Bilanzgewinn 2077  491,51 Euro), der zuvor von einem Prüfer abgesegnet worden war sowie die Beschlussfassung über die Gewinnverwendung – vier Prozent des Bilanzgewinnes gehen in die Dividende, der Rest soll in die Ergebnisrücklage eingestellt werden.

Außerdem wählten sie am Dienstag ein neues Aufsichtsratsmitglieder: Hans Ulrich Martensen – der seit 1994 im Aufsichtsrat gewesen war – war zuvor ausgeschieden. An seine Stelle tritt nun Karen Ziegelmann aus Dagebüll, die mit einer deutlicher Mehrheit von 132 zu 81 Stimmen in den Aufsichtsrat gewählt wurde. Sie ist damit die zweite Frau im Aufsichtsrat der Bank, in der insgesamt neun Personen sitzen. Jörg Friedrichsen und Ricklef Nagel wurden einstimmig in ihren Ämtern wiedergewählt.

Außerdem wurde auf der Versammlung über die technische Umstellung der Banken-Software vom 21. bis 24. Juli informiert: Alle Automaten der Bank werden in diesem Zeitraum außer Betrieb sein. An Automaten anderer Banken können Kunden mit ihrer EC-Karte – kostenpflichtig – dann zwar Geld abheben sowie in Geschäften damit bezahlen – allerdings darf die Summe 500 Euro pro Tag nicht übersteigen. Jugendliche unter 18 Jahren hingegen haben diesen Pauschalbetrag nicht – ihre Karten funktionieren dann überhaupt nicht. Online-Banking ist während der Umstellung nicht möglich. Die Bank empfiehlt daher, bis Freitag, 21. Juli, mehr Bargeld abzuheben, um für das Wochenende gewappnet zu sein. Kreditkarten können wie gewohnt genutzt werden. Infos unter www.vrbankniebuell.de/agree.

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erstellt am 08.Jun.2017 | 13:36 Uhr

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