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Slowakischer Botschafter : Diplomaten-Besuch im Andersen-Haus

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Wie halten es die Friesen mit den Nichtfriesen? Das und mehr erfuhr Igor Slobodnik, Botschafter der Slowakischen Republik, in Risum-Lindholm

shz.de von
erstellt am 24.Apr.2014 | 08:00 Uhr

Zuerst in Kiel bei Ministerpräsident Torsten Albig und Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, danach in Flensburg und zum Abschluss seiner Dienstreise ein Abstecher zu den Nordfriesen nach Risum-Lindholm. Igor Slobodnik, Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter der Slowakischen Republik in der Bundesrepublik Deutschland, absolvierte gestern einen strammen Arbeitstag.

In Begleitung seiner Kollegin Evelina Masiarová, ihres Zeichens Dritte Botschaftssekretärin, führte er in der Landeshauptstadt Gespräche im Rahmen der wirtschaftlichen Beziehungen, die das Land mit der Slowakei unterhält. Schleswig-Holstein ist nach seinen Worten die Nummer elf unter den Bundesländern, die Handel mit dem Nachbarland treiben.

Was ihn im Norden des Landes besonders interessierte und anregte, war die Art und Weise, wie ein Land wie Schleswig-Holstein mit ihren Minderheiten umgeht. „Ich sehe dieses Land als eine Art Laboratorium, in dem eine Vielfalt von Volksgruppen gelebt wird.“ Das Interesse des Diplomaten basiert auf ebendieser Vielfalt in seinem Land, wo etwa zwölf Prozent der Bevölkerung dreizehn verschiedenen Volksgruppen angehören. Es seien vor allem Ungarn und Roma unter den Volksgruppen. „Deutsche sind auch dabei“, fügte er hinzu. Gehören in einer slowakischen Gebietseinheit 20 Prozent und mehr Einwohner einer bestimmten Volksgruppe an, dann wird deren Sprache als zweite amtliche Sprache anerkannt, erzählt Igor Slobodnik. Den sprachlichen Eigenheiten komme in den einzelnen Gruppen dann auch noch die ethnische Besonderheit hinzu.

Folglich interessierte den Diplomaten, wie es die Friesen mit den Nichtfriesen und überhaupt halten. Und darüber hatten Ilse Johanna Christiansen, Präsidentin des heimischen Friesenrats-Sektion, und Gerhard Johannsen, Vize des Ostermooringer Friesenvereins, unterstützt von Anni Karnebogen aus dem Büro des Friesenrats, eine Menge zu erzählen: angefangen mit der Vorstellung friesischer Baukultur am Beispiel des Andersens-Hauses und bei weitem nicht zu Ende kommend mit einer Fülle nordfriesischer Besonderheiten und etlichen Schlenkern nach Ost- und Westfriesland, wo friesische Sprache, Kultur und Lebensweise eine Fülle von Artverwandtschaften zu den Nordfriesen aufweisen.

Igor Slobodnik stammt aus Bratislava und studierte an der Philosophischen Fakultät seiner Heimatstadt. Nach beruflichen Anfängen als Journalist ging er in die Diplomatie, war persönlicher Sekretär seines Außenministers und danach Botschafter in Kopenhagen und London sowie in mehreren politischen Ämtern seines Landes, der EU und Nato tätig, bevor er 2010 Botschafter in Berlin wurde. Im Winter geht er gerne auf die Loipe, ansonsten interessiert er sich für „antiken Bürobedarf“. Seine Kollegin Evelina Masiarova steht ihm in einer Vielfalt von Tätigkeiten fachspezifisch zur Seite. Privat ist sie engagierte Kunstsammlerin.

Beide stimmten in der Überzeugung überein, dass es im friedlichen Zusammenleben von Mehr- und Minderheiten zwar noch eine Menge zu tun gibt, dass man aber sehr wohl voneinander lernen kann. Wie auf einer Dienstreise, die in Kiel begann und bis nach Risum-Lindholm führte.

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