Neuer Badedeich in Dagebüll : Differenzen beigelegt: Alle 90 Badebuden werden wieder aufgestellt

 Auf dem barrierefreien Zugang zum  neuen Badedeich in Dagebüll (v.li.): Sven Mathiesen und Judith Horn vom Amt Südtondern und Kurt Hinrichsen, Hartmut Ziegelmann, Heinke Boysen und Broder Brodersen vom Gemeinderat Dagebüll. Foto: Pustal
 Auf dem barrierefreien Zugang zum  neuen Badedeich in Dagebüll (v.li.): Sven Mathiesen und Judith Horn vom Amt Südtondern und Kurt Hinrichsen, Hartmut Ziegelmann, Heinke Boysen und Broder Brodersen vom Gemeinderat Dagebüll. Foto: Pustal

Neue Nutzungsordnung für den Dagebüller Badedeich beendet Differenzen zwischen Budenbesitzern und der Gemeinde.

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12. April 2019, 10:56 Uhr

Die Badesaison rückt immer näher, viele Touristen in Dagebüll können es kaum erwarten, nach zwei Jahren Wartezeit an den neuen Badedeich zu kommen. Vor allem die Budenbesitzer hoffen auf die schnelle Aufstellung ihrer Buden, die vor zwei Jahren der Deichbaustelle weichen mussten.

Differenzen zwischen Gemeinde und Budenbesitzern über Größe und Pacht

 Im Vorfeld gab es zwischen Budenbesitzern und der Gemeinde erhebliche Differenzen über zulässige Größen und der neuen Pacht. Vor allem die seit vielen Monaten fehlenden Informationen über die Absichten der Gemeinde wurden kritisiert.

Nun präsentierten Gemeindevertreter aller Fraktionen, der nächsten Gemeindevertretung vorgreifend und unterstützt von Judith Horn und Sven Mathiesen vom Amt Südtondern, schon einmal das Konzept und die neue Nutzungsordnung für den Badedeich in Dagebüll vor.

Bereits am 21. März hatte die Gemeindevertretung in einem fraktionsübergreifenden Arbeitsgespräch eine einvernehmliche Lösung für die bevorstehende Badesaison gefunden: Sowohl was Größe der Badebuden als auch die Miethöhe für die jeweiligen  Standplätze betrifft, soll in diesem Jahr an den bestehenden Regelungen festgehalten werden.

Ich verstehe den Unmut vieler Budenbesitzer Kurt Hinrichsen
 

„Ich verstehe den Unmut, der bei vielen Badebudenbesitzern herrscht“, betonte Bürgermeister Kurt Hinrichsen. Spekulationen, persönliche Angriffe gegenüber Gemeinderatsmitgliedern und das Schüren von Gerüchten will er jedoch nicht tolerieren.

Heinke Boysen, Vorsitzende des Wirtschaft- und Tourismusausschusses stellte das Badedeichkonzept 2019 vor. „Wir haben uns nicht nur als Tourismusort entwickelt, sondern als Naherholungszentrum für die ganze Region. Der neu gewonnene Komfort soll jedem Badegast, sowohl unseren Gästen als auch den Menschen aus der Region von Nutzen sein.

Der Plan mit Übersicht und Lage zum Herunterladen:

Plan mit Übersicht und Lage.pdf  

Da dürfen keine Unterschiede gemacht werden“. Die Gemeinde will den Bedürfnissen aller Besucher gerecht werden. Es gilt aber auch das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme, um „allen Nutzern einen erholsamen Aufenthalt zu gewährleisten“. Nutzern von Badebuden oder Strandkörben ist damit kein Privileg vorbehalten.

„Die bunten Badebuden sind toll und gehören zum Flair von Dagebüll, deswegen wollen wir sie auch behalten. Bei einem durch das LKN.SH vorgegebenen Streifen von 390 Metern Aufstelllänge ist das Aufstellen von 70 Badebuden ein reines Rechenexempel und einen Größenbegrenzung eine Folge der Logik“, erklärte Heinke Boysen.

Freier Blick und Zugang zur Nordsee soll erhalten bleiben

Die bunten Umkleidekabinen sollen künftig möglichst in Gruppen zu jeweils fünf Buden zusammengefasst werden. Die 20 Buden im hinteren Bereich behalten ihre festen Plätze. Zwischen den einzelnen Gruppen wünscht sich die Gemeindevertretung einen Abstand von acht bis zehn Metern, damit auch anderen Badegästen ein freier Blick auf und ein ungehinderter Zugang in die Nordsee vergönnt bleiben.

 „Wir sind der Meinung, dass das ein guter Kompromiss ist und eine weise Entscheidung“, so Heinke Boysen weiter. „Die Saison ist damit dieses Jahr gerettet.

Zum weiteren Vorgehen erläuterte Verwaltungsfachwirt Sven Mathiesen vom Amt Südtondern, dass die Budenbesitzer von der Amtsverwaltung angeschrieben werden, sobald das LKN.SH das Aufstellen der Badekabinen freigibt. Parallel bittet die Verwaltung um Mitteilung der Größenangaben der Kabinen, um eine Einhaltung der getroffenen Vereinbarungen überprüfen zu können.

Für die Saison 2019 gilt der bisherige Mietpreis von 200 Euro

„Altverträge mit den jetzigen Nutzern bleiben auch für die Zukunft bestehen“, so Matthiesen.  Für die Badesaison 2019 gilt der bisherigen Mietpreis von 200 Euro, zuzüglich einer Jahreskarte von nun 50 Euro je volljähriger Person. Kinder und Jugendliche können den Badedeich in Zukunft kostenlos besuchen, dafür erhöht sich der Preis für Erwachsene auf 2 Euro pro Tag, Wochenkarten kosten 10 Euro.

 Die Tageskarten sind an den Automaten an den Strandaufgängen zu bezahlen, hier ist jetzt auch einen Kartenzahlung möglich. Wochen- und Jahreskarten sind im Amt Südtondern und in der Tourismuszentrale in Dagebüll erhältlich. pu

Neuerungen am Badedeich

Am Badestrand in Dagebüll hat sich nach der Deicherhöhung auch sonst einiges verändert. Im Zuge der Baumassnahmen wurde vom Parkplatz hinter dem Deich ein barrierefreier Aufgang geschaffen.  In das Wasser führen nun vier Treppen, an denen auch Duschen installiert wurden.

In der Mitte, wo zuvor die Wachhütte stand, wird ein neuer Container für die Wasserwacht aufgestellt, der eine neue Ausrüstung und auch einen Dachterrasse erhält. „Das war überfällig. Die Wasserwacht ist wichtig und leistet eine gute Arbeit, da sollen sie auch zufrieden sein“, erklärte Heinke Boysen, Vorsitzende des Wirtschafts- und Tourismusausschusses der Gemeinde.

Neu sind auch zwei Servicebuden zum Umziehen mit Schließfächern für die sichere Verwahrung von Wertgegenständen der Badegäste. Der Weg hinter der Deichkrone wurde breit gepflastert und wird beleuchtet. „Das solle eine kleinen Flaniermeile werden“, so Boysen.

Hier gibt es insgesamt sechs Ruhezonen mit Bänken. Für die Kinder wird im vorderen Bereich wieder eine große Sandkiste und im hinteren Bereich hinter der Kurve eine kleine Sandkiste aufgestellt werden. „Das ist noch ausbaufähig und steht schon auf unserer To Do-Liste für 2020“, möchte die Gemeinde ihren kleinen Besuchern noch mehr bieten.

Der Weg auf dem Deich wird auch für Gäste mit Hunden freigegeben. Die können hier lang zum Hundestrand gehen. Auf dem Parkplatz entsteht im vorderen Bereich an der Straße ein großzügiger Fahrradständer. Die Tageskarten für 2 Euro pro Erwachsener können Besucher jetzt an fünf Automaten an den Strandaufgängen mit Bargeld oder Kreditkarte bezahlen.

Am Badedeich wird zunächst ein neuer Toilettencontainer aufgestellt. Ein neues Toilettenhaus, behindertengerecht und mit Wickeltisch, wird schon in diesem Jahr am Parkplatz gebaut werden, aber erst 2020 in Betrieb gehen können. Ab dem nächsten Jahr will die Gemeinde dann drei eigene Badebuden aufstellen, die tageweise gemietet werden können. Dann soll auch neben der Wasserwacht eine Servicebude mit Watt-Rollstühlen aufgestellt werden. Dann wird auch das Watt vor Dagebüll barrierefrei zu erreichen sein.

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