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Günstiger Kraftstoff : Diesel- und Heizölpreise im Sinkflug

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Auch in Südtondern profitieren Autofahrer und Eigenheimbesitzer von dem günstigen Rohölpreis auf dem hart umkämpften Weltmarkt

von
erstellt am 16.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Autofahrer und Eigenheimbesitzer haben Grund zur Freude: Die Preise für Kraftstoffe und Heizöl sind derzeit auch in Südtondern im Keller. Nahezu täglich verkünden die Tankstellen-Anzeigetafeln zwischen Leck und Niebüll neue Tiefpreise. So stürzte der Dieselpreis zuletzt am Wochenende auf 95 Cent ab. Der Grund: Ein zu hohes Angebot auf dem Weltmarkt setzt die Preise unter Druck. Die Ölpreise sind seit Sommer um mehr als die Hälfte eingebrochen und liegen so niedrig wie zuletzt im Frühjahr 2009.

Der Niebüller Tankstellenbetreiber Timo Kleinert-Clausen von der Team- Tankstelle kann sich nicht erinnern, wann seine Anzeigetafeln das letzte Mal ein derartiges Rekordtief bewarben: „Ich bin am Sonnabend extra in den Betrieb gefahren, um ein Foto von der Tafel zu schießen. Ich war mir gar nicht sicher, ob die Tafel diesen Preis überhaupt anzeigen kann“, scherzt der Unternehmer. Seine Kunden quittieren den Dieselpreis unter der Schallgrenze von einem Euro ebenfalls mit guter Laune: „Die Menschen tanken jetzt natürlich besonders gerne“, hat Kleinert-Clausen beobachtet. Allerdings sorge das Preistief in Niebüll nicht automatisch für einen Kundenansturm und Rekordumsätze. „Der Markt ist irgendwann gesättigt.“

Erfreut über die Entwicklungen am Markt ist auch Karl-Hermann Geertz, Betreiber der Elan-Tankstelle in Leck. „Es ist im Laden deutlich mehr los“, sagt er. „Die Leute kommen zum Tanken, auch wenn der Tank noch halbvoll ist, weil sie fürchten, die Kraftstoffpreise könnten demnächst wieder deutlich ansteigen.“ Wer die Preise beobachte, könne viel Geld sparen – darauf weist Geertz hin. Denn die Preissprünge an Tankstellen unterliegen meist einem besonderen Muster. Morgens starten die Preise relativ hoch. Der stündliche Abwärtstrend wird dann jedoch durch eine zwischenzeitliche Mittagsspitze unterbrochen. „Zwischen 13.30 Uhr und 14.30 Uhr steigen die Spritpreise oft kräftig an“, sagt Geertz. Gegen Abend jedoch, von etwa 18 bis 21 Uhr, zahlen die Verbraucher üblicherweise am wenigsten für den Sprit. Nachts hingegen sind die Preise häufig wieder auf einem hohen Niveau. Geertz: „Wer das beachtet, fährt günstiger.“

Zu einem echten Weihnachtgeschäft führt der Ölpreis aktuell bei den regionalen Heizölhändlern. Gestern kosteten 100 Liter Heizöl bei einer Mindestabnahme von 2000 Litern inklusive Mehrwertsteuer rund 45 Euro. „Dass wir solche Preis hatten, ist sicher 14 bis 15 Jahre her“, erinnert sich Maik Rücksties vom Mineralölbetrieb Esso in Niebüll. Das Preisniveau führe deshalb in diesen Tagen zu überdurchschnittlich vielen Bestellungen. „Die Leute, die große Lagerkapazitäten haben, kaufen jetzt viel“, sagt Rücksties. Dabei sind Besitzer älterer Häuser im Vorteil, da die Gebäude im Gegensatz zu Neubauten meist größere Heizöltanks haben. „Moderne, auf Energieeffizienz ausgelegte Häuser haben meist nur ein Tankvolumen von 2000 bis 3000 Litern“, bestätigt Rücksties. Eigenheime mit älterem Baujahr können dagegen locker bis zu 10  000 Liter bunkern. Die Freude über Sparpreise an der Zapfsäule bleibt den Kunden erhalten: Experten gehen davon aus, dass die Preise noch weit in das Jahr 2016 hinein niedrig bleiben werden.

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