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Gedenkstätte Ladelund : „Diese Arbeit ist etwas ganz Besonderes“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte hat mit Raimo Alsen einen neuen Leiter: Der Geschichtslehrer will die Vernetzung mit Schulen fördern

shz.de von
erstellt am 28.Feb.2014 | 05:30 Uhr

Seit knapp einem Monat ist Raimo Alsen nun Leiter der KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte und damit Nachfolger von Karin Penno-Burmeister. Ein Interview mit dem 29-Jährigen.


Herr Alsen, Sie sind Lehrer an der Gemeinschaftsschule Leck, zusätzlich nun aber in der Gedenkstätte aktiv. Wie kam es zum neuen Posten?
Raimo Alsen: Ich habe mich schon während des Studiums besonders für Zeitgeschichte und Erinnerungskultur interessiert. Die Arbeit in einer Gedenkstätte war deshalb sehr reizvoll für mich. Zur Bewerbung ermutigt hat mich schließlich mein Schulleiter Holger Karde, der erkannt hat, dass die Arbeit für mich passend sei.


War Ihnen bekannt, was Sie in Ladelund erwartet?
Ja durchaus, denn ich hatte die Gedenk- und Begegnungsstätte bereits als Student im Rahmen eines Seminars und auch später mehrfach besucht. Mir war also klar, dass die Gedenkstättenarbeit in Ladelund etwas ganz Besonderes ist. Die einzigartige Versöhnungsgeschichte dieses Ortes war ein weiterer Grund, warum ich mich auf diese Stelle beworben habe.

So hat die Gedenkstätte nun einen recht jungen neuen Leiter bekommen. Welche Schwerpunkte wollen Sie künftig setzen?
Wichtig wird für mich als Geschichtslehrer die Vernetzung mit den Schulen sein. Eine Schulklasse nur im Stile eines Klassenausflugs an die Gedenk- und Begegnungsstätte heranzuführen, ergibt in meinen Augen wenig Sinn. Denn ein nachhaltiger Lerneffekt ist meines Erachtens nur erreichbar, wenn dem Besuch der Gedenkstätte eine gründliche Vorbereitung vorangestellt wird und eine sinnvolle Nachbereitung erfolgt. Dazu möchte ich an Unterrichtseinheiten arbeiten, die die Schulen nutzen können. Hier kommt es uns sehr gelegen, dass unser Antrag auf Fördermittel jetzt auch vom Bund bewilligt wurde und wir unsere Dauerausstellung neu konzipieren können. Das von Dr. Harald Schmid erarbeitete Konzept soll an die Bedürfnisse der Jugendlichen angepasst werden, neue Medien stärker einbeziehen und die verschiedenen historischen Erinnerungsorte besser miteinander vernetzen. Doch natürlich wird die Modernisierung nicht ausschließlich für Jugendgruppen ausgelegt sein – auch Erwachsene werden damit besser angesprochen. Für die Umsetzung der Neukonzeption ist es erforderlich, einen wissenschaftlichen Mitarbeiter einzustellen. Des Weiteren halte ich die Zusammenarbeit mit anderen Gedenkstätten über die „Landesarbeitsgemeinschaft Gedenkstätten und Erinnerungsorte in Schleswig-Holstein“ für sehr wichtig.


Wie stehen Sie zur Mitarbeit der ehrenamtlichen Mitarbeiter an der Gedenkstättenarbeit?
Die Gedenkstätte wird von Ehrenamtlichen getragen und ich kann dies gar nicht genug betonen. Ich werde hier im Ort sehr positiv aufgenommen und erfahre sehr viel Unterstützung bei der Bewältigung der vielfältigen Aufgaben. Ich freue mich, wenn wir noch weitere Ehrenamtliche für die spannende Gedenkstättenarbeit gewinnen können.


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