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Nordfriesland Tageblatt

18. Dezember 2017 | 10:12 Uhr

Die Wildgänse fliegen schon 30 Jahre

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Pfadfinderschaft der Evangelischen Kirchengemeinde Neukirchen feiert Jubiläum / Regenwetter beeinträchtigte das „Stammeslager“

shz.de von
erstellt am 22.Aug.2014 | 11:01 Uhr

Unter dem Motto „DieWildgänse fliegen schon 30 Jahre“ feiert die Pfadfinderschaft der Evangelischen Kirchengemeinde Neukirchen derzeit ein großes viertägiges Jubiläums-Stammeslager auf der Pfadfinderwiese neben dem Pastorat. Mit viel Elan hatten 1984 die Eheleute Lüders und Zips diese noch heute sehr aktive Pfadfindergruppe, der zeitweise bis zu 40 Mädchen und Jungen aus der gesamten Region angehörten, gegründet.

Als Domizil dienten zunächst das ehemalige Amtsgebäude im Otzhusumweg und das Pastorat, bevor die politische und Kirchengemeinde Neukirchen vor einigen Jahren das schmucke Pfadfinder-Haus neben der Pastoratswiese bauen ließen. Viele „Pfadis“ haben ein Leben in der Gemeinschaft gelernt, wo es heißt, einander zu helfen und Rücksicht zu nehmen. „Dabei geht es auch darum, dass die Großen den Kleinen helfen, insbesondere, wenn diese neue Dinge ausprobieren“, so die Stammesleiter Carola und Jochen Thießen, die seit 13 Jahren in der Leitung dabei sind.

Die Kids erhalten Pfadfinderwissen, lernen Knoten, Feuer machen, Bäume bestimmen oder auch hauswirtschaftliche Dinge, wie aufräumen oder abwaschen. Sie lernen Neues auszuprobieren und alles zusammen zu machen, „Lerning by doing“, wie Carola Thießen sagt. Wenn die jährliche Haidburg-Freizeit oder das Stammeslager auf dem Programm stehen, gilt genauso wie bei den Treffen an jedem Dienstag eine medienfreie Zone. Es gibt weder Handy, Fernseher, PC und nicht einmal ein Radio und „man soll sich wundern, die Pfadis vermissen diese Dinge auch gar nicht,“ freuen sich die Stammesleiter.

Zum weiteren Pfadfinderleben gehören Kanufahrten auf der Trenne, der zweijährliche Weihnachtsmarkt mit Selbstgebasteltem sowie Fahrten der Größeren nach Finnland und der Kleineren nach Föhr zur Fahrradtour mit Übernachtung.

Am Jubiläumsstammlager in Neukirchen nehmen derzeit 22 Mädchen und Jungen sowie sieben jugendliche Gruppenleiter teil. Durch die häufigen Regenschauern sind sie leider nicht gerade vom Wetter begünstigt. Aber ihr Zeltlager auf der Pfadfinderwiese konnte sie am ersten Tag noch alle gemeinsam trocken aufbauen. Dazu gehören die Koten als Schlafzelte ebenso wie die Jurten als Gemeinschaftszelte, wo gegessen, gespielt, gebastelt, gemalt oder gelesen wird. Für den zweiten Tag war eine ausgedehnte Wanderung zum Hülltoft-Tief, Nolde-Museum und über Rosenkranz zurück ins Stammeslager geplant. Doch der Regen machte einen Strich durch die Rechnung, denn man kam nur bis zur Tiefe, hat dort noch gemeinsam gepicknickt und musste dann ziemlich durchnässt per Pkw abgeholt werden.

Wie Carola Thießen mitteilte, übernachteten die kleinen Pfadis wegen des anhaltenden Regens von Donnerstag auf Freitag bereits im Pastorat, während die Großen in der Jurte schliefen. Die waren morgens aber gerade aufgewacht, als die Jurte wegen des Dauerregens zusammenbrach, denn die Heringe hatten sich im aufgeweichten Boden gelöst. Inzwischen sind alle Zelte ausgeräumt worden, denn die Pfadi-Wiese steht total unter Wasser. Die letzte Übernachtung sollte für alle im Pastorat stattfinden.

Nicht ins Wasser gefallen ist die Übernahme von zwei „Wölflingen“. So nennen sich die Kinder bis zu zwölf Jahren und tragen bis dahin ein rotes Tuch mit Lederknoten. Nach einer Prüfung müssen sie das Pfadfinderversprechen: „Im Vertrauen auf Gottes Hilfe will ich ein christlicher Pfadfinder sein und nach den Pfadfindergesetzen mit Euch zusammen leben“, nachsprechen. Alle erheben sich dann zum Pfadfindergruß und gratulieren mit „Gut Pfad!“ Mit dieser Prozedur wurden jetzt Tristan (12) aus Süderlügum und Florian (13) aus Neukirchen als Pfadfinder übernommen und dürfen künftig das blaue Pfadfindertuch mit Knoten tragen. Zum Stammeslager gehören weitere Aktivitäten wie Holz-Broschen mit Brennpeter herstellen oder das Fertigen eines sogenannten Hungerbeutels aus einem Geschirrtuch. Dieser beinhaltet dann je einen Teller, Becher, Geschirr und Geschirrhandtuch. „Denn jeder wäscht seine Essenssachen in der Waschstraße selbst ab,“ betont Jochen Thießen.

Der Abschluss-Gottesdienst heute (23.), um 14 Uhr, findet wegen der überschwemmten Wiese natürlich in der Neukirchener Kirche statt. Hierzu sind auch alle Ehemaligen, Interessierte, Familien und Freunde der Wildgänse eingeladen.


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