zur Navigation springen

Nordfriesland : Die Wälder im Norden liegen ihnen am Herzen

vom

Forstbetriebsgemeinschaft Nordfriesland/Schleswig betreut 900 Mitglieder mit insgesamt rund 3400 Hektar Wald - vier fest angestellte Mitarbeiter im Einsatz.

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2013 | 07:53 Uhr

Nordfriesland | Eine Portion Idealismus muss schon mitbringen, wer in Nordfriesland einen Wald bewirtschaftet. Denn im Gegensatz zu anderen Regionen mit ausgedehnten Forsten lässt sich auf den vergleichsweise kleinen Parzellen im Norden des Landes und der Republik nicht das große Geld verdienen. Dennoch gibt es hier mit der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Nordfriesland/Schleswig den größten Zusammenschluss von insgesamt 20 Organisationen dieser Art in Schleswig-Holstein.

Seine Mitglieder sind Privatleute, darunter viele Landwirte, aber auch Gemeinden des Kreises und die Kirche im Einzugsgebiet von der dänischen Grenze bis hinunter zur Eider und im Osten bis an die A7 heran. Insgesamt zählt die Forstbetriebsgemeinschaft 900 Mitglieder mit rund 3400 Hektar Wald. Dieser hat nach Aussagen des FBG-Vorsitzenden Helmut Wree und seines Stellvertreters Thomas Kühl nicht nur eine Nutz-, sondern auch eine Schutz- und Erholungsfunktion - gerade weil Nordfriesland nur einen kümmerlichen Waldanteil von vier Prozent aufzuweisen hat.

Das hat auch historische Gründe. Und die Waldbauvereine hatten nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem den Rohstoff Holz im Fokus. Aus ihnen entstanden später die Forstbetriebsgemeinschaften, die als Institution vom Land gefördert werden, mit dem Waldbesitzerverband als Dachorganisation. Mitglieder können sich über die FBG mit ihrer gemeldeten Waldfläche gegen Brandschäden versichern, ihr vor allem aber Aufgaben übertragen, die ein einzelner privater Forstbesitzer häufig nicht kosten- oder sachgerecht ausführen kann. Dazu zählen Einschläge, Holzverkauf, Flächenräumungen, Kultur- und Bestandspflege, der Umbau vom Nadel- zum Laubwald oder auch Aufforstungen und Neuwaldbildung. Der Geschäftsführer Jens-Erwin Clausen hilft überdies bei der Beantragung von öffentlichen Fördermitteln und verteilt bewilligte Zuschüsse des Landes. Auch versteht sich der Zusammenschluss als Mittler zwischen den Landbesitzern und dem Kreis.

Und eine weitere Besonderheit gibt es im Norden: Während andere Forstbetriebs gemeinschaften sich bei der Waldarbeit ausschließlich privater Unternehmen bedienen, kann nördlichste auch auf eigene Arbeitskräfte zurückgreifen. Dank gestiegener Holzpreise sind es inzwischen vier fest angestellte Mitarbeiter - voll ausgebildete Forstwirte, die eine dreijährige Ausbildung in den Staatsforsten durchlaufen haben. Vom Gerätedepot in Viöl aus betreuen sie die Flächen der FBG-Mitglieder von Sylt bis St. Peter-Ording und hinüber zur Autobahn. Betreut und fachlich beraten werden sie über die Landwirtschaftskammer. Oberförster Walter Rathkens aus Leck macht zudem die Akquisition und plant die Arbeitseinsätze.

"Der Wald braucht Pflege", betont Wree. Vor diesem Hintergrund wirbt er denn auch um neue Mitglieder für die Organisation, denn nur die können das Leistungsangebot der FBG in Anspruch nehmen. Sie unterstützt dann aber beispielsweise auch jene, die für nachfolgende Generationen auf ihrem landwirtschaftlichen Betrieb einige Hektar Wald anpflanzen möchten, oder Kommunen, die Ersatzflächen suchen. "Auch da können wir als Forstbetriebsgemeinschaft unter Umständen helfen", sagt Thomas Kühl. Die Geschäftsführung mit Sitz in Hattstedt ist zu erreichen unter Telefon 04846/1530.

Der ökologische Wert von Nutzwäldern wird nach Aussagen von Wree allzu leicht verkannt. Nicht zuletzt deshalb wünscht sich der FBG-Vorsitzende breite öffentliche Unterstützung, wenn es darum geht, den geringen Waldanteil in Nordfriesland zu erhöhen. So könnten Mittel für Ausgleichsmaßnahmen sehr wohl für diesen Zweck verwandt werden. Wree: "Der Wald ist es wert, aus diesen Töpfen gefördert zu werden, zumindest in unserer Region."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen