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Nordfriesland Tageblatt

12. Dezember 2017 | 19:46 Uhr

Buddhismus : Die Suche nach Erleuchtung

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Während einer Lesung in der Stadtbücherei berichteten Buddhisten über ihre Erfahrungen und stellten sch den Fragen der Besucher.

shz.de von
erstellt am 30.Jan.2014 | 06:30 Uhr

„Wie steht der Buddhismus zum Thema Transplantationen von Organen?“,  „Welche Rolle spielen bewusstseinsverändernde Mittel im Buddhismus?“ – Das sind nur zwei der Fragen, die Zuhörern auf der Seele brennen. Gerd Boll, verheirateter Landwirt von der Ostseeküste, Vater von sechs Kindern und seit 25 Jahren   Buddhist, hört sichtlich entspannt zu und hat Antworten.

Doch zuvor  entführt  der Hamburger Jochen Regelien,  seit 40 Jahren als freier Schauspieler und Sprecher tätig, sein Publikum in der  Stadtbücherei in die Welt des Diamantweg-Buddhismus. Er  liest aus den spannenden Erinnerungen Lama Ole Nydahls „Die Buddhas vom Dach der Welt“. Nach den Themen „Buddha und die Liebe“ sowie „Tod und Wiedergeburt“ die dritte Lesung. Organisiert haben die Veranstaltung Cathrine Jauer und Linda Carstensen vom Buddhistischen Zentrum in Langenhorn.

Mit ruhiger Stimme trägt Jochen Regelien, seit 17 Jahren praktizierender Buddhist, ausgewählte Abschnitte vor.  Auf 270 Seiten beschreibt Lama Ole, spannend  und humorvoll erzählt, seine abenteuerliche Reise  mit Ehefrau Hannah 1968 nach Nepal, sein Zusammentreffen mit den wichtigsten Meditationsmeistern, die drei Lehrjahre im Himalaya und schließlich seinen Auftrag,  die Lehre in den Westen zu tragen. Schwarz/weiß-Fotos   und ein Anhang mit Worterklärungen machen deutlich,  wie vielschichtig der Buddhismus ist.

Gerd Boll lehrt seit vielen Jahren im Auftrage von Lama Ole buddhistische Inhalte im In- und Ausland.  Das war nicht immer so. „Ich bin auf dem Land als ganz gewöhnlicher Bauer aufgewachsen, so mit CDU und Feuerwehr“, beginnt er fröhlich die Fragerunde. „Vor 25 Jahren habe ich den Buddhismus getroffen, zehn Jahre nach der Rückkehr von Lama Ole in den Westen.“ Von da habe er sich selber auf eine spirituelle Suche gemacht. „Ich habe alles ausprobiert, den Lama Ole schließlich in Kiel getroffen. Und da dachte ich: Wenn das Buddhismus ist, dann bin ich Buddhist.“ Seither ging er der Frage nach: „Wie werde ich so schnell wie möglich erleuchtet?“ Viel habe er meditiert und von seinem Vorbild gelernt. „Ich war Pazifist, Hippi, Vegetarier, gegen Autobahnen. So war ich damals. Lama Ole Nydal hat mir soviel Steine vom Herzen genommen – es war wie fliegen.“ Eine natürliche Hingabe, die im Herzen zu spüren sei, verbinde sie nun.

Zum Thema Organtransplantation erklärt Gerd Boll: „Wir Buddhisten stellen unser Leben zur Verfügung – zum Wohle anderer Wesen.“ Das schließe auch den Körper ein. Bei Organentnahmen müsse eine spirituelle Atmosphäre  entstehen. Das Bewusstsein weile in der Nähe des Körpers.  Schön wäre es, bei Opfern von Verkehrsunfällen nach dem Tode etwa 20 Minuten mit der Organentnahme zu warten, damit Körper und Geist nach der buddhistischen Lehre die Möglichkeit hätten, sich voneinander zu verabschieden. „Ob man Ärzte dazu bewegen kann, dass ist die Frage.“

Auch, wenn er selber in der Jugend Erfahrungen mit Drogen gesammelt habe, so gilt bei aller Toleranz: „Buddhismus hat nichts mit Drogen zu tun. Meditation und Drogen – das geht gar nicht.“  stb

Das nächste Buddhistische Zentrum befindet sich in Langenhorn, Dorfstraße 124. Die Teilnehmer   treffen sich donnerstags ab 20 Uhr. Um 20.30 Uhr beginnen die Meditationen. Einmal im Monat an einem Sonnabend ist Praxistag.

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