zur Navigation springen

Meldepflicht für Hunde : Die Stadt Niebüll zählt ihre Hunde

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nach allgemeiner Wahrnehmung leben in der Stadt weit mehr Vierbeiner als die 503 gemeldeten.

Den Hunden auf der Spur: Die Stadt Niebüll plant, ihre Vierbeiner mit der kalten Schnauze zu zählen. Grund: „Gefühlt sind im Stadtbild weit mehr Hunde zu sehen als die 503 derzeit gemeldeten“, sagt Bürgermeister Wilfried Bockholt. Dies hat zwar zur Folge, dass auch die Einnahmen durch die Hundesteuer nicht zur tatsächlichen Anzahl der besten Freunde des Menschen passen. Die Stadtkasse aufzubessern sei aber – das betont der Bürgermeister – nicht der vorrangige Grund für die geplante Hundezählung. „Unsere Motivation ist vor allem die Steuergerechtigkeit gegenüber jenen Haltern, die ihre Hunde gemeldet haben und mit ihrer Steuer zur Finanzierung aller Kosten beitragen, die mittlerweile auch in einer Stadt wie Niebüll entstehen“, erläutert Wilfried Bockholt.

Besonders bei der Hundesteuer werde immer wieder hinterfragt, wo die Gegenleistung dafür liege. „Die findet sich zum Beispiel in den Aufwendungen der Stadt für die Herrichtung eines großen Übungsgeländes für den Gebrauchshundesportverein am Legerader Wald, der auch für Gäste offen ist“, sagt der Bürgermeister. Weitere Investitionen seien die Schaffung eines Hundefreilaufs an der Hoyerstraße hinter dem Bauhof, die Beschilderungen zum Mitnahmeverbot oder zum Anleingebot sowie die Beschaffung, Montage und Bestückung von zahlreichen Hundekottütenspendern sowie die Entsorgung der gefüllten Kotbeutel aus den Müllbehältern. Steuern seien an sich nicht zweckgebunden, „die Stadt Niebüll braucht den Vergleich Leistung und Gegenleistung aber nicht zu scheuen“, sagt Wilfried Bockholt.

Besonders viele dieser gefüllten Kotbeutel wurden vor Kurzem beim Frühjahrsputz im Stadtgebiet gefunden, ein weiteres Indiz dafür, dass die offizielle Zunahme der gemeldeten Hunde in den vergangenen fünf Jahren um lediglich 50 Tiere, also rund zehn Prozent auf gut 500 Hunde wohl nicht stimmt. Bestätigung liefert ein Blick auf die Statistik: 9,6 Millionen Deutsche – also mehr als zehn Prozent – haben mindestens einen Hund. Rechnet man diese Quote auf Niebüll runter, kann locker von 1000 Hunden ausgegangen werden, also doppelt so vielen, wie derzeit angemeldet. „In der Stadt Bad Segeberg hat eine Zählung kürzlich eine Zunahme des Bestands um 30 Prozent ergeben“, berichtet Wilfried Bockholt.

Wie soll denn die tatsächliche Zahl ermitteln werden? Dafür würden entsprechende Dienstleistungsunternehmen beauftragt, sagt der Bürgermeister, ohne näher auf die Erhebungsmethoden einzugehen. Er weist aber darauf hin, dass jeder Eigentümer verpflichtet sei, Auskunft darüber zu geben, ob und wenn ja wie viele Hunde auf seinem Grundstück gehalten werden.

Derzeit beträgt die Hundesteuer in Niebüll pro Jahr 75 Euro für den ersten Hund, 85 Euro für den zweiten Hund, 95 Euro für den dritten und jeden weiteren Hund. Für als „gefährlich“ eingestufte Hunde gilt der siebenfache Satz. Solche Problemhunde nach der neuen Gefährlichkeits-Einstufung gibt es laut Auskunft des Ordnungsamtes Südtondern nicht. Davor habe es in jüngster Vergangenheit nur einige wenige Fälle gegeben, in denen der Angriff eines Hundes zu Auflagen wie einem Maulkorb- und Leinenzwang geführt habe. Mit Blick auf seine Hunde ist Niebüll demnach eine sichere und friedliche Stadt.

Warum sollen die Niebüller Stadthunde gerade jetzt gezählt werden? „Die allseitige Wahrnehmung ist, dass es gerade in den vergangenen Jahren einen erheblichen Zuwachs an Hunden gegeben hat“, sagt Wilfried Bockholt.

Was vielen Hundebesitzern vielleicht gar nicht bekannt ist: Die Hundesteuersatzung der Stadt schreibt vor, dass jeder, der sich einen Vierbeiner anschafft oder mit einem Hund zuzieht, diesen innerhalb von 14 Tagen bei der Stadt oder in der Amtsverwaltung anzumelden hat. Ein Verstoß gegen diese Meldepflicht sei eine Ordnungswidrigkeit, die auch geahndet werden kann. 

zur Startseite

von
erstellt am 04.Apr.2017 | 12:16 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen