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„Die Silberperlen“: Der Tanzclub der Erfahrenen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

von
erstellt am 24.Sep.2015 | 12:16 Uhr

Dienstagabend, es wird langsam dunkel: Die Paare haben sich im Foyer des Tanzstudios begrüßt, man kennt und schätzt sich. Die Hausherrin Sonja Stümer hat für jeden einen Schnack. Mancher möchte gedrückt werden. Die Männer kommen gern mit.

Zunächst berichtet Sonja Stümer von ihren China-Erlebnissen, dort wird sogar auf den Straßen und Plätzen getanzt. Und Sonja Stümer mittendrin. „Sollte man in Niebüll auch einführen“, flüstert ein rüstiger Mitsiebziger. Dann geht es los. „Eins, zwei, Wiegeschritt…“ Tango zum Warmwerden. Als der Tanzclub in Wallung kommt, ist es kurz nach 19 Uhr. Jedes Paar hat seinen eigenen Stil, manche sind richtig fit. „Auf Fitness kommt es nur bedingt an, hier kann jeder nach seinen eigenen Vorstellungen glücklich werden“, so die Tanzlehrerin.

Der Spaß soll im Vordergrund stehen. Dazu gehören natürlich leichte Korrekturen; Tipps und Kniffe. Neue Schritte werden auch gezeigt. Ihr zur Seite steht die Mutter, die ebenso mitmischt wie Lebensgefährte Sven. Schon muss die Mutter als Tanzpartnerin ran. „Das mache ich gern!“ Alsdann öffnen sich auch die Arme der anderen Paare, manche probieren eigene Posen. Die gute Stimmung gehört dazu. „Stellen Sie sich vor, wir bezahlen sogar dafür“, lacht ein Tänzer, der sich richtig abmüht. Mit Foxtrott geht es in die letzten Runden. Die Männer haben so ihre Schwierigkeiten, halten aber durch. „Ich gebe zu, ich bin wegen meiner Frau hier!“, scherzt ein groß gewachsener Mann.

Doch beim Klönschnack danach sind es vor allem die Herren, die nun vom Tanzen schwärmen. „Ist herrlich!“, sagt einer. „Mein Lebenselixier!“, ein anderer. Der Tanzclub trifft sich im Sommer zum Grillen, setzt auf Konstanz. Manche sind von Beginn an – das war vor vier Jahren – dabei. Die meisten sind geblieben; haben sogar nach schweren Krankheiten zurückgefunden. Dabei sind unterschiedliche Charaktere; da ist die temperamentvolle Mitsiebzigerin; der korrekt tanzende Achtziger, der elegant hingleitende Sechziger, die scheinbar strenge Dame, die erst danach richtig lachen kann. Nach einer guten Stunde löst sich der Kreis auf; man sieht sich auf jeden Fall am nächsten Dienstag, 19.15 Uhr wieder. Und wer will, darf vorher kostenlos am Ü-60-Anfängerkursus teilnehmen.

Sonja Stümer hat schon mit drei Jahren die Arme zum Tanz hochgerissen und sich bewegt, berichtet die Mama. Die Mutter bestätigt es. Ja, und nach dem Abitur wollte sie eine Tanzschule aufmachen. Alles hat Sonja Stümer erreicht, und es geht an diesem Abend Schlag auf Schlag weiter. Nach den Senioren der Tanzclub, danach wieder die Jüngeren, Schluss ist erst gegen 23 Uhr.

 




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