Die Neuentdeckung mit der Ukulele

Finn Holland war der „Newcomer“ des Abends.
Finn Holland war der „Newcomer“ des Abends.

Bei der „Offenen Bühne“ feierten die Zuhörer Finn Holland aus Niebüll / Künftig singt er in einer Flensburger A-Cappella-Gruppe

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19. Mai 2015, 14:12 Uhr

Der Musiker-Stammtisch bat am Wochenende zur nächsten „Offenen Bühne“ in den Niebüller Ratskeller. Eine bunte Vielfalt, die wieder jede Menge an Spaß und Überraschungen bot. Leider musste die Eiderstedter Bluesband „AlmostNew“ nach einer Erkrankung der Sängerin absagen; das veränderte aber nichts an der grandiosen Stimmung im rockigen Epizentrum der Südtonderaner Musik.

Den brillanten Auftakt des Abends lieferte die Sylter Indie-Rock-Band „Smear Jam Bread“. Nicht jedermanns Sache, und doch überaus gekonnt interpretiert. Eigene Songs, mit einer sehr sympathischen Ansage: „Alles hat bei uns angefangen, als wir 2011 in einer Garage anfingen, Songs ohne Titel zu spielen – nur mit einer alten, kaputten Gitarre und einem verrosteten Drum-Set.“

Gitta Lelonek, bekannt von „Rock 4 Soul“ aus Niebüll, gab sich als versierte Entertainerin. Sie hatte ihre „Maschine“ mitgebracht; Begleit-Musik aus der Box mit diversen Hits: Schlager, Klassiker und Oldies von „Atemlos“ bis „These boots are made for walking“. Aber auch von der Band Katzenjammer, einer Folk-Rock-Band aus Norwegen. „Listen to the music“, das war ihr Motto.

Auch die zweite Hälfte der Veranstaltung rockte richtig ab. So spielte zunächst Conny Sippel aus Neukirchen – ein Musiker der ersten Stunde – auf dem Akkordeon. Die Newcomer-Szene steigerte sich noch: Finn Holland aus Niebüll begeisterte alle mit seinen Songs zur Ukulele. Im Publikum herrschte atemlose Stille, alle hörten gebannt zu. Dabei fiel nicht auf, dass der Verstärker heiß gelaufen war und ausfiel. „Alle waren total konzentriert“, so Jürgen Lüders, der dann auf das entscheidende Knöpfchen drückte. Die Neu-Entdeckung des Abends bekam viel Beifall und sang dann noch ein wunderschönes „Over the rainbow“ zum Abschluss. Sein erster Auftritt war geradezu genial; ohne Ausbildung mit allen stimmlichen Varianten, auch das Ukulele-Spiel hat er sich selbst gerade erst beigebracht. Nach dem Auftritt bekam der Friesenjung ein Angebot, in einer Flensburger A-Cappella-Gruppe mitzusingen.

Viel Spaß bereitete auch Markus Hagedorn aus Aventoft. Er imitierte Marius Mülller-Westernhagen auf gekonnte Art und Weise. Andrea Bockholt und Vera Hesse packten die Saxophone aus; Raphael Stoltenberg durfte sein „All along the watchtower“ ein weiteres Mal anstimmen. Manne Burmeister setzte sich wie schon gewohnt ans Schlagzeug, Charly aus Frankreich übernahm den Bass und am neuen Klavier versuchte sich Exil-Friese Emanuel, er kam extra aus Bayern angereist. Ein Highlight zum Schlusspunkt, als Pastor Jens-Uwe Albrecht aus Braderup sich als super Classical-Jazz-Gitarrist entpuppte.

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