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20 Jahre Infozentrum Wiedingharde : Die Magie der Mittsommernacht

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Regeln für das Fest des Infozentrums Wiedingharde waren simpel: Musik, Tanz, Blumenkranz im Haar und gute Laune.

Wenn die Nacht kaum dunkel wird und die Sonne am 21. Juni ihren höchsten Stand auf der Nordhalbkugel erreicht, dann feiern unsere skandinavischen Nachbarn seit Jahrhunderten das traditionelle Mittsommerfest. Insbesondere für die Schweden gilt das „Midsommarfest“ als das sommerliche Gegenstück zu Weihnachten und ist seit jeher von vielerlei Bräuchen und Legenden umwoben. Das Infozentrum Wiedingharde in Klanxbüll bewies am Wochenende, dass die Nordfriesen für ein besonderes Mittsommerfest nicht gleich eine Reise nach Skandinavien antreten müssen und holte die skandinavischen Bräuche stattdessen nach Klanxbüll. Zur Feier des 20-jährigen Bestehens des Infozentrums Wiedingharde und des 25-jährigen Bestehens des Freiwilligen Ökologischen Jahres waren alle Interessierte eingeladen, das sagenumwobene „Midsommarfest“ zu feiern.

Die Regeln für das Fest waren simpel: Musik, Tanz, Blumenkranz im Haar und gute Laune – und das alles selbstverständlich unter freiem Himmel. „Wir suchten nach einem unkomplizierten Festgeschehen, das zu uns passt. Und da wir uns zudem nah an der Grenze zu Skandinavien befinden, war die Entscheidung zum Mittsommerfest schnell getroffen“, sagt Carola Steltner, Geschäftsführerin des Infozentrum Wiedingharde. Unter dem Motto haben die Veranstalter ein buntes Festprogramm zusammengestellt, das trotz der herbstlich anmutenden Witterung hunderte Besucher anlockte. „Tanzt mit uns auch im Regen um den Mittsommerbaum“, forderte Steltner ihre Gästen auf.

Für eine gelungene Feier wie in Skandinavien durfte natürlich der Mittsommerbaum nicht fehlen, der herkömmlich eine Stange ist, die mit Laub und Blumen festlich hergerichtet wird. Dieser „Baum“ wurde auf der Festwiese zur Eröffnung der Veranstaltung von der Wiedingharder Trachtengruppe feierlich eingeweiht. Traditionell trugen die kleinen sowie großen Tänzer farbenfrohe Trachten und führten unter der Leitung von Christl Ipsen einen historischen Bändertanz auf. Darauf folgten weitere schwungvolle Tanzeinlagen, die für ausgelassene Stimmung sorgten. Neben einem kulinarischen Angebot aus Schweden, waren vielfältige Aktionen und Ausstellungen geplant.

Äußerster Beliebtheit erfreute sich das historische Drechseln mit Dag Wixforth. Wipp-Drehbänke mit Fußpedal und Schnitzbänke hatte der gelernte Tischler von seinem Hof Balm mitgebracht und so dauerte es nicht lange, bis der Boden mit Holzspänen übersät war. „Es ist eine Reise zurück zu den Wurzeln. Wir arbeiten nur mit frischem Holz direkt aus dem Wald, nicht etwa vom Baumarkt“, erklärte er die Besonderheit seines Handwerks. An der Arbeit mit Holz fanden vor allem Kinder Gefallen und strampelten fleißig auf der Wippdrehbank, um am Ende ihre Kunstwerke zu bestaunen.

„Einfach ausprobieren“ lautete die Devise bei der nordfriesischen Malerin Catharine Meseritzer, die Jung und Alt das Malen mit Aquarellfarben näher brachte – der eine oder andere Zweifler entdeckte wohl hier erst sein Talent. Besonders die Kleinen waren stolz, als sie ihr eigenes Bild in der Hand hielten. Catherine Meseritzer freute sich sichtlich: „Es ist eine tolle Möglichkeit, Kunst zu vermitteln.“

Zum Abend zeigte sich dann doch die Sonne und sorgte für einen durchaus lauen Sommerabend am Lagerfeuer. Der Zauber der Mittsommernacht? Einer der Mythen in Schweden besagt bekanntlich, dass in der Mittsommernacht Magisches passiere. Zu einer Art magischen Stimmung am Abend trug nicht zuletzt die vierköpfige Band Mykket Morton aus Kassel bei, die mit ihrer Mischung aus Folk, Indie und Pop so einigen Zuschauern das Herz erwärmte. „Nothing feels so real“, sangen sie in einem ihrer Songs und trafen damit den Nerv des Abends. Es dauerte nicht lange, bis die ersten Zuschauer aufstanden, um fröhlich um das Schwedenfeuer herumzutanzen und die Mittsommernacht feucht-fröhlich ausklingen zu lassen.

Carola Steltner zeigte sich begeistert von der positiven Resonanz zum Fest: „Die Stimmung war genauso unkompliziert und ausgelassen, wie wir es uns vorgestellt hatten. Mit dem Wetter hatten wir dann auch noch Glück und zum konfessionsübergreifenden Gottesdienst am Sonntagmorgen war das Festzelt voll. Wir sind absolut zufrieden mit dem Ausgang des Mittsommerfestes.“


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erstellt am 26.Jun.2017 | 06:00 Uhr

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