Bürgerbus : Die Linie 1012a nimmt Fahrt auf

Fabrikneu und fahrbereit: Mit viel Tamtam und einem großen Empfang feiert Ladelund die Verwirklichung des Bürgerbusses

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08. Juli 2014, 05:00 Uhr

Große Freude in Ladelund: Nach mehr als zwei Jahren intensiver Bemühungen präsentierte der örtliche Bürgerbus-Verein sein fabrikneues Fahrzeug. Dem Programm auf dem Sportplatz vorangestellt war ein Empfang im Sportheim der Gemeinde – eröffnet von einem Hobby-Blechbläserquartett mit dem Allegro „Töne der Hoffnung“. Später folgten noch „Welcome“, „The way forward“ und der Gospel „O happy day“, also ausnahmslos Titel, die auf den Anlass der Zusammenkunft abgestimmt waren.

Als Bürgermeister der Gemeinde hieß Rüdiger Brümmer die Versammelten willkommen. „Für die Einwohner unserer Dörfer ist es sehr wichtig, dass ihnen die Möglichkeit gegeben wird, durch den Bürgerbus ein gewisses Maß an Mobilität zu erhalten“, so Brümmer. „Dass dies nunmehr gelungen ist, dafür bedanke ich mich beim Vorstand des Bürgerbus-Vereins, ganz besonders bei der Vorsitzenden, Heike Prechel, und deren Stellvertreter, Dr. Peter Prechel, denn bei ihnen lag die Hauptarbeit zur Verwirklichung dieses Vorhabens.“ Sein besonderer Wunsch sei, der Bürgerbus möge schnell Fahrt aufnehmen, von der Bevölkerung so gut angenommen und von Sponsoren so großzügig getragen werden, dass er sich am Ende als Erfolgsmodell herausstelle.

Es folgte ein längerer, von Heike und Dr. Peter Prechel sowie Jan Schröder gestalteter Vortrag, der den Weg des Bürgerbusses Ladelund „Von der Idee zur Realisierung“ in vielen Einzelschritten aufzeigte und dabei manches noch einmal in Erinnerung rief, was bei diversen vorangegangenen Informationsveranstaltungen bereits einmal angesprochen worden war.

Zur Erinnerung: Als nicht als gemeinnützig anerkannter Verein hatte der Bürgerbus-Verein es schwer, die 90 000 Euro für den behindertengerechten Spezialbus und weitere 12 000 Euro für erforderliches Zubehör aufzubringen. Dass dies dennoch gelang, war einer Anschubfinanzierung zu verdanken, die sich aus Fördermitteln der Aktiv-Region Nord, einer Unterstützung durch den Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, einem Zuschuss des Kreises Nordfriesland und Spenden von Sponsoren wie der VR-Bank Niebüll zu verdanken.

14 ehrenamtlich tätige Fahrer erwarben ihren Personenbeförderungsschein und absolvierten ein spezielles Sicherheitstraining. In der Firma Autokraft GmbH fand man einen verlässliches Verkehrsunternehmen, das die betriebliche Verantwortung übernahm und als Genehmigungsinhaberin und Betriebsführerin auf der geplanten Bürgerbus-Strecke fungiert. Drei Fahr- und Streckenpläne für die Linie 1012a (Ladelund – Bramstedtlund – Westre – Karlum - Achtrup – Leck) lagen aus.

Eine Reihe von Grußworten drückten viel Anerkennung für die Hartnäckigkeit des Vereins bei der Durchsetzung seiner Ziele aus, insbesondere für Heike Prechel als „Mutter der Bürgerbus-Familie“. Verschiedene Repräsentanten des öffentlichen Lebens, darunter auch die Landtagsabgeordneten Dr. Gitta Trauernicht und Astrid Damerow, der stellvertretende Kreispräsident Siegfried Puschmann sowie Amtsdirektor Otto Wilke unterstrichen die Wichtigkeit des Bürgerbusses für die Mobilität und wünschten dem Projekt guten Erfolg.

Schmetternde Klänge des Fanfarenzugs Karrharde lockten die Teilnehmer des Empfangs dann auf den Sportplatz. Die Bläser und Trommler hatten sich an die Spitze des Zuges gesetzt, der den Bürgerbus zum Platz der Präsentation führte. Während die Schaulustigen das Gefährt bestaunten und sich Tickets für eine Probefahrt besorgten, begaben andere sich in das prall gefüllte Festzelt, um sich bei zwanglosem Klönschnack an Kaffee und Kuchen zu stärken. An den Wänden eines Kubus konnte sich jedermann über die Werbepartner des Bürgerbus-Vereins und dessen Fahr- und Streckenpläne informieren. Viel Anklang fanden die stimmungsvollen, für den Anlass des Festes umgedichteten Volkslieder und Folksongs, bei der Ralph Lebro sich selbst auf der Gitarre begleitete.

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