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Plage in Niebüll : Die Krähen bevölkern wieder den Stadtpark

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Mitarbeiter des Bauhofs glaubten die Rabenvögel erfolgreich vergrämt – nun bevölkern die Tiere plötzlich ausschließlich abends den Stadtpark.

Niebüll | Krakrakra! Die Krähen kehren zurück in die Stadt Niebüll – für einen Tag, aber mehrere Nächte. In Scharen flogen sie kürzlich über die Innenstadt und suchten sich Bäume im und am Stadtpark aus. In den folgenden Tagen kamen nur noch vereinzelte Exemplare zu Besuch – rätselhaft.

Niebülls Stadtgärtner und Leiter des Bauhofes, Jochen Johannsen, weiß keine Antwort. Er hat die Saatkrähen im Februar gemeinsam mit seiner Crew aus dem Stadtpark vertrieben. Bis Ende Februar galt die Genehmigung für die städtische Vergrämungsaktion, die vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume erlaubt wurde. Danach begann die Brutzeit der Krähen. Nach gut 30 Tagen werden die jungen Saatkrähen flügge und schließen sich zu „Jugendschwärmen“ zusammen. In diesem Jahr wirkte die Vergrämungsaktion zunächst nachhaltig. Die Krähen verblieben in den „erlaubten“ Revieren.

Carl-Heinz Christiansen, Leiter des Naturkundemuseums, hat keine Erklärung parat. „Hmm“, meint er, um hinzuzufügen, „die suchen wahrscheinlich einen Schlafplatz, nachdem sie sich tagsüber auf den Feldern vollgefressen haben.“ Das könnte passen. Denn die Vögel kamen wie gut erzogene Arbeitnehmer nach getaner Mühsal pünktlich gegen 17.30 Uhr eingeflogen, um am nächsten Morgen früh „zur Arbeit“ zu fliegen. Vielleicht hat dann in den folgenden Tagen die Verteilung der Schlafplätze an den Stammplätzen wieder besser geklappt. Denn da war absolute Ruhe in der City – kein „Krakrakra“! Doch einige Tage später hörte man wieder die vertrauten Gesänge. Allerdings etwas später am Abend. Daraus wurde eine Gewohnheit. Die rund 200 Krähen verteilen sich seitdem wieder im und am Stadtpark, lassen sich auch durch Händeklatschen oder Rufen nicht mehr verscheuchen. Als ob sie wüssten: Fliegen können die Zweibeiner nicht – und Schießen dürfen sie nicht.

Nach wie vor gibt es vier größere Krähen-Kolonien in der Stadt: Dazu gehört der langgezogene Grünstreifen am Malmesbury-Park, der hintere Bereich an der Bildungs- und Arbeitswerkstatt Südtondern Richtung Bahn und insbesondere die Straße Lagedeich in direkter Bahnhofsnähe. Der Stadtpark gilt inzwischen als „Ausweichrevier“. 2014 wurden 1198 Nester gezählt, das Ordnungsamt geht davon aus, dass zirka 6000 Saatkrähen in Niebüll leben.

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