Festliche Stimmung : Die Kantorei in Hochform

Unter der Leitung von  Kantor Thomas Hansen  konzertierten  die  Kantorei und das Barockorchester „Musica laetitia“.
Unter der Leitung von Kantor Thomas Hansen konzertierten die Kantorei und das Barockorchester „Musica laetitia“.

Viel Beifall gab es für das Weihnachtskonzert in der Lecker St.-Willehad-Kirche. Unter der Leitung ihres Kantors Thomas Hansenn griff der Chor ausschließlich auf Kompositionen aus der frühen Barockzeit (Renaissance) zurück.

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18. Dezember 2013, 19:02 Uhr

Festliche Stimmung herrschte in der St.-Willehad-Kirche, denn die Kantorei der Evangelischen Kirchengemeinde Leck bot ein besonderes Konzert. Unter der Leitung ihres Kantors Thomas Hansenn griff sie ausschließlich auf Kompositionen aus der frühen Barockzeit (Renaissance) zurück. Begleitet wurden die Sänger von dem Ensemble „Musica laetitia“ aus Hude, das sich auf Instrumente in barocker Bauart spezialisiert hat. Es verstand seine speziell gefertigten Streich- und Blasinstrument reizvoll einzusetzen, darunter: Block- und Querflöten, eine dem Klang einer Trompete ähnelnde Barock-Oboe, ein mit sattem Bass ertönendes Fagott sowie eine riesige Theorbe und eine mobile Kastenorgel.

Zum Auftakt des Programms erklang die im Stile eines italienischem Madrigals komponierte Motette „Dennoch bleibe ich stets an dir“, meisterlich dargeboten vom Vokalquintett. Bei der Wiedergabe dieses Werkes, der Vertonung eines Auszuges aus dem 73. Psalm, wurde deutlich, dass die Stimmen der Sängerinnen und Sänger – Susanne Böhm, Carola Jaeckel, Susanne Hermann, Gustav Wilkens und Thomas Hansen – sich einander klanglich hervorragend anpassten und ergänzten. Viel Freude bereitete auch die vom Quintett geleistete Interpretation des von Jan Pieterzoon Sweelinck verfassten, vor Freude jubelnden Gesangs des Chores der Engel: „Hodie Christus natus est!“


Element des Lebens


Als Hauptwerk des Abends erklang die „Historia der freuden- und gnadenreichen Geburt Jesu Christi (SWV 435)“ von Heinrich Schütz. Sie stellt in deutscher Sprache nach Art eines Mini-Oriatorium die gesamte Weihnachtsgeschichte dar, wobei Gustav Wilkens (Tenor) den Part des Evangelisten übernahm, indem er den Bibeltext abschnittsweise wortgetreu vortrug und dabei stimmlich voll überzeugte. Gelegentliche kleine Unsicherheiten beim Einfädeln in neue – vom Basso continuo vorgegebene – Harmonien wurden routiniert überspielt. Durch klaren Ausdruck zu gefallen wusste auch die Sopranistin Susanne Böhm bei ihren von der „Musica latiticia“ begleiteten Solopassagen, zum Beispiel als Engel der Verkündigung Jesu Geburt. Die Kantorei St. Willehad zeigte sich in Hochform, wenn sie mit sattem, ausgeglichenem Klang und quicklebendiger Beweglichkeit in die Rolle des Chores der Engel, der Hirten oder in die der Heiligen drei Könige schlüpfte oder voller Inbrunst den abschließenden Dankeschoral anstimmte.

Während des gesamten Werkes projizierte Pastor Peter Janke von Thomas Hansen zusammengestellte Videos auf eine riesige Leinwand. Die Bilder standen unter dem Gesamtthema: „Wasser – Element des Lebens.“ Abgerundet wurden die Darbietungen durch das orchestral begleitete Rondo „Der Heiland kommt gezogen“ von Michael Altenburg.

Lautstarker Beifall waren der Dank des Publikums für ein Konzert, das in hervorragender Weise auf Weihnachten einstimmte.


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