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Kunstrasen in Niebüll : Die Finanzierung eines Traumes

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

765 000 Euro soll der Kunstrasen des TSV kosten, eine Defizitfinanzierung in Höhe von 500 000 Euro erhofft sich der Verein von der Stadt.

Der TSV Rotweiß Niebüll möchte seinen Fußballspielern ganzjährlich vernünftige Trainingsmöglichkeiten bieten. 2014 beantragte der Verein Zuschüsse für die Herstellung eines Kunstrasens auf dem Stadiongelände in der Jahnstraße. Planungskosten wurden in den Haushalt 2015 der Stadt Niebüll gestellt. Der Verein schrieb aus und legte nun nach Abstimmung einen Finanzierungsvorschlag vor, mit dem sich der Hauptausschuss beschäftigte.

Insgesamt kostet der Kunstrasen 765  000 Euro. Darin enthalten ist das Granulat zum Nacharbeiten für rund fünf Jahre sowie ein Anbaugerät für Kleintraktoren, um den Platz pflegen zu können. Finanzieren möchte der Verein die Summe wie folgt: 500  000 Defizitfinanzierung durch die Stadt Niebüll, 62  500 Euro Zuschüsse durch den Landessportverband, eine Kreditaufnahme in Höhe von 200  000 Euro, Eigenmittel in Höhe von 2500 Euro. Weiterhin bereitet der TSV Rotweiß einen Antrag auf finanzielle Förderung aus Mitteln der Regionalentwicklung. Gibt die AktivRegion grünes Licht, könnte sich die Kreditaufnahme um bis zu maximal 50  000 Euro reduzieren.

Den Kapitaldienst (Zinsen und Tilgung) möchte der Verein einerseits durch ihm bereits zugesagte Spenden in Höhe von rund 10  000 Euro jährlich bedienen. Auch wurden zu diesem Zweck Beitragserhöhungen für die Mitglieder bereits beschlossen (insgesamt 6000 Euro jährlich). In Gesprächen, so Bürgermeister Wilfried Bockholt in der Sitzungsvorlage, hätten die Vertreter des Vereins diese Finanzierung als durchweg gesichert angesehen. Sollte es unerwartet zu Ausfällen kommen, sei die Finanzierung durch den Verein selbstständig zu schultern.

Kunstrasen ist nicht ewig haltbar. Mehr als 20-jährige Erfahrungen mit Kunstrasen in anderen Orten ließen erwarten, „dass für die Zeitdauer der Finanzierung (15 Jahre) nicht von einer Sanierung/Erneuerung ausgegangen werden muss. Bei entsprechend fachgerechter Unterhaltung“, heißt es in der Beschlussvorlage. Was danach ist, steht auf einem anderen Blatt. Schon jetzt stehe fest, dass der Verein Rücklagen für den Kauf eines neuen Rasens, wenn dieser erst einmal verschlissen sei, nicht bilden könne, erklärte Bettina Fritzsche (CDU) in der Diskussion.

Die Grundpflege, dazu gehören die tägliche Reinigung wie Lauf-, Gräser- und Moosentfernung, Müllsammeln und Ähnliches, wird durch den Verein erbracht. Auch die Intensivpflege durch eine Fachfirma und das Ausbringen von Granulat – beides zusammen kostet jährlich etwa 2600 Euro – zahlt der Verein aus eigener Tasche. Aufgaben wie das Schleppen übernimmt der Bauhof. Mit ihm besteht übrigens seit Jahren eine Zusammenarbeit. Das regelmäßige Mähen entfällt, dafür wird der Kunstrasen mit dem bereits genannten Spezialgerät (Bürste) von den Mitarbeitern in Zusammenarbeit mit Helfern der Fußballsparte gepflegt.

„Niebüll wächst, und der TSV hat neue Aufgaben“, erklärte Thomas Uerschels (SPD). „Die Jugend braucht vernünftige Trainingsmöglichkeiten.“ Schwer sei es, zu vergleichen, ob der Preis für den Kunstrasen angemessen sei. Vielleicht sei er woanders preiswerter zu haben, vielleicht koste er aber auch mehr. „Ich habe aber verstanden: Es ist kein Luxus.“ Der TSV habe sich stets auf seine Sponsoren verlassen können.

Das letzte Wort hat die Stadtvertretung am 15. Oktober. Dann könnten die Mittel in den Haushalt 2016 gestellt, mit dem Bau im Frühjahr begonnen werden. Bezüglich einer Auflösung des Zuschusses der Stadt und deren Dauer besteht noch Klärungsbedarf mit der Finanzverwaltung des Amtes.

 

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erstellt am 13.Okt.2015 | 06:45 Uhr

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