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Nordfriesland Tageblatt

21. August 2017 | 22:28 Uhr

Die Festplatte im Kopf besser nutzen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Gedächtniskünstler Jürgen Petersen besuchte die Grundschule Enge-Sande / Schüler testen erfolgreich Gedächtnismethode

Der in Enge aufgewachsene, heute bundesweit bekannte Gedächtniskünstler und -trainer Jürgen Petersen war dieser Tage erneut in der Grundschule Enge-Sande zu Gast, um die Kinder der Klasse des 3. und 4. Schuljahres zu zeigen, wie man durch ein spezielles Training seine Gedächtnisleistungen enorm steigern kann.

Er besucht die Schule, in der er selbst das Lesen, Schreiben und Rechnen erlernt hat, seit langem in Abständen von zwei Jahren, damit jedes Grundschulkind einmal in den Genuss kommt, in das Gedächtnistraining eingeführt zu werden. „Denn dieses fördert den Spaß am Lernen“, so ist Jürgen Petersen überzeugt. „Und davon kann niemand genug bekommen.“ So dachten auch die anwesende Klassenlehrerin der Kinder, Kathrin Fugmann, und die Vorsitzende des „Freundeskreises Enge-Sande“, Silke Friedrichsen-Schütt. Zu dem Projekt, das erstmals am Abend auch mit Eltern und Lehrkräften fortgesetzt wurde, hatten der Schulstandort Enge, der Förderkreis und der örtliche Kindergarten den Gedächtnis-Experten Jürgen Petersen gemeinsam eingeladen.

Zum Auftakt der Doppelstunde präsentierte dieser eine Mini-Show, um den Kindern zu zeigen, zu welchen Erfolgen ein intensives Gedächtnistraining führen kann. Er ließ sich eine 20-ziffrige Zahl diktieren, die eine Schülerin hinter seinem Rücken für Kontrollzwecke notierte. Danach bildete Petersem aus der Riesenzahl zehn nur zwei Ziffern umfassende Paare, die er dann – zum Staunen der Kinder – langsam fehlerfrei nachsprach. Es komme darauf an, nicht nur die logische, sondern auch die kreative, emotional gesteuerte Gehirnhälfte einzusetzen, verriet er später den anwesenden Erwachsen. Wichtig sei es, nicht nur den „Arbeitsspeicher“ des Gehirns in Anspruch zu nehmen, sondern – um es in der Computersprache auszudrücken – auch die „Festplatte“ zu nutzen, die erheblich mehr Speicherplatz biete. Dies gelinge aber nur, wenn man dem Gehirn die zu merkenden Informationen „merkwürdig“ anbiete. Man müsse feste, bekannte Routenpunkte festlegen und darauf seine Informationen möglichst sinnfällig „abzulegen“.

Thema der ersten Unterrichtsstunde war, sich die Namen von zehn heimischen Entenarten einzuprägen. Dazu legten die Kinder im Klassenraum gemeinsam zehn markante Routenpunkte fest, um ihnen sodann je eine Entenart zuzuordnen. Auf dem ersten Platz, dem Schrank, wurden (gedanklich) gegeneinander schlagende Stöcke abgelegt, um auf die „Stockente“ hinzuweisen, auf den Platz Nr. 2, den Vorhang, wurde ein Dönerspieß – als Symbol für die „Spießente“ – platziert. Am Platz Nr. 3, dem Fenster, hingen (vorgestellt) Hunderte von Löffeln als Eselsbrücke für die Bezeichnung „Löffelente“ – und so fort. Danach wurden die Mädchen und Jungen beauftragt, zuhause zehn eigene Routenpunkte (Plätze) festzulegen. „Man geht nämlich davon aus, dass Kinder nicht vergessen, wie ihr Kinderzimmer aussieht“, so Jürgen Petersen. Diese Routenplätze im Klassenraum wurden danach mit den zu speichernden Informationen belegt. In der zweiten Stunde waren dies die Namen von zehn Wal-Arten, sortiert nach der Größe der Wale. Am ersten Platz prangte (gedanklich) eine knallblaue Tür als Hinweis auf den „Blauwal“. Es folgte auf Platz Nr. 2 ein herumturnender Junge namens Finn als Erinnerungshilfe für den Ausdruck „Finnwal“, eine grüne Rasenfläche als Gedächtnisstütze für den „Grönlandwal“ und so weiter. Am Ende der Stunde hatten sich viele Kinder alle Namen der zehn abgesprochenen Arten gemerkt: bis hin zum Delphin als größtem der Wale.

Am Ende der Stunde zeigte der Gedächtnistrainer auf, wie sich das Erlernte durch mehrfaches Wiederholen ins Langzeitgedächtnis überführen lässt. An den Ausführungen des Jürgen Petersen hatten am Abend auch eine Gruppe von Erwachsenen, bestehend aus Eltern, Erzieherinnen und Lehrkräften, ihre Freude.

 


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erstellt am 16.Mär.2015 | 11:40 Uhr

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