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Nordfriesland Tageblatt

17. Dezember 2017 | 02:01 Uhr

Das Interview : Die Farbe als Sprachmittel

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Künstlerin Marianne Eberlein, sie stellt aktuell in der Kulturstation Zollhäuser aus, erzählt von ihren neusten Projekten.

von
erstellt am 31.Okt.2014 | 05:45 Uhr

In der Kulturstation Zollhäuser ist derzeit die Ausstellung „Biografie in Bildern“ zu sehen. Marianne Eberlein, die Künstlerin vom Hoddebülldeich, zeigt bis zum 30. November (Freitag bis Sonntag, 14 bis 18 Uhr) in 56 Bildern Stationen ihres Lebens. Realistisch-naive Malerei, in Ölkreide überzeugend in Szene gesetzt, eine Ausstellung die an- und berührt.


Frau Eberlein, was hat Sie zu Thema Biografie geführt?
Barbara Eberlein: Grundsätzlich regte mich vor zwei Jahren die Biografie-Projektgruppe mit Ulrike Schulz aus Tondern hier in der Zollstation zur künstlerischen Arbeit an.

Das heißt, Sie begannen sich in Text und Bild mit der eigenen Lebensgeschichte auseinanderzusetzen?
Genau, hauptsächlich wollte ich dies tun, damit meine Kinder und Enkelkinder meine Gedanken, Erlebnisse und Erfahrungen nachspüren können. Darüber hinaus gibt der Rückblick auf mein Leben – ich bin 1941 geboren – viele Details über Sitten und Gebräuche wieder.


Der Besucher der Ausstellung wird einmal durch ein buntes Leben geführt; doch gibt es nicht noch mehr?
Neben persönliche Ereignissen wie Tod oder Trennung werden humorvolle Episoden dokumentiert, z. B. aufregende Erlebnisse am Deich, die Rettung eines Schafs aus dem Watt. Trauer und Freude – beides liegt eng beieinander.


Nach dem Ende der Ausstellung geschieht mit den Werken etwas sehr Besonderes?
Das ist richtig. Die Bilder werden in ein sogenanntes Mal-Text-Buch eingearbeitet.


Wie stellt man sich das vor?
Nun, ich habe meine Biografie handschriftlich niedergelegt; das Buch wurde so konzipiert, dass es freie Seiten für die Bilder gibt.


Ein besonderes Kunstwerk, für das es Vorbilder gibt?
Während meines Studiums an der Bundesakademie Wolfenbüttel habe ich die Technik der reinen Malbücher kennengelernt; so wie Paul Klee oder Gauguin sie schufen.


Das hört sich spannend an; doch hat man je die Chance, das erste biografische Mal-Text-Buch Südtonderns zu sehen?
Tatsächlich ist es für meine Familie gedacht; möglicherweise stelle ich es in der Kulturstation einmal vor. Es eignet sich ja nicht zum vielfachen Herumblättern. Aber die Ausstellung läuft ja noch.


Wie ist dort die Reaktion?
Sehr stark. Die Menschen rufen mich an und sagen, dass sie selbst durch die Bilder in ihre eigene Vergangenheit entführt werden, emotional berührt sind.


Was beabsichtigen Sie mit dem Gesamtprojekt?
Nichts. Vielleicht doch, ich möchte die Menschen mit dem Herzen ansprechen; zeigen, dass ich existiere. Vielleicht animieren, selbst eine Biografie zu schreiben oder zu malen.


Sie sind Künstlerin, nun auch Autorin. Wie funktioniert das?
Durch viel Arbeit: Ich habe ein Jahr Tag und Nacht daran gearbeitet.


Was dürfen wir noch erwarten?
Derzeit bereite ich mit einer Gruppe ein Engel-Projekt vor. Momentan bin ich aber noch mit dem Mal-Text-Buch beschäftigt; daher der doppeldeutige Titel der Schau „Die Engel müssen warten!“

Interview: Arndt Prenzel

Marianne Eberlein ist in Breda/Holland geboren. Sie lebt seit 30 Jahren in Nordfriesland. Ihre vielfache künstlerische Ausbildung absolvierte sie in Belgien, Holland und Deutschland, unter anderem bei Professor Dieter Crumbiegel. Demnächst will sie in ein Mehrgenerationenhaus mit Tochter und Enkelkindern ziehen.

 

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