Finale Arbeiten : Die elfte und letzte Mühle steht

„Sie haben fertig“: Windmüller und Monteure an der Mühle 11 im Bürgerwindpark Kohldamm.
„Sie haben fertig“: Windmüller und Monteure an der Mühle 11 im Bürgerwindpark Kohldamm.

Der Bürgerwindpark Kohldamm soll 100 Millionen Kilowattstunden Leistung erbringen.

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11. Dezember 2014, 12:00 Uhr

Windmüller, Management und Montage-Trupp von Vestas atmeten tief durch als das letzte von drei Rotorblättern an der Nabe der letzten der elf 3-MW-Mühlen im Bürgerwindpark Kohldamm befestigt war.

Das Hochziehen des letzten Blattes war einem Blindflug ähnlich. Denn als es der Kran an den Haken nahm, senkte sich dichter Nebel über den Kohldammer Koog. Bis auf innere Montage-Arbeiten ist die Windeignungsfläche im Koogsgebiet mit den elf Risum-Lindholmer und acht Klixbüller Windkraftanlagen voll bebaut. Gegen Ende des Jahres sollen alle Anlagen komplett am Netz sein.

„Wir hoffen, dass alles reibungslos abläuft“, erklärt Sönke Uwe Nissen, zusammen mit Theodor Steensen Geschäftsführer des Bürgerwindparks Kohldamm. Womit er nicht nur allzeit guten Wind meint, sondern auch eine reibungslos arbeitende Technik.

Das Windmühlengebiet im Kohldammer Koog ist Teil der Windeignungsgebiete, deren Größe von 1,0 auf 1,5 Prozent der Fläche im Lande erweitert wurde. Dem Bürgerwindpark gehören 930 Risum-Lindholmer Gesellschafter an, darunter die politische und die Kirchengemeinde. Das Investitionsvolumen für die elf Anlagen mitsamt der Infrastruktur beläuft sich auf 45 Millionen Euro mit einem Eigenkapitalanteil von 20 Prozent. Die Leistungserwartung für den Windpark liegt bei knapp 100 Millionen Kilowattstunden.

Jede der elf Vestas-Mühlen hat eine Gesamthöhe von 150 Metern, davon 94 Meter Nabenhöhe. Die Planung für den Bürgerwindpark wurde 2010 begonnen. Der Start des Mühlenbaues erfolgte im März dieses Jahres. Die Arbeiten waren durchweg von gutem Wetter begünstigt.

Der Bürgerwindpark Kohldamm ist nach den Herrenkooger und dem Bökingharder Bürgerwindparks der dritte in der Gemeinde Risum-Lindholm. Im nächsten Jahr steht für den Bökingharder Windpark eine Repowermaßnahme bevor, bei der vier 1,6 MW-Anlagen durch drei 3,3-MW-Anlagen ersetzt werden. Als vierter Windpark kommt 2015 noch der Bürgerwindpark Osterdeich hinzu. Nach derzeitigem Stand produzieren die Windparks zusammen 170 Millionen Kilowattstunden Strom. Wenn der Osterdeicher und der repowerte Bökingharder Windpark am Netz sind, werden es 210 Millionen Kilowattstunden sein. Und dann gibt es in der Gemeinde noch vier Biogasanlagen, durch deren Wärmeproduktion nach Schätzung von Theodor Steensen zwei Millionen Liter Heizöl eingespart werden. Nicht einbezogen in die Bilanz an erneuerbarer Energie sind die Solaranlagen in der Gemeinde. „Die müssen wir auch noch mal zusammenstellen“, sagt Theodor Steensen.

Und wenn alle Mühlen stehen und das Thema „erneuerbare Energien“ in der Gemeinde Risum-Lindholm in Tüten und Papier ist, soll gefeiert werden, Theodor Steesensen nennt den 20. Juni 2015 als Termin. „Es soll eine Art Sonnenwendfeier werden.“

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