Ausstellung in Niebüll : Die bittere Wahrheit vor Augen

Insgesamt 60 Karikaturen sind ab heute...
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Insgesamt 60 Karikaturen sind ab heute...

Ausstellung im Niebüller Naturkundemuseum zeigt kritische Karikaturen zum Thema Konsum und Klima. Eröffnung heute Abend.

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17. Mai 2018, 03:04 Uhr

Niebüll | „Glänzende Aussichten“ heißt eine neue Ausstellung, die heute Abend, 17. Mai, im Naturkundemuseum in Niebüll eröffnet wird. Die Ausstellung zeigt kritische Karikaturen zu den Themen Konsum, Klimawandel und Gerechtigkeit und „hält der Gesellschaft einen Spiegel vor“, heißt es von den Veranstaltern. Verantwortlich für die Wanderausstellung, die zuletzt in Berlin gezeigt wurde, sind das Stadtmarketing, das Kulturbüro und das Naturkundemuseum. Die 60 Karikaturen von rund 40 Künstlern aus Deutschland sind bis zum 30. Juni zu sehen.

„Für die Umwelt ist mir kein Weg zu weit“, sagt beispielsweise die SUV-Fahrerin auf dem Parkplatz eines Bioladens, während die vier Auspuffrohre ihres Autos noch qualmen (großes Bild oben). So satirisch der Titel der Ausstellung zunächst wirkt, so kritisch gehen auch die Karikaturisten mit unserem heutigen Lebensstil zu Gericht. Ziel sei es, mit der Ausstellung etwas bei den Betrachtern anzuregen, sagt Carl-Heinz Christiansen, Leiter des Naturkundemuseums. „Vielleicht fangen einige dann an, über ihren eigenen Plastikverbrauch oder ihren Konsum nachzudenken.“ Die Ausstellung, die vom Bischöflichen Hilfswerk Misereor aufgebaut wurde, passe „sehr gut in die Fairtrade-Stadt Niebüll“. Sie animiere auf witzige und manchmal auch erschreckende Weise zum Nachdenken „über die Abgründe unseres individuellen Verhaltens, aber auch über die großen weltpolitischen Zusammenhänge“.

Karikaturen sind Übertreibungen ins Absurde und Paradoxe, enthalten aber eine bittere Wahrheit – sie zeigen Widersprüche unserer gewohnten Lebensweise auf. Gleichzeitig konfrontieren sie uns mit der weitverbreitenden Unbekümmertheit gegenüber den Auswirkungen unseres Alltags auf zukünftige Generationen, auf andere Länder und auf die Natur. Wir konsumieren seit langem über unsere Verhältnisse; sind wir wirklich blind für die Folgen?

Bei manchen Bildern bleibt einem das Lachen im Hals stecken. Bei anderen fühlt sich der Betrachter vielleicht sogar ertappt, so wie beim Werk des unbekannten Künstlers zum Thema Fracking (Bild links).

Zur Eröffnung heute um 19.30 Uhr wird Dr. Henry Schürmann, Referent für entwicklungspolitische Bildung, vom Hilfswerk Misereor, zunächst in einem Vortrag und dann im Gespräch mit dem Publikum in die Ausstellung einführen.

Die Ausstellung wird von drei Veranstaltungen begleitet:


Karikaturen- Wettbewerb

Schon vorab laden die Veranstalter zu einem Karikaturenwettbewerb ein. Gewünscht sind dabei karikaturistische, satirische oder spitzzüngige Bilder zu den Themen Klimawandel, Plastikmüll, Konsum, Hunger und Ernährung oder Mobilität. Eingereicht werden können maximal drei Karikaturen im Format A4 oder A3 bis zum 30. Juni im Naturkundemuseum Niebüll, Hauptstraße 106, oder im Kulturbüro der Stadt Niebüll, Hauptstraße 44. Die besten Karikaturen werden im Anschluss in Naturkundemuseum und in der Niebüller Filiale der Nord-Ostsee Sparkasse, Hauptstraße 43, ausgestellt. Drei der besten Beiträge werden zudem mit einem eigenen Postkartensatz à 50 Stück sowie dem Ausstellungskatalog belohnt.


Karikaturen- Workshop

Zwei Karikaturenworkshops mit der Hamburger Künstlerin Sarah Zurmöhle geben. Was ist eigentlich eine Karikatur? Aus welchen Bestandteilen besteht eine Karikatur? Passend zum Thema wird der Workshop beides mit einbeziehen: Skizzieren im eigenen Skizzenbuch und Handlettering. Die Teilnehmerzahl für die Workshops ist auf jeweils zwölf Personen begrenzt. Termine: 2. Juni von 14 bis 18 Uhr und am 19. Juni von 17 bis 20 Uhr im Naturkundemuseum Niebüll.


Konsumkritischer Rundgang

Auf einem konsumkritischen Stadtrundgang durch Niebüll beschäftigen sich die Teilnehmer mit Herausforderungen der Herstellung verschiedener Produkte. Neben dem Aufzeigen von Alternativen und Innovationen wollen die Veranstalter auch über Missstände sprechen, ohne jedoch mit erhobenem Zeigefinger durch die Stadt zu wandeln. Der Stadtrundgang startet am Sonnabend, 23. Juni, um 10 Uhr im Weltladen Niebüll und dauert zirca zwei Stunden. Geleitet wird der Rundgang von den FÖJlern Leon Grüninger und David Rotter.

Für den Rundgang können sich alle Interessierten beim Naturkundemuseum Niebüll, Telefon 04661 – 5691 anmelden. Die Teilnahme kostet 5 Euro und ist vor Ort zu entrichten.

„Glänzende Aussichten“: 17.Mai bis 30. Juni; Naturkundemuseum, Hauptstraße 108, Niebüll. Telefon 04661 5691; Email info@nkm-niebuell.de. Öffnungszeiten: 1. April bis 31. Oktober, Dienstag bis Sonntag, 14 bis 17.30 Uhr, im Juni, Juli und August ist auch montags geöffnet. Gefördert von der Kulturstiftung der Nord-Ostsee Sparkasse.


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