Natur Südtonderns : Die Bienen vor dem Tod bewahren

Blüten wie dieses Sonnenröschen gibt es zu wenige in Südtondern. Ganze Völker sterben oder verschwinden, weil die Bienen immer weniger Blumen und Blüten finden.
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Blüten wie dieses Sonnenröschen gibt es zu wenige in Südtondern. Ganze Völker sterben oder verschwinden, weil die Bienen immer weniger Blumen und Blüten finden.

Informationsabend in Niebüll soll dafür sorgen, dass die Insekten wieder mehr Nahrung finden.

shz.de von
12. Mai 2018, 03:12 Uhr

Niebüll | Eine besondere Aktion könnte dafür sorgen, dass sich Bienen in Südtondern bald wieder an blühenden Wiesen laben können. Ganze Völker sterben oder verschwinden, weil die Insekten immer weniger Blumen und Blüten finden, beklagen die Initiatoren des Projekts. Gründe dafür seien unter anderen große Monokulturflächen, Pestizide die die Lebensräume zerstören sowie Parasiten, die sich in den Stöcken einnisten. Mit dem Informationsabend „Bienen bauchen blühende Blumen – und wir die Bienen“ wollen sie dafür sorgen, dass das Problem in den Köpfen der Menschen präsent wird und sie sich für die Tiere einsetzen. Veranstalter sind der Kirchenkreis Nordfriesland, das Naturzentrum Bredstedt, das Kulturbüro Niebüll, und der Familienbildungsstätte Niebüll.


80 Prozent derPflanzen brauchen Bienen

„Eine Apfelblüte muss 18 Mal bestäubt werden, damit sie zur Frucht reifen kann“, sagt Anna Ihme vom Kirchenkreis. Sie macht damit deutlich, dass die Lebensgrundlage von Mensch und Tier durch das Bienensterben bedroht ist: 80 Prozent der heimischen Kultur- und Wildpflanzen und damit rund ein Drittel von unserem Obst und Gemüse sind demnach von der Bestäubung durch Bienen abhängig.

Aufklärung sei ihr ein guter Weg, finden die engagierten Bienenfreunden. Auf dem Informationsabend wird Annemarie Matthießen von der Initiative „Bredstedt blüht auf“ den Teilnehmenden erklären, was es mit dem Bienensterben auf sich hat und wie man den fleißigen Insekten helfen kann, wieder Fuß im Ökosystem zu fassen.

Aber es soll nicht nur geredet werden. Gemeinsam basteln die Interessieren sogenannte Samen-Pralinés: Dabei rollen sie eine kleine Handvoll Blumensamen in Lehmerde ein und können das entstandene Praliné nach dem Trocknen einfach ins Blumenbeet werfen. Der Regen wird die Lehmerde aufweichen und die Samen sanft ins Erdreich spülen, heißt es von den Initiatoren.

Und schon in wenigen Wochen soll dort ein kleines Blütenmeer wachsen, das den bedrohten Bienen eine Heimat sein kann. „Ohne Bienen kann die Menschheit nicht überleben“, sagt Holger Heinke vom Stadtmarketing Niebüll. Er unterstützt die Initiative gern und freut sich, dass am selben Abend auch ein kleines Stück vom Garten des Diakonischen Werks angesät werden darf.


Der Abend soll zum Mitmachen animieren

Ann-Kathrein Gräning vom Evangelischen Kinder- und Jugendbüro Nordfriesland ist grundsätzlich am Thema Nachhaltigkeit interessiert und freut sich über jede Idee, die die Welt ein bisschen besser machen kann. Chiara Meyer vom Kulturbüro sieht das ähnlich und fügt hinzu: „Ich finde es spannend, was jeder Einzelne machen kann“, sagt die junge Frau. „So etwas motiviert doch dazu, sich einzubringen.“

Der Abend beginnt am Mittwoch, 23. Mai, um 18 Uhr im Haus der Familie Niebüll, Uhlebüller Straße 22, und dauert etwa zwei Stunden. Anmeldungen per Email an sekretariat@erw-breklum.de möglich.



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