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Nordfriesland Tageblatt

22. August 2017 | 08:07 Uhr

Die andere Seite der Medaille

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Eine Bürgerinitiative kritisiert Versäumnisse bei Planung des Windparks Holzacker-Knorburg / Negative Folgen für Anwohner befürchtet

Der geplante Bürgerwindpark Holzacker-Knorburg erregt weiterhin die Gemüter vieler Bürger in den Gemeinden Stadum und Enge-Sande. Gegen die Nutzung der Windenergie an der geplanten Stelle wurde im Februar 2013 die Bürgerinitiative „Mühlenberg, Schlossbergstraße und Umgebung“ der direkten Anlieger des geplanten Windparks gegründet. Deren Sprecher Herwig Karstens führt in seiner Argumentation gegen den geplanten Bürgerwindpark verschiedene Versäumnisse und irreführende Angaben der Gemeindevertretung bei der gesetzlich vorgeschriebenen Unterrichtung der Bürger über den jeweiligen Sachstand der Planungen ins Feld.

So habe es die Gemeinde Stadum seiner Meinung nach unterlassen, alle Bürger gemäß dem Beschluss der Gemeindevertretung im September 2012 über die geplante Windeignungsfläche und die damit verbundenen Folgen rechtzeitig zu unterrichten. Die mit den Gemeinden Enge-Sande und Stadum im Juni vereinbarten städtebaulichen Verträge werden von den Mitgliedern der Bürgerinitiative als Mittel zur Aushebelung aller Bürgerrechte gesehen, die sich aus den Vorschriften des Baurechts ergeben.

Die einzelnen Mitglieder der Initiative führen als Gründe ihrer Ablehnung neben den negativen optischen Folgen für die Landschaft und der angestammten Fauna auch ins Feld, das die Windenergie nur einen kleinen Teil der benötigten Stromenergie erzeugen kann, aber ungerechtfertigt stark gefördert werde. Hinzu käme noch, das vor allem die Anlieger unter den negativen Auswirkungen wie Schallreflexionen und Disco-Effekt zu leiden hätten, ohne das ihnen die Windenergie einen Vorteil bringt. Bürger, die in der Nähe der angekündigten Anlagen wohnen, beklagen die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes durch die Größe der Anlagen und durch die nächtliche Befeuerung. Außerdem sei durch den Windpark für sie eine Minderung der Wohnqualität und des Verkaufswertes verbunden.

Ein Beispiel: Der Stadumer Neubürger Michael Krüger berichtet, dass er mit seiner Familie 2012 gerade wegen der Ruhe und der schönen Aussicht seinen Wohnsitz in der Stadumer Schlossbergstraße gewählt habe. Diese Gründe wären jedoch bei der Errichtung des Windparks an geplanter Stelle für immer null und nichtig.

Der Geschäftsführer der Bürger Windpark Holzacker-Knorburg GmbH & Co Kg, Ingo Storm, hingegen betont, dass alle betroffenen Bürger sich über das geplante Vorhaben hätten informieren können, da es rechtzeitig angekündigt und in den öffentlichen Sitzungen der Gemeindevertretung intensiv behandelt wurde. Bezüglich der naturschutzrechtlichen Bedenken verweist Udo Schmäschke vom Amt Südtondern darauf, dass auch das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, das zurzeit den Bauantrag bearbeitet, alle Behörden und Träger öffentlicher Belange beteiligt. Jeder Bürger hat, so Schmäschke, die Möglichkeit, eventuelle Bedenken zu äußern und gegebenenfalls gegen eine Baugenehmigung zu klagen.

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erstellt am 10.Jan.2014 | 00:31 Uhr

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