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Deutsch-dänisches Literaturfest in der Stadtbücherei Niebüll

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Stadtbücherei in Niebüll beteiligt sich am nordischen Literaturfestival „Litteraturfest.nu“, das in der deutsch-dänischen Grenzregion Südjütland/Schleswig stattfindet. Am Mittwoch, 19. November, wird Buchbegeisterten eine Lesung mit der deutschen Autorin Angelika Klüssendorf und dem dänischen Autor Christian Jungersen in der Stadtbücherei Niebüll geboten. Beginn der Veranstaltung ist 19.30 Uhr, Einlass ab 19 Uhr. Der Abend wird moderiert von Ulrich Sonnenberg, der bis Ende 2003 Verkaufsleiter der Verlage Suhrkamp und Insel in Frankfurt am Main war. Seit 2004 arbeitet Sonnenberg als freier Übersetzer und Herausgeber.

Angelika Klüssendorf, geboren 1958 in Ahrensburg, lebte von 1961 bis 1985 in Leipzig, wo sie eine Ausbildung zur Zootechnikerin/Mechanisatorin absolvierte und anschließend in einer Melkanlage tätig war. 1985 übersiedelte sie in die Bundesrepublik Deutschland. Heute lebt sie in Berlin. Sie veröffentlichte unter anderem die Erzählungsbände „Aus allen Himmeln“ und „Amateure“. Ihr Roman „Das Mädchen“ war für den Deutschen Buchpreis (Shortlist) nominiert. Zum Inhalt: Klüssendorf erzählt von einem jungen starken Mädchen, das sich herausarbeitet aus allem, was sie umgibt und niederhält: Der Vater trinkt und taucht nur sporadisch auf, die Mutter lässt ihre Wut an den Kindern aus, die Klassenkameraden meiden das Mädchen, der jüngere Bruder kapselt sich völlig ab. Und doch gibt es eine Kraft, die das Mädchen trägt. Die Bilder aus „Brehms Tierleben“, die sie bewundert, der Traum vom kleinen Haus mit Garten auf dem Lande, Grimms Märchen. Und immer wieder Menschen, die ihr etwas bedeuten und die sie halten. Und eines hat sie gelernt: Man muss sich holen, was man braucht. „Mit ihrer klaren, knappen, präzisen Prosa, großer Lakonie und trockenem Humor versetzt Angelika Klüssendorf den Leser in eine Welt, die das Kindsein kaum zulässt. Atemlos folgt man einer Heranwachsenden, die nichts hat, worauf sie sich verlassen kann, und trotzdem den Lebenswillen nicht verliert – kein bemitleidenswertes Opfer, sondern ein starker, abgründiger Charakter“, heißt es in einer Buchbeschreibung. Zuletzt veröffentlichte Klüssendorf „April“, eine eigenständige Fortsetzung von „Das Mädchen“.

Christian Jungersen, 1962 in Kopenhagen geboren, hat bislang drei Romane geschrieben, die sowohl national wie international großes Aufsehen erregten. Er debütierte 1999 mit dem Roman „Krat“ und erhielt den Debütantenpreis des Bogforums. Seine besondere Meisterschaft besteht darin, komplexe Themen in spannende und überraschende Geschichten umzusetzen. So geht es in „Du verschwindest“ um nichts weniger als die Frage: Was genau macht den Menschen aus und seine Persönlichkeit?

Für seinen zweiten Roman „Ausnahme“ wurde er vom dänischen Buchhandel mit dem „Goldenen Lorbeer“ bedacht. Hier taucht der Leser ein in die Psychologie des Bösen: Iben, Malene, Anne-Lise und Camilla, vier Frauen, arbeiten zusammen im Dänischen Zentrum für Information über Völkermord. Iben und Malene sind enge Freundinnen, die sich im Büro die interessanten Aufgaben zuschieben. Eines Tages erhält Iben per E-Mail eine Morddrohung. Zunächst geht sie davon aus, dass der Absender ein serbischer Kriegsverbrecher sein muss. Bald aber schließen Malene und sie auch Anne-Lise als Schuldige nicht mehr aus.

Christian Jungersen recherchiert für seine Bücher immer sehr gründlich, so dass es zuweilen sechs bis acht Jahre dauert, ehe ein neuer Roman erscheint. Christian Jungersen lebt den Großteil des Jahres auf Malta.

Mehr zur Veranstaltung www.litteraturfestival.nu


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erstellt am 06.Nov.2014 | 11:15 Uhr

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