zur Navigation springen

Kita-Anbau : Der Stadumer Kindergarten wird erweitert

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Nach einigem Hin und Her steht nun fest: Der Anbau kommt – mit Kostendeckel.

shz.de von
erstellt am 19.Jul.2017 | 11:26 Uhr

Rein aus dem Kita-Anbau, raus aus dem Kita-Anbau – und nun doch wieder zurück zum Anfang mit einigen Änderungen: In ihrer jüngsten Sitzung haben die Stadumer Gemeindevertreter bei einer Enthaltung beschlossen, dass die Erweiterung des Kindergartens umgesetzt werden soll.

Zur Erinnerung: In der Juni-Sitzung hatte eine Mehrheit des Gemeinderats in Stadum nach kontroverser Diskussion dafür gestimmt, die Planungen für den Kita-Anbau wegen zu hoher Kosten zu stoppen und doch einen Neubau zu überdenken (wir berichteten).

In der jüngsten Sitzung stellte der Bauausschuss-Vorsitzende Sven Jessen jetzt aber klar: Aufgrund bereits vorliegender hoher und weiterer unabsehbarer Kosten sei zunächst die Reißleine gezogen worden. Mehrere gemeinsame Fraktionssitzungen sowie Treffen mit Architektin und Bauverwaltung des Amtes später allerdings herrschte jetzt weitgehende Einigkeit: Der Kita-Ausbau muss so schnell wie möglich kommen, darf allerdings maximal 370  000 Euro bis 400  000 Euro kosten.

Wichtig für die Entscheidung pro Anbau waren laut Jessen unter anderem, dass die zugesagten Fördergelder in Höhe von 100  000 Euro weiter zur Verfügung stehen und eine aktuelle Gefährdungsanalyse bezüglich des Chlorgasraumes des Schwimmbades vorliegt. Beides sei der Fall, zudem seien die Ausschreibungsunterlagen überarbeitet worden, so dass unnötige Kosten gestrichen oder Alternativangebote eingeholt worden seien. Gemeindevertreter Dr. Uwe Kowalski erschien jedoch auch die neue Kostenkalkulation für einen Anbau von 100 Quadratmetern zu hoch. Der Bauausschuss-Vorsitzende wies darauf hin, dass die Kosten sich nicht allein auf den Anbau bezögen, sondern dass auch das Bestandsgebäude aktuellen Anforderungen entsprechend saniert werden müsse, was rund 40 Prozent der Kosten ausmache.

Die Sicht des Betreibers verdeutlichte Christian Kohnke, Leiter des Evangelischen Kindertagesstättenwerkes Nordfriesland. Die bereits seit mehreren Jahren praktizierte Containerlösung für die Krippengruppe sei ausschließlich als Provisorium genehmigt worden, betonte Kohnke. Entschiede sich die Gemeinde gegen einen Anbau, wäre die Konsequenz sehr wahrscheinlich eine Gruppen-Reduzierung. Das mindere nicht nur die Attraktivität der Gemeinde, auch als Schulstandort, sondern könne auch auf andere Weise teuer werden: Kohnke verwies auf den gesetzlichen Anspruch auf Betreuungsplätze für Kinder.

Könne eine Gemeinde das nicht selbst leisten, müsse sie die Kosten der Unterbringung von Kindern in auswärtigen Einrichtungen übernehmen. „Das könnte dann 2000 bis 8000 Euro pro Kind pro Jahr bedeuten.“ Schlimmstenfalls wären sogar Lohnausfallkosten zu tragen, falls Kinder nicht untergebracht werden könnten. Diese schwer kalkulierbaren Kosten jedenfalls bleiben den Stadumern nach ihrem Votum für die Erweiterung erstmal erspart.

Stadum ist nicht die einzige Gemeinde, in der es aktuell mehr Bedarf als Betreuungsangebote gibt: „In mehreren Orten in Südtondern ist eine absolute Abkehr vom demografischen Wandel zu beobachten. In Achtrup wird gerade eine Kita-Gruppe aus dem Boden gestampft, in Leck fehlen sogar zwei Gruppen“, so Kohnke.



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen