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Nordfriesland Tageblatt

13. Dezember 2017 | 12:13 Uhr

Der plattdeutschen Sprache verpflichtet

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Vor 40 Jahren begann die Geschichte des erfolgreichen Ensembles „Plattdüütsche Ring Leck“ / Ein Rückblick

von
erstellt am 18.Feb.2016 | 12:46 Uhr

Die der Lecker Volkshochschule angehörige Bühne namens „Plattdüütsche Ring Leck“ kann in diesem Jahr auf ihr 40-jähriges Bestehen zurückblicken. Die Anfänge der Theatergruppe gehen auf den „Plattdeutschen Kreis“ zurück, der auf Einladung des damaligen Chefs der Abendvolkshochschule Leck, Peter Jensen, am 23. Januar 1975 in der Aula der Realschule Leck gegründet wurde. Ihr Ziel: einen Beitrag zum Erhalt und der Pflege der plattdeutschen Sprache zu leisten. Zum Vorsitzenden wurde Karl Lorenzen gewählt. Von nun an kamen Freunde der plattdeutschen Sprache häufig zusammen, um sich Vorträge, Gedichte und Lieder von Autoren wie Max Sönksen, Amanda Dumstrei und anderen anzuhören.

Noch im Jahre seiner Gründung zog der „Plattdüütsche Kreis“ ins Soldatenheim um, woraufhin dort auch Konzerte von Feuerwehrkapellen aus der Umgebung stattfanden und Theatergruppen aus Süderlügum, Klixbüll, Ladelund, Riesbriek und Drelsdorf ihre Stücke präsentierten. Letzteres führte zum Wunsch der Lecker Theaterfreunde, eine eigene Gruppe auf die Beine zu stellen, den sie unverzüglich realisierten. Der Tag der Premiere des von Friedrich Lange verfassten, von insgesamt 500 Zuschauern besuchten Stückes „De letzte Feriendag“ (Dienstag, 9. März 1976) gilt offiziell als Gründungstag der Bühne „Plattdüütsche Ring Leck.“

In der Zeit von 1976 bis heute hat diese 41 niederdeutsche Theaterstücke – zumeist Dreiakter – prominenter Autoren aufgeführt. Ihre jährlich zehn öffentlichen und zwei den Senioren vorbehaltenen Aufführungen wurden bislang von insgesamt 105  484 Zuschauern wahrgenommen, woraus sich ein durchschnittlicher Besuch von 2637 Zuschauern pro Jahr oder 220 Gästen pro Vorstellung errechnet. Die Premiere 2016 ist für Freitag, 26. Februar, geplant und wird im Festsaal der Nordsee Akademie Leck stattfinden.

In den ersten Jahren ihrer Tätigkeit zog die Bühne gelegentlich sogar über die Dörfer, was sie wegen des enormen organisatorischen Aufwands aber schnell wieder einstellte. Mit dem Stück „Op Düvels Schuuvkaar“ von Karl Bunje nahm der Spielbetrieb 1977 ordentlich Fahrt auf. Das Publikumsinteresse erreichte seinen Höhepunkt im Jahre 1994, als sich 3787 Gäste einfanden, um „Meister Anecker“ von August Lähn mitzuerleben. Die Titelrolle spielte damals Adalbert Schulz, dessen darstellerische Künste viele Zuschauer an den berühmten Mimen Henry Vahl vom Hamburger Ohnsorg-Theater erinnerte. Er glänzte schon ab 1978 in 31 Stücken als Schauspieler und wirkte seit 1984 bis zu seinem Ausscheiden im Jahre 2007 bei 24 Spielen als fachkundiger Spielleiter und Regisseur. Darüber hinaus kümmerte er sich in dieser Zeit auch um das Bühnenbild.

Vor der Schließung des Soldatenheims bezog der „Plattdüütsche Ring Leck“ 1984 im Festsaal der Heimvolkshochschule (heute: Nordsee Akademie) Quartier. In den ersten Jahren der Bühne wirkte Karl Lorenzen als Spielleiter und Regisseur, danach Karin Schmidt. Von 2008 bis 2012 übernahm Klaus Reschke die Spielleitung, während Ellen Redlefsen sich mit der Regie befasste, gefolgt von Marion Jöhnk/Asta Steensen und Joachim Janke. Für den Bau des Bühnenbildes und die Betreuung der Technik zeichnen inzwischen Stephan Ostrinski und Olaf Arps verantwortlich.

Seit 1993 ist die Theatergruppe des Plattdeutschen Rings ordentliches Mitglied im „Verband der Amateurtheater Schleswig-Holsteins“.

Als ein ganz besonderer Tag in der Geschichte der Laienbühne in guter Erinnerung geblieben ist die Feier der Gemeinde Leck vom 19. Juni 1981 – aus Anlass deren 750-jährigen Bestehens. Damals hatte die Theatergruppe mit einem umfangreichen Programm, insbesondere mit dem Stück „Uns Moderspraak“ von Jürgen Borcherdt ihr Publikum begeistert. Dies hofft sie, auch in den kommenden Jahrzehnten weiterhin tun zu können.

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