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Serie Südtondern blüht auf : Der Hüter des Stadtparks

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Im Frühling stellt unsere Zeitung besondere Gärten in Südtondern vor – heute geht es um den Stadtpark in Niebüll.

shz.de von
erstellt am 18.Apr.2017 | 10:22 Uhr

Sie zupfen Wildkräuter aus Beeten, mähen den Rasen und harken die Wege: Pünktlich zum Osterfest sorgen Jochen Johannsen und sein Team dafür, dass der Niebüller Stadtpark frisch ist für die Besucher. Seit 1982 ist der Stadtgärtner dafür zuständig, dass die Grünflächen in der Stadt gepflegt sind. Das ganze Jahr über ist der 50-Jährige, der außerdem Leiter des Bauhofs Niebüll ist, im Einsatz. Nach der Winterpause, in der eher kleinere Arbeiten anfallen, beginnt im Park an der Marktstraße jetzt die Saison.

„Die Narzissen stehen gerade in voller Blüte, einige sind schon abgeknickt – aber jetzt fangen bald die Tulpen an“, sagt Johannsen. In den Randbeeten sprießen nun außerdem Schachbrettblumen: Die Zierpflanze aus der Familie der Liliengewächse wird auch Kiebitzei genannt, erklärt der Fachmann. Dazwischen gedeiht der Schneeglanz und schmückt mit seinen blauen Blüten die Fläche, auf denen im Frühjahr die Krokusse wuchsen.


Viele Hobbygärtner mähen die Krokusblätter zu früh ab

Schachbrettblumen wachsen auf der Wiese.
Schachbrettblumen wachsen auf der Wiese.

Die Reste der Frühblüher stehen noch: Erst Mitte Juni werden die welken Blätter mit dem Rasenmäher gekappt, erklärt der Experte. „Vielen Leute machen das in ihrem heimischen Garten zu früh.“ Das sei falsch, denn um die Krokusblüten für die nächste Saison zu stärken, brauche die Pflanze ihre Blätter noch ein Weilchen. Unter anderem um Fotosynthese zu betreiben. Wer die grünen Überbleibsel zu früh abschneidet – zum Beispiel um eine gleichmäßige Rasenfläche zu haben – riskiere, dass die Frühblüher im nächsten Jahr nicht austreiben.

In der Mitte des rund 7000 Quadratmeter großen Parks steht, von Buchenhecken gesäumt, ein Springbrunnen. Bis dort wieder Wasser sprudelt, müssen sich Naturfreunde aber noch gedulden. „Den machen wir erst an, wenn es wärmer wird“, sagt der Gärtner. Damit Erholungssuchende einen Platz zum Verschnaufen haben, sollen dort dann auch wieder Bänke aufgestellt werden.

Die Tulpen treiben demnächst aus.
Die Tulpen treiben demnächst aus.
 

Lärchen, Buchen und Ahorn umsäumen die Blumenbeete, schenken im Sommer Schatten und dienen als Nistplatz für Vögel. Dazwischen sorgen die gelben Blüten der Forsythien-Sträucher für bunte Farbkleckse.

In rund vier Wochen werden die ersten Sommerblumen ihre Knospen öffnen: „Dann wachsen hier Rosen, Dahlien, Eis, -und Knollenbegonien“, erklärt Johannsen die jahreszeitlichen Entwicklungen in „seinem“ Garten.

Eine liebste Periode hat der Gärtner nicht, trotzdem gefällt ihm der Stadtpark am besten zur Krokusblüte: „Da ist alles noch so grau draußen – die bunten Blumen bringen die erste Farbe in die Natur.“

Knallgelb blühen die Forsythien.
Knallgelb blühen die Forsythien.
 

Nicht immer war der Platz vor der Friedrich-Paulsen-Schule ein Ort der Freude: Dort, wo heute Blumen blühen und Gras sprießt, standen während des Zweiten Weltkrieges die Baracken eines Arbeitslagers, sagt Udo Schmäschke, Bauamtsleiter in Südtondern. Zuvor sei die Fläche bis etwa 1900 landwirtschaftlich genutzt worden – Rinder und andere Tiere seien hier gelaufen. Erst nach dem Krieg wurde der Garten demnach angelegt.

Damit die grüne Pracht im Herzen der Stadt weiterhin so gut gedeiht, rücken während der Saison einmal pro Woche teilweise bis zu zwölf Gärtner an, um die Pflanzen zu gießen und die Beete zu säubern.


Park ist ein beliebter Picknickplatz

Der Schneeglanz, botanisch Chionodoxa.
Der Schneeglanz, botanisch Chionodoxa.

Johannsen ist beglückt, wenn sich Menschen über die Pflanzen freuen und im Park tummeln. Denn dieser sei ja „da, um genutzt zu werden, das ist kein Museumsgarten“, sagt Johannsen. Im Sommer ist der Park ein beliebter Picknickplatz und die Schüler verbringen hier regelmäßig ihre freie Zeit. Kaputt gemacht würde im Park nur selten etwas. Selbst beim wildesten Ballspielen achteten die Kinder auf die Tulpen, sagt er. Ohnehin ist der Naturmensch der festen Überzeugung: „Je besser etwas gepflegt ist, desto mehr achten die Leute darauf, es zu erhalten.“

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