zur Navigation springen
Nordfriesland Tageblatt

21. August 2017 | 01:36 Uhr

Interview : Der Himmel sieht immer anders aus

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Kunstmalerin S. Henni stellt am kommenden Sonntag in der katholischen Kirche St. Gertrud in Niebüll ihre Arbeiten aus. Die gebürtige Norwegerin malt seit ihrer frühesten Kindheit.

Hinter der Signatur „S. Henni“ verbirgt sich die gebürtige Norwegerin Henni Schiweck (69). Als Dreijährige kam sie mit ihrem deutschen Vater und der norwegischen Mutter nach Deutschland, lebte im Rheinland. Vor drei Jahren zog die Kunstmalerin mit ihrem Mann Klaus nach Aventoft. Am 13. Oktober zeigt sie in der Niebüller Kirche St. Gertrud christliche und einige Blumen-Bilder. Betrachtet werden können sie jeweils nach dem Gottesdienst bis in den Nachmittag hinein.

 

Wie sind Sie zur Malerei gekommen?

Angefangen bin ich etwa mit fünf Jahren. Beispielsweise habe ich aus der Zeitung die Bild-Lilly abgezeichnet. Mein erstes Ölbild entstand, als ich 15 Jahre alt war.

 

Was malen Sie und welche Techniken nutzen Sie?

Ich male Öl auf Leinen. Für die Ausstellung in der St. Gertrud-Kirche habe ich einige Bilder mit christlichen Motiven vorbereitet. Dabei geht es um die Jungfrau Maria, die Themen Trauer aber auch Hoffnung. Die Bilder „Fels in der Brandung“ oder „Glut des Feuers“ sind Beispiele dafür.

 

Wo finden Sie Ihre Motive?

Das Bild „Regenbogen über der Fenne“ entstand, als ich aus dem ersten Stock unseres Hauses über die Wiese geschaut habe. Da war wirklich ein Regenbogen zu sehen. An dessen Ende habe ich dann noch zusätzlich ein Kreuz gemalt. Dabei ist es mir wieder bewusst geworden: Der Himmel sieht immer anders aus. Eines der Bilder zeigt segnende Hände. Das sind die meines Mannes. Ein weiteres zeigt zum Gebet gefaltete Hände – das sind meine. Aber ich suche mir auch neutrale Motive, wie beispielsweise die Blumen aus unserem Garten. Dazu gehören die „Anemonen im Blätterwald“. Das Bild wird in St. Gertrud zu sehen sein. Es misst 1 x 0,70 Meter.

 

Wie lange arbeiten Sie an einem Bild?

Das ist natürlich unterschiedlich. Für „Anemonen im Blätterwald“ habe ich vier Tage benötigt. Nicht durchgängig. Es waren so etwa 16 bis 17 Stunden insgesamt. Ansonsten benötige ich für ein Bild im Schnitt sechs bis sieben Stunden. Ich male freihändig. Es gibt Maler, die ihre Motive mit Projektoren an die Wand werfen und dann abmalen. Das mache ich nicht. Das ist für mich keine Kunst.

 

Sie haben noch ein weiteres Hobby. Ja, ich singe gerne. Mein Mann hat ein kleines Tonstudio und bearbeitet die Lieder dann am Computer. Es gibt auch eine CD von mir.

 

Sie und Ihr Mann sind evangelisch. Wie ist es dazu gekommen, dass Sie in einer katholischen Kirche ausstellen?

Mein Vater war katholischen Glaubens. Nun, ich habe mir gedacht „Versuchs mal“ und dann den Pfarrer von St. Gertrud, Gerard Rzaniecki, angerufen. Ich habe ihm erzählt, welche Bilder ich ausstellen möchte. Da hat er mir die Möglichkeit eingeräumt. Ich freue mich sehr darüber.

 

Was motiviert Sie?

Ich male einfach unheimlich gerne, es macht mir Spaß. Ich habe es nie gelernt. Aber ich denke, wenn man es mehr als 50 Jahre lang macht, ist man kein Hobbymaler mehr. Wenn man irgendeine Art von Talent hat, sollte man es nutzen. Einfach machen.

 

 

zur Startseite

von
erstellt am 08.Okt.2013 | 09:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen