Poesie auf dem Markt : Der dichtende Obsthändler

Ein Literat mit ernstem Anliegen: Klaus-Ortwin Weihe-Arriens mit seinem neuen Werk „Tod und Verleugnung“.
Ein Literat mit ernstem Anliegen: Klaus-Ortwin Weihe-Arriens mit seinem neuen Werk „Tod und Verleugnung“.

Klaus-Ortwin Weihe-Arriens hat gemeinsam mit Dr. Karin Tuxhorn seinen neuen Gedichtband auf dem Wochenmarkt vorgestellt.

shz.de von
20. Juli 2018, 07:00 Uhr

Klaus-Ortwin Weihe-Arriens kennt man in Niebüll von seinem Obst- und Gemüsestand auf dem Wochenmarkt. Dorthin kommt der sympathische Dithmarscher seit Jahren. Fast durch einen Zufall kam heraus, dass der Obsthändler auch schreibt. Zwischen 1980 und 1990 veranstaltete er sogar eigene Lesungen, beteiligte sich an Aktionslesungen „Literaten gegen den Krieg“. Nun hat er endlich seinen eigenen Gedichtband veröffentlicht: Verlegerin Dr. Karin Tuxhorn stellte kürzlich Autor und Buch auf dem Niebüller Wochenmarkt vor.

Klaus-Ortwin Weihe-Arriens ist der neue Autor der „edition marehalm“. Der Mann mit dem Fidel-Castro-Bart nannte seinen brandneuen Gedichtband „Tod und Verleugnung“. Dr. Karin Tuxhorn drückte ihre Freude aus, dass zahlreiche Interessierte am Obst- und Gemüsestand erschienen waren.

Zunächst berichtete sie als Anekdote das Kennenlernen. Klaus-Ortwin Weihe-Arriens wollte zunächst seine Skripte nicht zum Lesen herausgeben. Sie durfte die Texte nur in seinem Beisein lesen. „Was für einen Verlagslektor ungewöhnlich ist“, so die Germanistin. Sie ließ sich aber darauf ein, da das Leben bekanntlich bunt ist – „und siehe da, das Buch ist fertig!“

Ein sorgsam editiertes Werk, das in jede Handtasche passt. „Es wurde ein Gedichtband, der nicht immer einfach zu verstehende Gedichte enthält – aber das muss ja auch nicht sein“, erklärte die Lektorin. Die Gedichte regten zum Nachdenken an. Und mancher könne nur ein Gedicht am Tag lesen, da ein großes Spektrum an Emotionen und Vorstellungen angesprochen werde.

Es sind schwere Gedichte, die – wie der Titel schon sagt – oft den Tod beschreiben. Aber es ist nicht nur Moll. In der tiefgründigen Lyrik steckt auch jede Menge Verheißung und Zuversicht. Es sind kurze Momente aus der Beobachtung der Natur, aus dem eigenen Leben, aus seinem Denken und Fühlen – sehr persönlich.

Denn nicht nur der Krieg hat den Dichter als Thema sehr beschäftigt, auch die eigene Endlichkeit angesichts schwerer Operationen, die er überstanden hat. „Der Mensch ist Teil der Natur“, lautet sein Credo. „Das Individuum bleibt erhalten, doch wirkt die Menschheit wie ein großer Organismus“, so Weihe-Arriens. Die Besucher der Buchvorstellung diskutierten noch länger. „Es war eine interessante Veranstaltung“, so das Resümee von Dr. Karin Tuxhorn. Das Buch kann auf dem Wochenmarkt und im Buchhandel erworben werden.


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