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Tag des offenen Denkmals : Denkmal-Mahnwache am Küsterhaus

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Küsterhaus – wie geht es weiter? Schöne Ruine mit viel Charme

Am Sonntag, 13. September, war „Tag des offenen Denkmals“. Die ehrenamtlich-engagierten Denkmalfreunde Südtonderns hatten zuvor ein Treffen am Küsterhaus an der Niebüller Kirche. Es war eine Mahnwache.

Seit dem Vorjahr steht das historische Küsterhaus an der Niebüller Kirche unter Denkmalschutz und wurde offiziell in das Denkmalbuch eingetragen. Es handelt sich somit um ein Kulturdenkmal, an dessen Erhaltung aus bauhistorischen und geschichtlichen Gründen ein öffentliches Interesse besteht. Den Anstoß dazu hatte die Interessengemeinschaft (IG) Baupflege 2013 gegeben; das Gebäude droht jedoch nach wie vor zu verfallen.

Im Haus ist seither eine neue Zwischendecke eingezogen worden und ein Architekt plant nach Auskunft der Eigentümer die Restaurierung des Gebäudes. Geplant ist eine Nutzung als Ferienwohnung – so der offizielle Stand seit Februar 2014 (wir berichteten). Ein Abriss wäre nach dem Denkmalschutzgesetz nicht ohne weiteres möglich, erlaubt ist nur eine Renovierung im Bestand. Nach einem Abriss – bei Einsturz etwa gilt Gefahr im Verzug – wäre das historische Kleinod endgültig dahin und ein Wiederaufbau unmöglich. Der Grund: Es darf auf dem engen Grundstück aufgrund der vorgeschriebenen Abstände (bei Weichdächern mindestens sechs Meter zur Grundstückgrenze) nicht erneut ein Reetdachhaus gebaut werden.

Bis zum Juni 2015 hatten laut den Mitgliedern der IG Baupflege Schleswig-Holsteins Denkmalschützer etwa ein Drittel der geschätzt 16  000 einfachen Kulturdenkmale im Land erfasst. Nur 2800 der 5800 Objekte werden in die geplante Denkmalliste aufgenommen, denn rund 50 Prozent der bisher eingetragenen Denkmäler sind bereits verschwunden oder wurden in der Vergangenheit baulich zu stark verändert.

„Viele Bürger der Stadt Niebüll sind sehr daran interessiert, dass das Küsterhaus nicht bald auch in die Liste der verschwundenen Denkmälern gehört“, sagt Peter von Hoyningen-Huene von der „Küsterhaus-Rettungs-Riege“. „Die Unterschutzstellung ist eine Verpflichtung“, fügt IG-Baupflege-Unterstützer Georg Böhm hinzu.

Erfreut zeigen sich die Denkmalfreunde darüber, dass der Pavillon in Leck in die Liste der Kulturdenkmäler aufgenommen wurde.

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