zur Navigation springen

Sanierungsarbeiten : Den Rohrbrüchen ein Ende bereiten

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Kostspielig, aber notwendig: Der Zweckverband „Wasserversorgung Drei Harden“ erneuert in Niebüll das Trinkwassernetz. Die teilweise 60 Jahre alten Rohre sind marode.

Das Problem ist bekannt: Das Rohrnetz des Zweckverbandes „Wasserversorgung Drei Harden“ ist zum Teil schon sehr alt. Einige Leitungen befördern bereits seit fast 60 Jahren das Trinkwasser. Sie sind marode geworden, weshalb Rohrbrüche in der Region an der Tagesordnung sind. Die Lebensader der Trinkwasserversorgung für die Stadt, 24 Gemeinden in Südtondern und die Halliggemeinde Oland/Langeneß ist instabil – noch. Denn die alten Rohre werden ersetzt, eine aufwendige und kostspielige Angelegenheit.

„Wir tauschen jährlich zehn Kilometer Leitungen aus und arbeiten mit hoher Schlagzahl“, sagt Verbandsingenieur Heiko Thede. Insgesamt müssen 510 Kilometer alte Leitungen ausgewechselt werden, 120 Kilometer sind geschafft. Ein Meter Leitungsaustausch kostet im Außenbereich rund 45 Euro – und in dicht bebauter Ortslage etwa 145 Euro. Zurzeit kann man einer Tiefbaufirma und den Rohrnetzmonteuren des Zweckverbandes „Wasserversorgung Drei Harden“ im westlichen Siedlungsgebiet der Stadt zuschauen, wie alte Rohrleitungen gegen Polyethylen-Leitungen (PE-Leitungen) ausgetauscht werden. Verwendet wurden früher dagegen Gusseisen-, PVC- sowie Zementfaserrohre. Die jetzt verwendeten PE-Rohre haben den Vorteil, elastischer zu sein. Ihre Prognose zur Haltbarkeit liegt bei 100 Jahren.

Verbandsingenieur Heiko Thede gibt Erläuterungen zu dem auf Jahre verteilten Vorhaben, das den Verband jährlich zwischen 800 000 und einer Million Euro kostet. In den Jahren 1956 bis 1965 erfolgte der Erstausbau des Netzes, das in der Folge stetig erweitert wurde. 1963 floss Drei-Harden-Wasser auch zu den Halligen Oland und Langeneß. Mit den Jahren kamen neue Baugebiete hinzu.

In der Stadt Niebüll bestand bereits ein 30 Jahre altes Netz mit gusseisernen und PVC-Leitungen. In den 1960er bis 1980er Jahren wurden Faserzementleitungen verlegt, die sich im Kleiboden gut und im Geestbereich weniger gut hielten.

Das Rohrleitungsnetz von Drei Harden ist das Arbeitsfeld der Rohrleitungsmonteure. Mitbeteiligt sind die Fachkräfte für Wasserversorgungstechnik. Bei den Arbeiten „im Untergrund“ wirken Tiefbaufirmen mit, deren Mitarbeiter mit den Rohrnetzbauern Hand in Hand arbeiten. Drei Harden schreibt die Arbeiten am Netz Jahr für Jahr aus. Den Arbeiten geht die Planung voraus, wo wann was wie gemacht wird und wann Baubeginn ist. Mit den Anrainern der Leitungen, die überwiegend unter Bürgersteigen verlaufen, wird zeitig kommuniziert, „damit sie ihre Auto woanders parken, wenn vor ihrer Auffahrt gebuddelt wird.“ Vor jeder Baumaßnahme im Erdreich nimmt Drei Harden mit den Gemeinden, Stadt- und Gemeindewerken sowie allen „am Untergrund Beteiligten“ Kontakt auf. Zu diesen gehört auch die Breitbandgesellschaft, die schon mal Leerrohre verlegen lässt.

Das Wasser fördert Drei Harden aus 14 Brunnen – zehn 30 bis 40 Meter „flachen“ und vier bis zu 120 Meter tiefen Brunnen, von denen zurzeit nur drei, vier in Betrieb sind. Gefördert werden jährlich drei Millionen Kubikmeter- und verkauft 2,8 Millionen für 78 Cent pro Kubikmeter.

 

 

zur Startseite

von
erstellt am 24.Okt.2013 | 05:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen