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Nordfriesland Tageblatt

22. Oktober 2017 | 11:13 Uhr

Begegnung : Den europäischen Gedanken leben

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Aus Frankreich, Russland, Großbritannien oder Island sind Teilnehmer für den internationalen Sommerkurs nach Leck gekommen.

shz.de von
erstellt am 07.Aug.2014 | 07:00 Uhr

Am Montag sind sie angereist, am Dienstag machten sie eine Kennenlern-Rallye durch Leck und gestern empfing Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn 17 junge Menschen aus acht Nationen im Rathaus. Eine Geste, die bei den Teilnehmern des 33. Internationalen Sommerkurses der Nordsee Akademie gut ankam. Gern ergriffen sie die Möglichkeit, ihrem Gastgeber „Löcher in den Bauch“ zu fragen.

„Ist Leck Ihre Heimat? Waren Sie schon einmal in Frankreich? Setzen sich Jugendliche politisch für ihren Ort ein? Was ist das Schwierigste an Ihrer Arbeit? Gibt es in Leck ein Theater? Was wird hier am meisten produziert?“ Das Interesse an Informationen war groß, und der Bürgermeister lieferte gern Daten und Fakten. Er sei ein „Zugereister“ (vor 30 Jahren), habe Frankreich noch nicht besucht, gab er zu. Als besondere Herausforderung nannte er die Realisierung von Projekten, hier insbesondere den Wunsch, den ehemaligen Militärflugplatz in einen Wirtschaftsraum umzuwandeln. „Wir möchten Arbeitsplätze schaffen, möchten Naturschutz, Menschen und Betriebe in Einklang bringen. Das ist ein Prozess, der Zeit braucht“, erklärte Langbehn.

Zuvor hatte er die junge Schar herzlich begrüßt und ihnen einen Exkurs über die 7600-Seelen-Gemeinde gegeben. Im Jahr 1231 sei Leck zum ersten Mal in einer Chronik genannt und habe sich zum zentralen Marktort entwickelt. „Wir leben heute in einem hochwertigen Naturraum direkt in der Mitte zwischen Nordsee und Ostsee – da, wo andere Urlaub machen“, meinte der Bürgermeister. Man existiere von der Wirtschaft, wozu auch die Nordsee Akademie mit über 16 000 Kursteilnehmern gehöre und das Buchherstellungsunternehmen CPI Clausen & Bosse als größten Arbeitgeber mit über 600 Mitarbeitern. Langbehn ging auf die Schullandschaft ein, erzählte von Politik und Verwaltung, von den zahlreichen Vereinen als Rückgrat der Gesellschaft und nicht zuletzt die Umstellung auf regenerative Energie: „Das ist der richtige Schritt, der weiter beflügelt werden muss.“

Immer wieder beteuerte der Bürgermeister, wie schön es sei, in Leck zu leben. Er wünschte den jungen Leuten eine schöne Zeit und: „Nehmen Sie gute Eindrücke mit nach Hause.“ Eine Chronik des Luftkurortes überreichte er an Dilorom Isroilova aus Usbekestan. Sie hatte die weiteste Anreise hinter sich, war allein sechs Stunden bis nach Frankfurt geflogen. „Ich war schon mehrere Male in Deutschland und bin nun hier, weil mein Cousin mir von dem Kurs vorgeschwärmt hat. Er hat Recht: es ist toll, ich fühle mich hier wohl und werde in meiner Heimat Werbung machen“, sprudelte es aus Dilorom Isroilova heraus.

Die sieben Männer und zehn Frauen werden drei Wochen unter einem Dach weilen und im deutsch-dänischen Grenzgebiet den europäischen Gedanken leben. Zwischen 18 und 16 Jahre sind sie alt und kommen aus Georgien, Frankreich, Usbekistan, Russland, Großbritannien und Marokko. Mit Gudrun Inga Gudbrandsdottir ist erstmals Island vertreten, und zwei Polen wohnen ganz in der Nähe von Skarszewy/Boleslawowo. Mit diesem Ort plant Leck eine Partnerschaft. Wie im vorigen Jahr hat Irina Kruglova aus Russland wieder den Weg in den hohen Norden Deutschlands gefunden: „Mir gefällt alles: Die Natur, die Freizeitgestaltung, das Programm, die Menschen und natürlich das Zusammenleben mit Gleichgesinnten aus verschiedenen Nationen.“

Die Abiturienten, Studierenden und Berufstätigen verfügen über gute deutsche Sprachkenntnisse, die sie dennoch vertiefen möchten. Sie wollen mehr über die deutsche Kultur und Geschichte, über Land und Leute erfahren. Ziel des Kurses, der vom Kulturministerium und treuen Sponsoren gefördert wird, ist, mehr über sich und die anderen zu lernen durch das gemeinsame Erarbeiten gesellschaftlicher, politischer und kultureller Themen. Der Schwerpunkt ist die Beschäftigung mit Europa. Darüber hinaus sind Exkursionen ins Wattenmeer geplant, ins benachbarte Dänemark und zum Landtag in die Landeshauptstadt Kiel.

 

 

 

 

 

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