Juniorwahl : Demokratie erleben und verstehen

Der Wahlvorstand aus der 10e: Thies Carstensen, Blertun Aljija, Anton Noschkin, Gabriel Özdar und Mats Bannert, dahinter steht Referendarin Marie Rosenberg.
Der Wahlvorstand aus der 10e: Thies Carstensen, Blertun Aljija, Anton Noschkin, Gabriel Özdar und Mats Bannert, dahinter steht Referendarin Marie Rosenberg.

Die Gemeinschaftsschule Niebüll hat an einem bundesweiten Projekt zur Bundestagswahl teilgenommen – und Schüler abstimmen lassen.

shz.de von
24. September 2017, 06:00 Uhr

Wie wähle ich eigentlich? Welche Parteien gibt es und was haben sie vor? Mit diesen Fragen haben sich die achten bis zehnten Klassen der Gemeinschaftsschule Niebüll in den vergangenen Wochen vor der Bundestagswahl beschäftigt. Denn wie über 3000 Schulen im ganzen Land nahm auch die Gemeinschaftsschule an der Juniorwahl, einem bundesweiten Projekt zur Bundestagswahl 2017, teil.

Demokratie erleben und verstehen – das war dabei das vorrangige Ziel. Wie bei einem „echten“ Wahlakt gingen auch die Schüler der Gemeinschaftsschule mit Schülerausweis zur Wahlurne in den Konferenzraum der Schule, der als Wahllokal diente, und gaben ihren Stimmzettel mit Erst-und Zweitstimme ab. Die Teilnahme war ab der achten Klasse möglich und selbstverständlich freiwillig, dennoch ergab sich eine bunte Mischung aus 13 Klassen mit jeweils rund 25 Schülern, die am Donnerstag an die Wahlurne gingen.

„In erster Linie geht es darum, Hemmungen abzubauen und die Schüler auf ihre erste zukünftige Wahl vorzubereiten“, erklärte Marie Rosenberg, die mit ihrer Wirtschaft-Politik-Klasse, der 10e, den Wahlvorstand des Projekts bildete. Der nachgestellte Wahlakt diene als „Generalprobe“ und fördere das eigenverantwortliche Wählen und Handeln der Schüler, fügte sie hinzu. Zum besseren Verständnis der verschiedenen Wahlprogramme, setzten sich die Schüler im Unterricht intensiv mit den Wahlprogrammen aller Parteien auseinander, insbesondere der Wahl-O-Mat erwies sich dabei als große Hilfe.

Dafür, dass am Wahltag alles reibungslos ablief, sorgte der Wahlvorstand der 10e, der sich aus einem fünfköpfigen Schülerteam zusammensetzte und sich schichtweise abwechselte. Eine Schicht als Vorstand übernahmen dabei Thies Carstensen, Blertun Aljija, Anton Noschkin, Gabriel Özdar und Mats Bannert. Die Organisation und Durchführung des Wahlaktes erwies sich als eine verantwortungsvolle Aufgabe, die den Schülern jedoch Spaß bereitete. Sie würden sich wieder ein solches Projekt wünschen, denn es habe das politische Verständnis verbessert. Selbst könnten sie sich zwar nicht vorstellen, in der Politik aktiv zu werden, aber auf die Frage, ob sie wählen würden bei Volljährigkeit, folgte ein einstimmiges „Ja“. Bei der aktuellen Weltlage, die Anton Noschkin passend als „durcheinander“ bezeichnete, sei es wichtig, seine Stimme abzugeben. Allerdings wünscht sich das Schülergespann, dass die Parteien ihr Wahlprogramm künftig noch besser an die jüngere Generation anpassen. Wichtige Themen, wie Digitalpolitik, seien noch zu wenig vertreten in der alltäglichen Politik. Am Ende des Wahltages zählten die Schüler der 10e schließlich gemeinsam mit Marie Rosenberg die Stimmen aus und sendeten das Ergebnis an die Zuständigen der Juniorwahl. Wie bei einer „echten“ Wahl, galt auch an der Schule die Bewahrung des Wahlgeheimnisses als einer der Grundsätze der Demokratie.

Am kommenden Wahlsonntag wird das Gesamtergebnis der bundesweiten Juniorwahl um 18 Uhr auf www.juniorwahl.de veröffentlicht. Aufgrund überwiegend positiver Resonanz sowohl seitens der Lehrer als auch der Schüler ist es durchaus wahrscheinlich, dass das Projekt nicht einmalig bleibt und sich auch bei zukünftigen Wahlen an der Schule etablieren wird. „Zur nächsten Bundes- oder Landtagswahl machen wir bestimmt wieder mit. Dann werden die jetzigen Fünf- bis Sechstklässler an der Reihe sein“, so Marie Rosenberg.

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