Ostermooringer Friesen : Dem Friesischen verbunden

Gab einen unterhaltsamen Rechenschaftsbericht: Hauke Friedrichsen.
Gab einen unterhaltsamen Rechenschaftsbericht: Hauke Friedrichsen.

800 Mitglieder und 120 Aktive beim Frasche Feriin for e Ååstermååre: „Foole tunk“ und „tohupe“ spielen wichtige Rollen beim Jahrestreffen.

shz.de von
15. Februar 2018, 12:00 Uhr

Risum-Lindholm | Wenn Jahresversammlung der Ostermooringer Friesen (Frasche Feriin for e Ååstermååre) ist, dann sitzt nach dem traditionellen Grünkohlessen der gesamte Vorstand auf der Bühne des Andersen-Hauses. Das Wort führt der Vorsitzende, der „kleine Hauke“ Friedrichsen – der Bürgermeister ist der „große Hauke“ Christiansen, natürlich auch im Saal anwesend. Friedrichsen versteht es, die Leute zu unterhalten, so dass gar nicht der Eindruck des Rechenschaftsberichts entsteht. Das Ganze natürlich auf „frasch“. Wichtig ist an diesem Abend „foole tunk“ (vielen Dank) und „tohupe“. Das hat nichts mit Hupen zu tun, sondern bedeutet „zusammen.“

Denn der Zusammenhalt ist wichtig – bei 800 Mitgliedern und 120 Aktiven wird dafür viel getan. Da gibt es die Jöögedfloose mit Shu Shaan, einer neuen Jugendformation. Oder aber die Frasche Loosche, die in Trachten auftreten. Beim Gesprächskreis, Frasch Scheew, kommen bis zu 25 Friesen unter der Leitung von Julius Dohrn zusammen.

Als Veranstaltungsraum ist das Andersen-Hüs stark frequentiert, rund 8000 Besucher werden verzeichnet. Als Veranstaltungen summierte Hauke Friedrichsen Goldene Konfirmationen, Musik und Theater sowie Lesungen auf. Die Organisation der Konzerte obliegt Volkert Petersen. „Jedes Konzert hat einen Unterstützer aus dem Ort“, lobte der Vorsitzende das regionale Sponsoring. Als „Highlight“ der Förderung bezeichnete er das „unendliche“ Sponsoring der Nospa.

Empfänge und Geburtstage gab es in reichlicher Zahl (50), 19 Hochzeiten wurden veranstaltet (ein Dank ging an Maren Petersen und Margrit Hansen). Interner Höhepunkt ist jedoch das „Helferfest“. Die 120 Ehrenamtlichen kommen dazu einmal im Jahr zusammen und feiern. „Der gute Zusammenhalt wird hier dokumentiert“, so Hauke Friedrichsen, „auch sonst läuft vieles wie geschmiert, fast von allein.“

Ob Frauke Thießen im Büro oder Gerhard Johannsen bei den Führungen, jeder weiß, was zu tun ist. Das betrifft auch den Hausmeister und die Reinigungskraft, die ebenso wie die Handwerker aus dem Dorf ins Lob miteinbezogen wurden. Wer sich verewigen will, kann das per Steinplatte im Andersen-Hüs tun: 250 Euro kostet der Risum-Lindholmer „Walk of fame“.

Die Vorstandswahlen zog der „kleine Hauke“ dann in unnachahmlicher Art durch. Innerhalb von fünf Minuten hatte er die Abstimmung unter dem Gejohle der Mitglieder, die bereitwillig mitmachten, absolviert. Jeder der im Amt Bestätigten bekam einen knappen Händedruck – das war es.

Grußworte gab es auch: Der Bürgermeister sprach vom Andersen-Hüs als das „Aushängeschild für das Friesische“. Heinrich Bahnsen, 2. Vorsitzender des Nordfriesischen Vereins, kam ebenso zu Wort wie der Geschäftführer Jörgen Vilsmaier-Nissen oder Claas Riecken (Nordfriesisches Institut). Alle lobten die Arbeit des Vereins, besonders die Jugendarbeit. Die vielköpfige Jugendgruppe Shu-Shaan des Ostermooringer Friesenvereins arbeitet derzeit am ersten Theaaterstück, das im März aufgeführt werden soll. Mit dabei sind Kinder und Jugendliche zwischen acht und 20 Jahren.

Hans Otto Meier (Heimatverein Dagebüll) berichtete hingegen über die Problem, das Jahrbuch zu erstellen. Er hoffe auf weitere Unterstützung.

Das Jahr 2018 werde wieder viel bieten, versprach „Kulturmanager“ Volkert Petersen. Neue Konzerte wie der Auftritt des Schülerorchesters des Harmonikaclubs Niebüll lege einen Akzent auf regionale Angebote.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen