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Dem Begriff des Realismus einen neuen Inhalt gegeben

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

von
erstellt am 02.Nov.2014 | 15:02 Uhr

„Fliegende Bauten“ heißt die Ausstellung mit Bildern der Berlinerin Sabine Beyerle, die der Kunstverein seit dem Wochenende im Richard-Haizmann-Museum bis Ende dieses Monats zeigt. „Das ist bestimmt eine interessante Ausstellung“, setzt Vereinsvorsitzende Erika Spaude auf großes Interesse an einer international bekannten und mit etlichen internationalen Preisen geehrten Künstlerin.

Sabine Beyerle, Jahrgang 1975, im baden-württembergischen Leonberg geboren, jetzt in Berlin zuhause, ist verheiratet mit dem Künstler David Reuter, Mutter zweier fünf und sieben Jahre alten Söhne, studierte an der Universität der Künste (UdK) Berlin und ist seit 2004 als freischaffende Künstlerin tätig.

Museumskustos Dr. Uwe Haupenthal nahm die wiederum zahlreichen Kunstfreunde aus der Stadt und der Region zu einem Rundgang durch die Ausstellung mit den überwiegend großformatigen Werken an die Hand und war mit ihnen einig, dass das wie eine Reise durch etliche Erdteile war. Der Museumschef zeigte sich geradezu berauscht davon, wie sehr sich die Wahrnehmung der Welt geändert hat. „Die totale Visualisierung“, meinte er, sei „wie eine Droge, die die Sinne vernebelt und einen Kick erzeugt und uns sagen lässt, das Leben sei schön, bunt – und einfach geil“.

Was Sabine Beyerle sah, hat sie mit der Kamera festgehalten, den Bildervorrat gesichtet und bewertet, das Bildmaterial mit ihrer Malerei künstlerisch aufgewertet und, wie Haupenthal meinte, „dem Begriff des Realismus einen neuen Inhalt gegeben“. In den Bildern der Künstlerin komme es zu einem fortgesetzten Zusammentreffen zweier gegensätzlicher, sich mitunter sogar ausschließender Bildmedien: der Fotografie und der Malerei. „Beide drängen in unterschiedliche Richtungen, müssen auf der Leinwand jedoch irgendwie miteinander auskommen.“ Statt dekorativ zu wirken, erzeugen die Bilder der Sabine Beyerle im Zusammenspiel mit informellen Zufälligkeiten eine demonstrative Leere der Räume und geben Handlungsräume vor, in denen der Betrachter selbst aktiv werden muss.

Einen musikalischen Tupfer gab es für die Besucher bei der Vernissage obendrauf. Die Ockholmerin Kathrin Jauer sang Lieder zur Gitarre.

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