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20 Jahre Städtepartnerschaft : Delegation aus Niebüll reist für Feier nach Polen

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Städte bejubeln den Zusammenhalt: Im Rahmen der Feier erhielten vier Südtonderaner die Ehrenbürgerschaft von Ploty.

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erstellt am 06.Sep.2017 | 11:55 Uhr

Niebüll | Mit Bürgermeister Wilfried Bockholt an der Spitze reisten Niebüller Bürger samt des kompletten Fanfarenzuges in die polnische Partnerstadt Ploty, um das 20-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft zu würdigen.  Auch Alt-Bürgermeister Heinz Loske, der 1997 die Urkunde unterschrieb, nahm am  Wochenende die Strapazen der Busreise auf sich, die fast einen ganzen Tag dauerte. Im Rahmen der Ehrungen erhielten Beate und Wolfgang Jandt sowie Ursula und Wilhelm Kroll die Ehrenbürgerschaft von Ploty. Die feierliche Verleihung war eingebettet in zahlreiche Reden, in denen die Zusammenarbeit der beiden Städte gewürdigt wurde. Ein Baum der Freundschaft wurde gepflanzt (Foto rechts), der Fanfarenzug und das Teens Brass Orchestra Ploty boten mitreißende Klänge und eine tolle Show. Im Anschluss feierten alle Beteiligten beim Erntefest in Karnice das Ereignis.

Am Sonntag gab es mit einem Besuch der Bibliothek im Alten Schloss und einem spannenden Vortrag von Marcin Makjwiecki über den berühmtesten Sohn der Stadt, August Wilhelm Pagel, einen fulminanten Abschluss. Alles stand im Zeichen einer überwältigenden Gastfreundschaft: Plotys Bürgermeister Marian Malinski sorgte sich alle drei Tage höchstpersönlich um das Wohlergehen der Niebüller Gäste. In vielen von großer Offenheit geprägten Gesprächen stand jedoch immer wieder die politische Lage im Blickpunkt: Die Sorge, dass Polen auf dem Weg zur Diktatur ist, trieb die Gastgeber um. Sie setzen auf ein freies, demokratisches und vereintes Europa.

Während der Freitag zunächst von Wiedersehensfreude beziehungsweise erstem Kennenlernen gekennzeichnet war, folgte am Sonnabend das umfangreiche Festprogramm. Die offizielle Sitzung des Stadtrates fand im modernen Sportzentrum statt. Bürgervorsteher Piotr Jasina leitete die Sitzung, in der über die Ehrenbürgerwürde abgestimmt wurde. Die Niebüller Gäste hatten derweil auf der Tribüne Platz genommen, um das Geschehen zu verfolgen. Ursula und Wilhelm Kroll sowie  Beate und Wolfgang Jandt wurde in warmen Worten für ihr langjähriges Engagement gedankt. Bürgermeister Marian Malinski überreichte Präsente und Urkunden. Beate Jandt erinnerte in ihrer Rede an den ersten Besuch einer offiziellen Delegation im Oktober 1997 – damals wurden die Urkunden ausgetauscht. Doch  schon  vorher gab es inoffizielle Begegnungen, denn viele Neu-Niebüller, die nach dem Krieg nach Nordfriesland geflüchtet waren, stammen aus dem früheren Plathe. Karl-Heinz Spaude hatte die Stadt erstmals 1972 besucht, seine alte Heimat. Damals begann der private Austausch, der vor allem auch Hilfe für die halbzerstörte Stadt bedeutete. 1963 wurde noch eine Patenschaft übernommen, die von einer Rückkehr der Neu-Niebüller nach Plathe/Ploty ausging. Mit dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ konnte ein neues Kapitel aufgeschlagen werden. Jugendliche fuhren mit, sie verliebten sich in Gleichaltrige, Menschen trafen sich ohne Vorbehalte.

Eine besondere Rolle hatten dabei stets die Sportler. So gibt es seit 20 Jahren einen wechselseitigen Austausch bei den Stadtläufen. Stets mit dabei war Heinrich Kröger, der extra geehrt wurde, wie auch Anja Cornils, die Vorsitzende des Vereins der Städtepartnerschaften, Dieter Lorenzen, Karl-Heinz Schmidt und Orte Schruwe-Nissen, die Vorsitzende des Niebüll-Ploty-Vereins, für besondere Verdienste. Bürgermeister Wilfried Bockholt zeigte sich bewegt: „Ich freue mich besonders, dass in den heutigen Zeiten die junge Generation dabei ist. Ich wünsche mir von Herzen, dass wir wieder politische Verhältnisse bekommen, die im Sinne unserer Partnerschaft für Frieden, Freude und Gemeinsamkeit stehen.“ Viele Verbindungen bestehen schon lange, jetzt kamen neue dazu. Durch diesen sehr intensiven, von großer Herzlichkeit und Gastgeberleidenschaft gekennzeichneten Besuch hat die Beziehung der beiden Städte eine neue Dynamik erfahren, die schon im nächsten Jahr fortgesetzt werden soll.

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