Deichschutz in Nordfriesland als Vorbild

John Eric Jensen ist für das Küstendirektorat meist im Einsatz, um vom Boot aus die Küsten zu vermessen.
John Eric Jensen ist für das Küstendirektorat meist im Einsatz, um vom Boot aus die Küsten zu vermessen.

shz.de von
20. Juni 2018, 15:58 Uhr

Kürzlich ist John Eric Jensen, Mitarbeiter des Küstendirektorates mit Sitz in Lemvig, mit einem geländegängigen Quad auf dem Deich des Neuen Friedrichenkoogs entlang gefahren. Bei Zwischenstopps wurden Messinstrumente aufgestellt und die Ergebnisse der mit Lasertechnik arbeitenden Instrumente sogleich im tragbaren Computer aufgezeichnet. „Ich registriere die Deichhöhe“, berichtet Jensen, der hinzufügt, dass er als ausgebildeter Seemann meist mit einem Boot für das Küstendirektorat unterwegs ist, um die dänischen Küsten zu vermessen.

Der beim „Kystdirektoratet“ für das Projekt zuständige Ingenieur Claus Holger Toxvig erläutert, dass die Seedeichlinien im Bereich von Ripen bis zur deutsch-dänischen Grenze alle fünf Jahre vermessen werden, um sicherzustellen, dass sie die vorgeschriebene Deichhöhe aufweisen. „Der Deich vor Hoyer zwischen Emmerleff und Rodenäs muss 7,45 Meter über Normalnull hoch sein“, erklärt der Küstenschutzfachmann. „Der Deich ist seit seiner Fertigstellung voll intakt. Die Deiche an der Westküste sind sicher“, so Toxvig. „Die zweite Deichlinie wird auch als zusätzlicher Schutz gegen die Wassermassen erhalten“, erklärt Toxvig, der unterstreicht, dass der 1982 eingeweihte Deich vor Hoyer ebenso wie der verstärkte Ripener Deich mit 7,45 bzw. 7 Meter über dem mittleren Meeresspiegelniveau (Normalnull) höher ist als Abschnitte der Ballumer Marsch, weil diese Städte und wertvolle Anlagen vor Zerstörung schützen.

„Wir wissen, dass der Meeresspiegel steigt“, so Toxvig. Bisher gibt es in Dänemark aber keine Beschlüsse, die Seedeiche zu erhöhen. Man verfolge aber mit Interesse, wie in Nordfriesland Deiche schon jetzt verbreitert werden, damit sie angesichts des steigenden Meeresspiegels erhöht werden können.

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