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Nordfriesland Tageblatt

22. Oktober 2017 | 07:19 Uhr

Test bestanden : Deiche sind wehrhaft

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Bilanz der Herbstdeichschau zwischen dänischer Grenze und Sönke-Nissen-Koog fiel positiv aus.

Die Deiche an der nordfriesischen Westküste zwischen der dänischen Grenze und dem Sönke-Nissen-Koog befinden sich in einem guten und wehrhaften Zustand. Mit dieser Feststellung schloss das Protokoll der Herbstdeichschau 2014. Am Donnerstag hatte sich die Schaukommission auf Einladung des Baubetriebs 1 im Landesbetrieb Küstenschutz und Nationalpark (LKN) Schleswig-Holstein auf den 40 Kilometer langen Weg gemacht, um den Landesschutzdeich kritisch unter die Lupe zu nehmen.

Im Großen und Ganzen fiel das Urteil der Kommission zufriedenstellend aus. Das klang auch im Urteil von Oberdeichgraf Jan Albrecht an, der dem Baubetrieb unter der Leitung von Dipl.-Ing. Alfred Mordhorst und seinen Mitarbeitern einen guten und gewissenhaften Job attestierte. Freilich wurden bei der Schau auch Wahrnehmungen ins Protokoll geschrieben, die einer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen.

So sind der Kommission im Fahretofter Koog die Tellerdisteln aufgefallen, die bei der Maht extrem schwer zu fassen sind. Diese Distel breitet sich tellerförmig flach aus und hat eine dicke Wurzel, die tief in den Deich eindringt und Löcher gräbt, die sich mithilfe eindringenden Wassers vergrößern. Spätestens im Frühjahr soll der Distel zu Leibe gerückt werden. Für ihre Bekämpfung bieten sich das Stechen und Mulchen oder als letzte Konsequenz das Spritzen an. Einigermaßen erbost war die Schaukommission über eine im Fahretofter Koog eingezäunte Fläche binnendeichs. Diese Fläche weist hohen Bewuchs auf, der Wühlern Unterschlupf bietet. Hohes Unkraut erfordere dort zudem eine intensivere Deichpflege. Wie es hieß, sei der Zaun auf Betreiben des LLUR errichtet worden – dem Vernehmen nach für den Vogelschutz. „Der Zaun muss weg“, befanden Mitglieder der Schaukommission.

Aus dem Dagebüller Deichabschnitt verlauteten keine Neuigkeiten. Dort müsse für die bevorstehende Deichverstärkung das Planfeststellungsverfahren abgewartet werden. Indes zeichne sich zunehmend ab, dass das Schöpfwerk vom Badedeich nach Norden in den Bereich des Haffdeichs verlegt wird. Der Deich des „Geburtstagskindes“ Lübke-Koog, wo sich der Tag des Deichschlusses kürzlich zum 60. Mal jährte, befindet sich in einem Top-Zustand. Alfred Mordhorst erinnerte an die vor zehn Jahren dort durchgeführten Verstärkungsmaßnahmen, die „gut gegriffen“ haben.

An etlichen Deichabschnitten sind vorerst noch die „natürlichen Rasenmäher“ zu Gast. Für den Abtrieb der Schafe bestünden jetzt keine festen Termine. Mordhorst: „Die Schafe weiden draußen so lange, wie es der Grasnarbe gut tut.“ Viele der Schaftränken seien rundum befestigt worden. Das Verhältnis von Schäfern und Deichschützern ist mit den Jahren zu einem guten Einvernehmen gewachsen. Beide Seiten hätten auch voneinander gelernt. Neuerdings seien acht so genannte Setzungspegel entfernt worden, weil rund um sie Trittschäden aufgetreten waren. Die (keineswegs dummen) Schafe hatten spitz bekommen, dass es sich an den Pfählen „gut reiben“ lässt.

Deichschauen haben, wie immer wieder festzustellen ist, auch diesen Zweck: In Situationen von Orkanen und Sturmfluten ist es gut, dass man bei fernmündlicher Kommunikation weiß, mit wem man redet. Das sei notwendig werdenden Aktionen von Vorteil. Auch empfinden es die Deichschützer als dienlich, wenn der Oberdeichgraf und seine Vertreter aus den Sielverbänden mit von der Partie sind. „Sie sehen mehr und liefern uns und aus ihrer Praxis wichtige Hinweise“, ließ Alfred Mordhorst anklingen.

 

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