zur Navigation springen

Beschwerlich : Defekter Lift: Lösung nicht in Sicht

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Seit mehr als einem Monat ist die Treppenhilfe in einem Haus für betreutes Wohnen defekt. Senioren wie Hildegard Soth sind empört.

Hildegard Soth hält sich mit beiden Händen am Treppengeländer fest, macht ein bis zwei Pausen, um Luft zu holen, bis die 15 Stufen endlich geschafft sind: Die 78-jährige Dame ist auf den Treppenlift angewiesen. Der ist aber seit Anfang Dezember defekt und ein Ende dieser Misere nicht in Sicht.

Der Alltag ist nicht leicht für Hildegard Soth, die in einem Wohnhaus für betreutes Wohnen lebt. Das Treppensteigen fällt der herzkranken Seniorin schwer. Mit den Händen muss sie sich absichern, um nicht zu stürzen. Zu Mobilität verhilft ihr der Rollator – aber eben nur auf ebener Erde.


„Unhaltbarer Zustand“


Wenn Hildegard Soth von ihrem Gang aus dem Ort kommt, muss sie ihre Einkäufe im Flur vor der Treppe „parken“. Diese in den ersten Stock zu tragen, ist ohne Lift schier unmöglich. Hilfe bietet dann die Mitbewohnerin Caterine Schulz aus dem Erdgeschoss an. Mit ihren fast 92 Jahren zeigt sie sich noch besser zu Fuß und befördert die Einkaufstüten nach oben.

„Der Treppenlift ist sehr störanfällig“, erzählen die beiden Hausbewohnerinnen. Doch so lange wie bisher mussten sie auf das Hilfsmittel noch nie verzichten. „Ich hoffe, dass dieser unhaltbare Zustand so schnell wie möglich vorbei ist“, entrüstet sich insbesondere Hildegard Soth. Eingemischt und beim Hauseigentümer nachgefragt hatten sich bereits die Sozialstation Karrharde und das DRK Leck. „Wir arbeiten daran“, hieß es.

Das Wohnhaus mit acht Parteien gehört der Gewoba Nord. Auf Anfrage bestätigt auch Regionalleiter Dirk Schmidt aus Niebüll die Störanfälligkeit des Liftes. Diesen Defekt zu beheben sei besonders schwierig, weil weder die Wartungsfirma noch der Hersteller Ersatzteile vorrätig habe, sagte Schmidt. Diese im Ausland zu requirieren, sei ebenfalls gescheitert. „Wir müssen zunächst das System abchecken und prüfen, ob der Lift komplett erneuert werden muss“, meinte Dirk Schmidt. Die Mieter würden nicht allein gelassen, möchte der Regionalleiter verstanden wissen.


Kein neuer Lift von der Stange


Man habe das Problem im Auge: „Die Entscheidung muss nachhaltig, der Lift betriebsbereit und sicher sein.“ Eine schnelle Lösung sei ein neuer Lift nicht: „Den kauft man nicht von der Stange.“ Da spielten beispielsweise die Neigung und Rundungen des Handlaufs eine wichtige Rolle. All das müsse eben passen und angefertigt werden.

Wann der alte oder ein neuer Treppenlift wieder einsatzbereit ist, konnte Dirk Schmidt nicht sagen. Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis Hildegard Soth bequem die Stufen bewältigen kann.

 

 

 


zur Startseite

von
erstellt am 15.Jan.2014 | 08:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen