Kirchenfest : Dauerregen zwang zum Umplanen

Die jungen Zuschauer  beobachten fasziniert das Spiel. Fotos: Ulrich Jeß
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Die jungen Zuschauer beobachten fasziniert das Spiel. Fotos: Ulrich Jeß

Obwohl viele Freiluft-Aktionen beim gut vorbereiteten "St. Laurentius-Fest" in Karlum buchstäblich ins Wasser fielen, wurde die Veranstaltung ein Erfolg.

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13. August 2008, 09:11 Uhr

Karlum | Die Kirchengemeinde Karlum hatte sich für ihr nach dem Patron ihres Gotteshauses benanntes "St.-Laurentius-Fest" viel vorgenommen, es ideenreich und arbeitsaufwändig vorbereitet. Leider fielen jedoch alle im Freien angesiedelten Aktivitäten im buchstäblichen Sinne des Wortes "ins Wasser". Der Grund: Es regenete ununterbrochen in Strömen. Dadurch entfielen die geplante Radfahrt durch die Dörfer des Kirchspiels, die "Stations-Fahrt für alle Sinne" der Kinder und sowie das Spielen und gesellige Beisammensein mit Grillen auf dem Vorplatz der Kirche.

Die vor dem Karlumer Pastorat kampierende Gruppe Ladelunder Pfadfinder zog es vor, ihr Lager noch in der Nacht vor dem Fest abzubrechen, im Gebäude Schutz zu suchen und am frühen Morgen nach Hause zu fahren.
Übersetzung ins Plattdeutsche
Drei Veranstaltungen blieben übrig: ein von Pastor Hans-Joachim Stuck gestalteter, gut besuchter Gottesdienst in plattdeutscher Sprache, eine vom Förderverein "Freunde der St. Laurentius-Kirche zu Karlum" veranstaltete Versteigerung zugunsten der Anschaffung eines neuen Paraments für den Altar und eine von Manne Burmeister (Neukirchen) dargebotene Vorstellung des Figurentheaters "Mahamudera".

Das Einbeziehen einer Taufe in den Gottesdienst brachte das Problem mit sich, dass die erst seit kurzer Zeit in Nordfriesland lebenden Eltern des Täuflings und deren aus Schwaben angereisten Verwandten und Freunde der niederdeutschen Sprache nicht mächtig waren. Pastor Stuck zelebrierte deshalb die Tauf-Handlung in hochdeutscher Sprache und übersetzte von Zeit zu Zeit Passagen seiner plattdeutschen Predigt ins Hochdeutsche. Alle Lieder und Gebete erklangen "op Platt".
Unter den Hammer
Unmittelbar im Anschluss an den Gottesdienst bot der Förderverein in einem Zelt vor der Kirche Gelegenheit, Gebrauchsgegenstände vergangener Tage und Epochen zu ersteigern. Auktionator Udo Ebsen (Bramstedtlund), ausgestattet mit einem überdimensionalen "Hammer", brauchte allerdings kaum tätig zu werden, da man sich mit den jeweiligen Interessenten zumeist gesprächsweise auf einen Festpreis einigte. Bürgermeister Jürg-Joachim Naunin (Karlum) ging mit gutem Beispiel voran und erwarb eine teure Vase, um sie demnächst seiner Gemeinde für das Dorfgemeinschaftshaus zu schenken, wie er durchblicken ließ.
"Petonellas Traum"
Den Abschluss des Programms bildete am frühen Nachmittag in der St.-Laurentius-Kirche das hochsensibel gestaltete Spiel "Petronellas Traum". Mit diesem faszinierte Manne Burmeister seine Zuschauer dermaßen, dass sie - trotz der Winzigkeit der Bühne seines bauchladenförmigen Figurentheaters - den jederzeit sichtbaren Lenker und Sprecher der zauberhaften "Darsteller" wie Petronella, Mutter, Wolf und Sandmännchen gar nicht mehr beachteten. Statt dessen konzentrierten sich Kinder, Eltern und Großeltern vollkommen auf dessen, in verschiedenen Stimmlagen gesprochene Texte und den hell ausgeleuchteten Guck-Kasten.

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