Bauausschuss Niebüll : "Dauerbrenner" noch immer heiß diskutiert

Den Seitenstreifen zwischen Bahnlinie und Lagedeich möchte die Stadt gerne erwerben. Foto: bee
Den Seitenstreifen zwischen Bahnlinie und Lagedeich möchte die Stadt gerne erwerben. Foto: bee

Der Ausschuss für Bau- und Planungswesen beschäftigte sich mit zwei baulichen Problemfällen in Niebüll - beide sollen nun angepackt werden.

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23. Juni 2009, 11:44 Uhr

Niebüll | Es sei ein "Dauerbrenner" gab Ausschussvorsitzender Karl-Heinz Schmidt in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses zu. Gemeint waren die Lärmschutzmaßnahmen im Bereich des Lagedeichs, die nicht nur den Anliegern, sondern auch der Verwaltung seit Jahren Bauchschmerzen bereiten.

Bauamtsleiter Udo Schmäschke erinnerte nochmals an den Sachverhalt. Demnach sorge der Streckenabschnitt entlang der Bahnlinie von der Gather Landstraße bis zum Lagedeich in Verlängerung zwischen Bahn und Spielplatz zum Baugebiet für Unmut bei zahlreichen Anliegern. Einer davon hatte in einem Schreiben an die Stadtverwaltung auf die "unbefriedigende Situation" hingewiesen. Der Absender warf der Stadt zudem vor, Zusagen gemacht zu haben und diese nicht eingehalten zu haben.
Geld nicht wie vorgesehen genutzt

Schon vor sechs Jahren hatte die Stadt Finanzmittel im Haushalt eingestellt. Gelder, die jedoch bis heute nicht abgerufen wurden und mittlerweile "verwässert" sind - in den neuen Haushaltsplänen spielt der Lärmschutz keine Rolle. Dies jedoch soll sich nach Ansicht des Bauausschusses ändern. Das Gremium beauftragte die Verwaltung, die Kosten für eine Lärmschutzwand zu ermitteln. Zudem sollten Finanzmittel für eine mögliche Baumaßnahme im Haushalt 2010 eingeworben werden.

In der Vergangenheit hatte das Gremium bereits zwei Ortstermine anberaumt, um sich vor Ort von den Lärmbeeinträchtigungen am Baugebiet zu überzeugen. In deren Folge wurden drei Maßnahmen bewilligt. So sind in einem ersten Schritt die Bäume am Spielplatz "auf den Stock gesetzt" worden und auch im zweiten Abschnitt holzte der Bauhof zahlreiche Bäume ab. Die geplante dritte Maßnahmen wurde der Stadt vom Landesamt für Naturschutz untersagt - als die Stadt den Bäumen zu Leibe rücken wollte, hatten schon zahlreiche Krähen die Baumkronen besetzt. Da die Vögel als bedrohte, schützenswerte Tierart eingestuft sind, durften die Bäume nicht mehr gestutzt werden.
Bahn ist doch bereit zu verkaufen

Ein Gutachten belegte die Beeinträchtigungen durch Lärm in den Bereichen. Zugleich wies das Ingenieurbüro aber darauf hin, dass lediglich Gebäude in unmittelbarer Nähe einer Lärmschutzwand von einer solchen profitieren würden. Bis zu den Sommerferien könnten die Kostenvoranschläge für die Lärmschutzmaßnahme vorliegen, so Schmäschke. Bis dahin soll die Verwaltung, nach einem Beschluss des Bauausschusses, versuchen, Kontakt zur Bundesbahn aufzunehmen, um eine Fläche an den Gleisen zu übernehmen. Einen Verkauf habe die Bahn bisher ausgeschlagen, weil hier ursprünglich ein Stellwerk geplant war. Jetzt gebe es aber eine "generelle Bereitschaft" der Bahn, zu verkaufen, erzählte Bürgermeister Wilfried Bockholt.

Eine "unendliche Geschichte" kann ebenfalls zu den Akten gelegt werden: Im Bereich Haferweg soll eine bisher als Trampelpfad genutzte Fläche als Grünlandfläche freigegeben werden. Hier seien Fehler im B-Plan gemacht worden, erläuterte Ausschussvorsitzender Schmidt. Da sich der Pfad im Eigentum der Grundstücksanlieger befinde, seien die Fakten zu akzeptieren, forderte Schmidt weiter und hoffte, dass die "missliche Situation" damit ein Ende finde.

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