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Nordfriesland Tageblatt

22. August 2017 | 06:16 Uhr

„Dat brennt“ im plattdeutschen Theater

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Theatergruppe des Ortskulturrings Ladelund-Bramstedtlund-Karlum-Westre probte jetzt öffentlich „Dat brennt!“ von Helmut Loewenstein

Wie schon seit vielen Jahren, hat die von Friedel Petersen gegründete und geleitete Theatergruppe des Ortskulturrings Ladelund-Bramstedtlund-Karlum-Westre in den Wochen des Spätsommers einmal mehr ein plattdeutsches Theaterstück eingeübt, um damit – nach Bedarf – bei Festen von Vereinen oder Verbänden aufwarten zu können. Kürzlich führte das erfahrene Laienspiel-Ensemble im Ladelunder Kirchspielkrug vor rund 80 Zuschauern die öffentliche Generalprobe seines diesjährigen Einakters durch: „Dat brennt!“ von Helmut Loewenstein.

Die Gäste hatten an dem kurzweiligen Lustspiel ihre helle Freude. Zunächst jedoch sprach das Gründungsmitglied Christian Sommer dem gesamten, von Sigrid Johannsen geleiteten Team des Kirchspielkrugs Dank für die jederzeitige Bereitstellung der Bühne und freundliche Betreuung während der Probenzeiten aus. Auch gab er bekannt, Friedel Petersen werde als Regisseurin und Souffleuse (alias „Mädchen für alles“) wegen Erkrankung durch Regina Cordsen vertreten. Sodann stellte er die Darstellerinnen und Darsteller namentlich vor: Peter Petersen (Nordmark) als „Carsten Lehmann“, Mitglied der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr, die neu ins Ensemble aufgenommene Juliane Tewes als dessen Ehefrau „Claudia“ und Andrea Sommer als deren Mutter „Elli Bitter“ beziehungsweise Schwiegermutter des von Christian Sommer gespielten Nachbarn „Hermann Bolte“. Nina Cordsen verkörperte die pflichtbewusste Feuerwehrfrau „Inge Gäbel“, Sabine Reisner die treuherzige Nachbarin der Lehmanns: „Agnes Simmer“. Die Handlung setzt mit einem gemütlichen Plausch im Gartenzaun ein, den Carsten Lehmann gerade repariert. Alle Gesprächsteilnehmer geben zu erkennen, dass sie sich auf den abendlichen Feuerwehrball freuen und sich dort tüchtig zu amüsieren gedenken. Die gute Laune dauert aber nur so lange, bis plötzlich Elli Bitter, die in Hamburg wohnende, stets sehr energisch agierende Schwiegermutter des Grundstückseigentümers samt zweier Koffer und eines Vogelbauers am Zaun steht und verkündet, sie wolle mit ihrer Tochter und deren Ehemann unbedingt noch am selben Abend nach Flensburg fahren, um dort die Mozart-Oper „Zauberflöte“ zu erleben.

Den Einwand der Eingeladenen, sie wollten lieber zum Feuerwehrball, lässt sie nicht gelten: „Dat ward Tied, jem
endlich mal`n beeten Kultur bitobringen. Un bald fohrn wi na Hamborg to Verdis 'Aida'!“ Im Falle der Weigerung werde sie ihre Tochter zugunsten des örtlichen Tierschutzvereins enterben. „Un nu maakt to, dat brennt!“ Letztere von der resoluten Dame häufig als Aufforderung zu Eile verwendete Floskel erweist sich noch als verhängnisvoll, als die Feuerwehr sie für eine ernst gemeinte Feuermeldung hält. Dabei hatte Elli Bitter doch nur um Tempo bitten wollen, als sie die Feuerwehr telefonisch gebeten hatte, ihren heißgeliebten Vogel „Poldi“ zu „retten“, der seinem Käfig entflohen, auf einen hohen Baum geflogen war und nun Gefahr laufe, herunterzufallen. Zuvor war ein Versuch der Feierwilligen gescheitert, Mutter Bitter auszutricksen. Es droht eine Klage auf Schadensersatz für den sinnlosen Einsatz, als plötzlich die Feuersirene ein zweites Mal heult. Elli Bitter hatte in der Aufregung ihr Bügeleisen mit voller Hitze auf ihrer Bluse stehen lassen.

Ob – und wenn ja, wie – sich die verworrene, von den Darstellern schauspielerisch voll ausgekostete Situation am Ende auflöst, soll an dieser Stelle noch nicht verraten werden. Der erfahrene Zuschauer plattdeutscher Schwanks darf jedoch auf ein Happy-End hoffen.




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erstellt am 27.Okt.2014 | 09:26 Uhr

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