Weißrussland-Hilfe : Das Wohl der Kinder stets im Blick

Spender und Förderer ermöglichen eine Fortsetzung der Besuche von Kindern aus der Tschernobyl-Region

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16. Juli 2015, 05:00 Uhr

Es ist eine gute Nachricht: Auch künftig werden Kinder aus dem weißrussischen Pinsk die Möglichkeit haben, ein paar schöne und unbeschwerte Tage in Niebüll und der Region zu verbringen. Sie tragen heute noch die physischen und psychischen Folgen der Tschernobyl-Atom-Katastrophe von 1986 in der benachbarten Ukraine.

Frauke und Paul Martin Nissen vom Verein Niko-Nissen-Stiftung – seit 20 Jahren organisieren sie die Tschernobyl-Hilfe gemeinsam mit ihren Partnern in Weißrussland – hatten aus Kostengründen unlängst beschlossen, sich ausschließlich auf die Unterstützung der Kinder vor Ort in Weißrussland zu konzentrieren. Hier hat der Verein eine Wohnung angemietet, bietet eine Suppenküche an und ist für Kinder und Jugendliche aus durch Alkohol- und Drogensucht sowie Gewalt gezeichneten Familien Anlaufstelle, manchmal auch ein Zuhause. Derzeit nehmen täglich etwa 50 bis 60 Personen das Hilfsangebot in Anspruch. Irina Averina leitet das Projekt in Pinsk. Sie führt das Haus und kümmert sich mit Freiwilligen um die Kinder. Zum Programm der humanitären Tschernobyl-Hilfe von Frauke und Paul Martin Nissen gehört die Versorgung Hörgeschädigter an den Schulen vor Ort.

Seit 1995 kommen vom Schicksal Kinder und Jugendliche schon nach Südtondern, um sich hier zu erholen (derzeit halten sich 18 junge Weißrussen im Alter von acht bis 14 Jahren in Niebüll auf). Und so wird es nun auch bleiben. Den vielen Spendern und Helfern, Unterstützern und Förderern, die sich in diesem Jahr besonders ins Zeug gelegt haben, Sach- und Geldspenden bereitgestellt haben, ist es zu verdanken, dass den Kindern die Reisen nach Deutschland zwar nicht mehr jährlich, wohl aber im Zwei-Jahres-Rhythmus ermöglicht werden können.

Zu den vielen Spendern gehört der Rotary-Club Niebüll. Salem Hattab und die übrigen Mitglieder um den neuen, für ein Jahr ernannten Präsidenten Dr. Uwe Haupenthal haben auf Frauke Nissens Anfrage spontan reagiert. Für die Kinder hatten sie neben 23 Paar Ecco-Schuhen – in allen Varianten und den passenden Größen – auch Süßigkeiten und Sporttaschen als Geschenke dabei. „Wir sind froh, dass wir die Kinder unterstützen können“, erklärte Salem Hattab. „Die Schuhe sind für sie ein wichtiges Geschenk“, dankte Dolmetscherin Valentina Denisman im Namen der Kinder. Zu den Begleitern in Niebüll gehören dieses Mal neben Projektleiterin Irina Averina auch Nikolai Kluskow, Lehrer in einer Taubstummenschule, und Lena Vittschuk. Die Begeisterung und Freude, ebenso über die Geschenke, die bei der Aktion Wunschbaum im Dezember von Menschen, die an dem Schicksal der Kinder teilhaben, gespendet wurden, war den Jugendlichen deutlich anzusehen. Sie bedankten sich mit einem Lied bei den Spendern. Begleiterin Irina Averina: „Das Glück besteht aus kleinen Freuden, und die haben sie alle uns hier gegeben.“

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