FÖJ im Naturkundemuseum : „Das Watt hat es mir angetan“

Sein Spezialgebiet sind Fische und das Meeresleben: Linus Nuppnau ist der neue Freiwillige im Ökologischen Jahr im Naturkundemuseum in Niebüll.
Sein Spezialgebiet sind Fische und das Meeresleben: Linus Nuppnau ist der neue Freiwillige im Ökologischen Jahr im Naturkundemuseum in Niebüll.

Mit Linus Nuppnau hat ein neuer Freiwilliger im Ökologischen Jahr im Naturkundemuseum Niebüll seinen Dienst aufgenommen.

shz.de von
20. August 2018, 12:00 Uhr

Das Naturkundemuseum in Niebüll wechselt jedes Jahr das Personal: Eine neue freiwillige Kraft des Ökologischen Jahres rückt im August an. Zumeist waren es bisher junge Frauen aus Süddeutschland, die den Norden kennenlernen wollten. In diesem Jahr ist alles anders, denn mit Linus Nuppnau stellt sich ein 18-jähriger Abiturient vor – und er kommt aus Winsen/Luhe. „Ich liebe den Norden“, bekennt er, „ich war als Kind oft auf Föhr und in St. Peter-Ording.“ Umso größer war seine Freude, als er durch Leiter Karl-Heinz Christiansen den Zuschlag erhielt.

Die Verbundenheit mit der Natur ist Linus Nuppnau in die Wiege gelegt worden. „Ich bin bei meinen Großeltern in einem Dorf aufgewachsen, wir hatten einen eigenen Kartoffelacker.“ Von Kindesbeinen an ging es in die nahen Wälder. „Mit der Becherlupe habe ich Käfer bestaunt“, lauten die ersten Erfahrungen. Als Schüler schätzte er die Ruhe im Wald. „Doch auch zu Zweit haben mir die Touren Spaß gemacht. Man kann sich gegenseitig auf Beobachtungen aufmerksam machen und die Erlebnisse teilen.“

Später wandte sich das Interesse dem Meer und besonders den Fischen zu. Zunächst als Besitzer eines Aquariums, dann im Leistungskurs Biologie am Gymnasium. „Besonders das Watt hat es mir mit seinem vielfältigen Lebensraum angetan“, erklärt Linus Nuppnau.

Sein Dienst im Museum ist vielfältig. So sitzt er am Eingang, an der Kasse, begrüßt die Besucher, beantwortet Fragen, gibt Hilfestellung. Die Aquarien müssen gesäubert, die Fische gefüttert werden. Das Bernsteinschleifen ist ein Renner. „Hier lerne ich gerade noch bei Karl-Heinz Christiansen“, sagt der Freiwillige im Ökologischen Jahr und lacht. Doch es gibt zahlreiche Freiräume, um eigene Ideen zu verwirklichen. Dazu gehört ein Jahresprojekt. Linus Nuppnau weiß schon sein Thema. „Ich werde mich um die Problematik Mikroplastik und Müll im Meer kümmern. Das ist derzeit in aller Munde und besonders wichtig.“ Ihn ärgert eine aktuelle Beobachtung. „Im Watt vor Dagebüll ragte kürzlich eine leere Bierdose heraus“, sagt der Naturfreund, „das muss doch wirklich nicht sein. Jeder kann etwas tun, damit sich etwas ändert.“


 

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