David Meier in Leck zu Gast : Das Spiel des Wassers am Klavier imitiert

Pianist David Meier verzauberte die 100 Zuhörer. Foto: Ulrich Jeß
Pianist David Meier verzauberte die 100 Zuhörer. Foto: Ulrich Jeß

Schon im vergangenen Jahr begeisterte David Meier die Zuhörer. Im Rathaus Leck brillierte er nun mit Werken von Beethoven und Haydn.

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08. Juli 2009, 11:58 Uhr

Leck | Zum letzten Rathauskonzert vor der Sommerpause des Vereins der "Musikfreunde in Leck und Umgebung e.V." begrüßte der stellvertretende Vorsitzende Dr. Burkhard Forbrich den jungen, aber auf höchster nationaler Ebene bereits vielfach ausgezeichneten Pianisten David Meier. 100 Besucher waren gekommen, um dem Interpreten zuzuhören. Für den Festival erfahrenen, sympathisch bescheiden auftretenden Künstler war es dessen zweiter Auftritt in Leck. Schon im Vorjahr hatte er sein Publikum am vereinseigenen Blüthner-Flügel rundum begeistert. Er verstand es, an diesen triumphalen Erfolg nunmehr nahtlos anzuknüpfen.

David Meier machte es sich nicht eben leicht, interpretierte vier musikalisch und spieltechnisch höchst anspruchsvolle Werke aus der Zeit der Klassik und Romantik, die er in virtuoser Manier ausnahmslos auswendig darbot. Sein Programm begann der Pianist mit der Sonate As-Dur op. 26 von Ludwig van Beethoven. Als gefühlvoller Höhepunkt des Werkes erwies sich der anstelle eines sonst üblichen Adagios erklingende Trauermarsch, den Beethoven selbst als "Grabgesang auf den Tod eines Helden" bezeichnete. Im Vergleich zu diesem wirkte der abschließende schnelle Satz wie eine vergleichsweise lapidare Pflichtübung des Komponisten.
Atemberaubenes Tempo
Bei der Wiedergabe von "Vier Impromptus (op. 90, D 899)" von Franz Schubert, die diesen als Meister der Liedkunst ausweisen, nutzte Meier die Gelegenheit, sein Instrument "singen" zu lassen, dass es eine Freude war. Bei der Begleitung der klar hervortretenden Melodien musste er aber zum Teil auch seine Virtuosität voll einsetzen. Dies gilt in besonderem Maße für den letzten der vier Sonaten ähnlich zusammengestellten Sätze, bei dem es beispielsweise galt, mit der rechten Hand in hohen Lagen und atemberaubendem Tempo das Geräusch eines Wasserspiels zu imitieren.
Voller Temperament und technischer Raffinessen
Nach der Konzertpause erklang eins der spätesten Klavierwerke des Joseph Haydn: "Variationen f-moll (Hob. XVII: 6)". Die von ihm selbst als "Sonata" bezeichnete Komposition, die bereits Anklänge der Romantik aufweist, wird von namhaften Experten als sein reifstes Werk dieser Gattung gewertet. Dessen spieltechnische Schwierigkeiten brachten David Meier zu keinem Zeitpunkt in Verlegenheit, dem es auch gelang, die komplizierten Strukturen der Variationssätze transparent zu machen. Das populärste Werk seines regulären Programms sparte Meier sich und seinen Zuhörern bis zum Schluss auf: die "Fantasie C-Dur (D 760)" von Franz Schubert. Dass dieses Auftragswerk unter dem Namen "Wanderer-Fantasie" bekannt wurde, hat seine Ursache darin, dass es sich musikalisch und der Stimmung nach an dem von Schubert selbst vertonten Gedicht "Der Wanderer" von Georg Philipp Schmidt orientiert. Die grenzenlose Verzagtheit des vergeblich nach seinem Glück suchenden, sich überall als Fremdling fühlenden und letztendlich resignierenden Wanderers hat Schubert in eindrucksvoller Manier verklanglicht. Dass er darüber hinaus aber auch rauschhaft triumphale Phasen voller Temperament und technischer Raffinessen ins Werk aufnahm, mag zum einen im Streben nach Kontrasten, zum anderen darin begründet sein, dass er dem Empfänger der Komposition, einem Klavierschüler des berühmten Virtuosen Johann Nepomuk Hummel, Gelegenheit bieten wollte, beim Vorspielen der Fantasie sein Publikum ordentlich zu beeindrucken. David Meier gelang Letzteres mit Bravour.

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