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Nordfriesland Tageblatt

18. Oktober 2017 | 22:53 Uhr

„Das neue Programm ist mein Traum“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Mit seiner Kabarett-Klamauklesung „Advent, Advent, der Degen brennt“ betritt der gebürtige Lüneburger Manfred Degen persönliches Neuland

von
erstellt am 08.Dez.2015 | 18:30 Uhr

Mit „Advent, Advent, der Degen brennt….“ ist der Sylter Satiriker Manfred Degen am Donnerstag, 17. Dezember, 20 Uhr (Einlass: 19.30 Uhr) in der Stadtbücherei Niebüll zu Gast. Deftige Texte, trockene Satire und feinsinnig-hintergründige Plaudereien bilden die Basis für einen verbalen Stepptanz.

„Advent, Advent, der Degen brennt“ ist eine adventliche Kabarett-Klamauklesung.
Ja, und das neue Programm ist mein Traum. Ich wollte das immer schon einmal machen. Weil ich von dem normalen Kabarettprogramm abweichen kann. Die Dramaturgie eines Kabarettprogramms ist relativ streng. Bei einer Lesung hingegen bin ich freier in dem, was ich mache. Ich kann auch einmal etwas plaudern. Ich bin mehr ich. Und: Ich weiß, dass das Publikum an bestimmten Stellen reagiert. Beim Kabarett weiß man nach einem Zwischenruf häufig nicht mehr, wo man war.

Sie erzählen von Veranstaltungen, die schief gelaufen sind.
Ja. Beispielsweise war ich in Kampen für einer Gala engagiert – ganz große Nummer, ganz großes Kino – und dann war auf einmal Bombenalarm. Was dort passierte, das war so spannend, das habe ich für die Nachwelt erhalten. Oder ich erzähle von einem Engagement mit der MS Europa im Südpazifik. Auf einmal gab es Starkwind. Das Ballett konnte nicht auftreten, und ich musste für das Ballett einspringen. Die Kuriositäten, die dabei herausgekommen sind, möchte ich erzählen. Andere Geschichten haben eine adventlich-weihnachtliche Prägung. Ich berichte beispielsweise von Lärmbelästigung durch Musikschüler in den Fußgängerzonen in der Adventszeit, vom Weihnachtsbaden auf Sylt und mehr.

Alles wahre Begebenheiten und selber erlebt?
Es ist alles wahr, alles selbst erlebt. Und wenn nicht, dann merkt man es schon. Manchmal kommen Erinnerungen aus meinem Engagements hoch, die ich früher nur als Facetten wahrgenommen habe und mir zunächst nicht erheblich erschienen. Und dann fällt mir auf: Das war doch irgendwie schräg. Die Erlebnisse werden dann mit anderen Dingen zu einer Story verknüpft. Eine plattdeutsche Geschichte werde ich bringen, obwohl ich Lüneburger und muttersprachlich nicht platt bin. Damit setze ich mich dann den kritischen Blicken des bäuerlichen Publikums aus, wenn die merken: „De kann jo gor keen Platt“. Die Gäste auf Sylt denken dann immer, ich spreche friesisch. Und dann berichte ich von meiner Fernsehkarriere, die ja im Grunde genommen nur 48 Stunden gedauert hat, und von meiner Begegnung mit Dolly Buster. Und von einer Ernährungsberatung im Postamt Niebüll, morgens früh um 6 Uhr, die ich kabarettistisch begleiten sollte.

Wie lange dauert es, bis Sie ein neues Programm erstellt haben ?
Ich habe immer das bestehende Programm verändert, 20 bis 30 Prozent des Programms jährlich ausgetauscht so, dass es nach drei Jahren fast neu ist.

Hat Humor schon immer eine wichtige Rolle in ihrem Leben gespielt?
In meiner Jugend gar nicht so sehr. Das hat sich irgendwie nachpubertiert. Später hat mich Humor als Lebenseinstellung begleitet und vieles leichter gemacht. Ich habe 25 Jahre bei der Bahn gearbeitet und viel mit den Kunden geratscht. Alle wollten am Schalter immer zu mir. Das war manchmal ein Nachteil. Auch dann, als die Leute, die mich abends zuvor im Kursaal erlebt hatten, am nächsten Tag am Schalter mein Buch kaufen wollten. Aber es führte auch dazu, dass ich 24 Mal auf der MS Europa fuhr, und darauf bin ich sehr stolz. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, aber es war auch anstrengend.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?
Wenn man die Emotionen der Menschen berührt, wenn sie einem mit leuchtenden Augen und offenem Mund folgen und auf den nächsten Überraschungsmoment warten. Das ist unglaublich. Am liebsten trete ich in den Kursälen auf – und im Winter auf den Dörfern.

Haben Sie ein Ziel?
Ja, ich möchte, dass gelacht wird. Schlimm ist, wenn ich vor dem verkehrten Publikum stehe.

Wie lange wollen Sie Kabarett machen?
Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, am 1. Dezember 2016 aufhören, weil ich dann mein 25-jähriges Bühnenjubiläum feiere. Aber Lust und Gier sind größer.

Einige wenige Restkarten für den Degen-Abend in Niebüll gibt es in der Stadtbücherei. Eintritt: 12 Euro (Vorverkauf), 14 Euro (Abendkasse). Für das leibliche Wohl sort am Veranstaltungsabend Ladies Circle 16 Südtondern.

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